Parkinson-Therapie

Zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2018 VON Magdalena Glawe

MAO-B-Hemmer: Selegilin und Rasagilin

Weitere verwendete Begriffe: Weitere verwendete Begriffe: MAO-B-Inhibitoren, Monoaminoxidase-Hemmer
Magdalena Glawe
Ärztin und Patientenbeauftragte

Was sind MAO-B-Hemmer?

MAO-B-Hemmer sind Wirkstoffe, die in der Parkinson Therapie eine zentrale Rolle spielen. Es handelt sich dabei um eine Gruppe von Wirkstoffen, die die Funktion eines bestimmten Eiweißes hemmen. Dieses Eiweiß heißt Monoaminoxidase (MAO) und kommt in Form in Form zweier Typen vor: der Monoaminoxidase-A (MAO-A) und der Monoaminoxidase B (MAO-B).

Die Funktion der MAO-B besteht unter anderem darin, Botenstoffe des Nervensystems wie Dopamin abzubauen. Bei Betroffenen mit Parkinson liegt im Gehirn ein Mangel an Dopamin vor, der durch die Gabe der Dopamin-Vorstufe Levodopa behandelt wird. MAO-B-Hemmer verhindern, dass das durch Levodopa zugeführte Dopamin direkt wieder von MAO-B abgebaut wird.

Wann werden MAO-B-Hemmer eingesetzt?

MAO-B-Hemmer kommen sowohl bei Betroffenen in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung als auch bei Betroffenen in einem späteren Parkinson Stadium zum Einsatz.
Bei Betroffenen in einem sehr frühen Parkinson Stadium liegt im Gehirn eine geringere Menge Dopamin vor als bei Gesunden, jedoch immer noch eine größere Menge als bei Betroffenen in weiter fortgeschrittenen Parkinson Stadien. MAO-B-Hemmer können einzeln eingesetzt den Abbau des noch vorhandenen körpereigenen Dopamins unterdrücken und somit dessen Wirkung verstärken.

Auf diese Weise können leicht ausgeprägte Beschwerden behandelt werden. Gleichzeitig kann die Notwendigkeit einer Behandlung mit Levodopa hinausgezögert werden. Dies ist besonders bei jüngeren Patienten von Interesse, da diese für eine längere Zeit eine wirksame Behandlung benötigen und Levodopa nach mehrjähriger Behandlung seine Wirksamkeit verliert.
Bei Betroffenen in einem späteren Parkinson Stadium kommen MAO-B-Hemmer zum Einsatz, um die Wirkung von Levodopa zu verstärken.

Wie wird eine Parkinson Therapie mit MAO-B-Hemmern durchgeführt?

In seltenen Fällen werden jüngere Betroffenen und Betroffene in einem sehr frühen Parkinson Stadium mit einem MAO-B-Hemmern oft als einzelner Wirkstoff behandelt. Bei Betroffenen in weiter fortgeschrittenen Parkinson Stadien werden MAO-B-Hemmer meist zusätzlich zu Levodopa und Levodopa-Kombinationspräparaten angewendet. Durch die Kombination mit einem MAO-B-Hemmer benötigen Betroffene Levodopa seltener und in geringerer Dosierung. Gleichzeitig steigert eine Kombination mit Levodopa und Carbidopa aber auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Halluzinationen.

Wie werden MAO-B-Hemmer angewendet?

Alle in Deutschland verfügbaren Präparate mit einem MAO-B-Hemmer als Wirkstoff werden als Tablette eingenommen.

Welche Wirkstoffe, Präparate und Darreichungsformen gibt es?

Wirkstoff

Präparat

Darreichungsform

Rasagilin

AZILECT®

Tablette

Rasagea®

Tablette

Rasagilin AbZ

Tablette

Rasagilin Heumann

Tablette

Rasagilin Inresa

Tablette

Rasagilin-Hormosan

Tablette

Rasagilin-neuraxpharm

Tablette

Rasagilin-ratiopharm

Tablette

Selegilin

Antiparkin®

Tablette

Wirkstoff

Präparat

Darreichungsform

Rasagilin

AZILECT®

Tablette

Rasagea®

Tablette

Rasagilin AbZ

Tablette

Rasagilin Heumann

Tablette

Rasagilin Inresa

Tablette

Rasagilin-Hormosan

Tablette

Rasagilin-neuraxpharm

Tablette

Rasagilin-ratiopharm

Tablette

Selegilin

Antiparkin®

Tablette

(Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Welche Nebenwirkungen können bei MAO-B-Hemmern auftreten?

  • Übelkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • trockener Mund
  • Benommenheit
  • Verstopfung
  • hoher Blutdruck
  • Verwirrtheit (bei älteren Betroffenen)
  • Halluzinationen (bei älteren Betroffenen)

(Die Häufigkeit der Nebenwirkungen unterscheidet sich je nach Wirkstoff und Präparat. Diese Auflistung nennt die häufigsten Nebenwirkungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Was sollte ich beachten, wenn ich mit MAO-B-Hemmern behandelt werde?

Falls bei Ihnen während der Behandlung mit MAO-B-Hemmern Nebenwirkungen auftreten, teilen Sie diese umgehend Ihrem behandelnden Arzt mit, so dass er Ihre Parkinson Therapie gegebenenfalls umstellen kann. Außerdem sollten Sie Ihren Arzt über alle rezeptpflichtigen und freiverkäuflichen Medikamente informieren, die Sie einnehmen. Nur so können mögliche Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten entdeckt und vermieden werden.

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Autor

Magdalena Glawe

Magdalena Glawe ist Ärztin. Sie hat an der Charité in Berlin Medizin studiert und unterstützt das Viomedo-Team als Patientenbeauftragte. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit Fotografie und japanischer Kultur.

Quellen

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