Parkinson-Therapie

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2018 VON Magdalena Glawe

Levodopa

Weitere verwendete Begriffe: L-Dopa
Magdalena Glawe
Ärztin und Patientenbeauftragte

Was ist Levodopa?

Der wichtigste Wirkstoff in der Behandlung des Morbus Parkinson ist Levodopa, kurz: L-Dopa. Levodopa ist eine Vorstufe verschiedener Botenstoffe und wird im Gehirn in Dopamin umgewandelt. Dopamin hat vielfältige Funktionen und spielt im Gehirn eine zentrale Rolle für die Koordination normaler Bewegungsabläufe. Bei Betroffenen mit Morbus Parkinson liegt in einem bestimmten Gehirnareal, der sogenannten Substantia nigra (lateinisch: ‘schwarze Substanz’), ein Mangel an Dopamin vor. Dieser soll durch eine Behandlung mit Levodopa bekämpft werden.

Wann wird Levodopa eingesetzt?

Eine Behandlung mit Levodopa wird vor allem bei Betroffenen in einem frühen Stadium der Erkrankung eingesetzt. Der Wirkstoff bekämpft vor allem die Bewegungsunfähigkeit (Akinese) der Betroffenen und vermindert außerdem Muskelsteifigkeit (Rigor) und das typische Zittern (Tremor).

Die Wirksamkeit des Levodopa nimmt bei dauerhafter Anwendung ab und muss dann durch die Kombination mit anderen Parkinson Wirkstoffen verstärkt werden.

Die Entscheidung, wann eine Behandlung mit Levodopa begonnen wird, hängt von individuellen Faktoren ab. Dazu gehören die möglichen Vorteile und Risiken der Behandlung sowie die Verfügbarkeit alternativer Behandlungsmöglichkeiten.

Wie wird eine Parkinson Therapie mit Levodopa durchgeführt?

Levodopa wird im Körper durch das Eiweiß Dopa-Decarboxylase in in den Botenstoff Dopamin umgewandelt. Damit Levodopa in ausreichender Dosierung an seinen Zielort im Gehirn gelangt, wird es in Kombination mit einem sogenannten Decarboxylasehemmer angewendet. Decarboxylasehemmer wie Carbidopa oder Benserazid hemmen die Funktion des Eiweißes Dopa-Decarboxylase und unterdrücken somit die Umwandlung von Levodopa in Dopamin. Im Gegensatz zu Levodopa können diese Wirkstoffe die Blut-Hirn-Schranke jedoch nicht überwinden. So wird sichergestellt, dass die Umwandlung von Levodopa im ganzen Körper, nicht aber im Gehirn unterdrückt wird.

Weitere Wirkstoffe, die häufig in Kombination mit Levodopa angewendet werden, sind sogenannte COMT-Hemmer wie Entacapon, Tolcapon und Opicapon oder Dopaminagonisten wie Pramipexol.
COMT steht kurz für Catechol-O-Methyltransferase. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das Dopamin abbaut. COMT-Hemmer verhindern, dass das aus Levodopa umgewandelte Dopamin zu schnell wieder abgebaut wird. In Kombination mit Levodopa angewendet kann es so die Wirkung des Levodopa verstärken und verlängern.
Dopaminagonisten sind Wirkstoffe, die im Gehirn die Wirkung des körpereigenen Dopamins imitieren. Wenn Levodopa in Kombination Dopaminagonisten angewendet wird, ist die benötigte Dosis für Betroffene oft deutlich geringer als ohne Dopaminagonisten.

Wie wird Levodopa angewendet?

Levodopa ist in verschiedenen Darreichungsformen verfügbar. Neben Tabletten und Hartkapseln gibt es auch Präparate, die als Trinklösung mit schnellerem Wirkungseintritt oder als Gel kontinuierlich über eine Darmsonde angewendet werden, die mit einer Medikamenten-Pumpe verbunden ist. Außerdem gibt es einige Präparate auch als Retardtablette, deren Wirkstoffe langsamer und gleichmäßiger freigesetzt werden. Alle Präparate enthalten eine Kombination aus Levodopa und einem bis zwei weiteren Wirkstoffen. Dazu gehören Decarboxylasehemmer (Carbidopa, Benserazid), Dopaminagonisten (Pramipexol) und COMT-Hemmer (Entacapon). Die COMT-Hemmer Tolcapon und Opicapon sind nicht als Kombinationspräparat verfügbar, werden aber immer zusammen mit Levodopa angewendet.

Die Einnahme sollte am besten zwischen den Mahlzeiten erfolgen.

Welche Wirkstoffe, Präparate und Darreichungsformen gibt es?

Wirkstoff

Präparat

Darreichungsform

Levodopa, Benserazid

Levobens-Teva®

Hartkapsel

Levodopa/Benserazid-CT

Tablette

Levodopa/Benserazid-neuraxpharm®

Tablette

Levodopa/Benserazid-ratiopharm®

Tablette

Madopar®

Hartkapsel

Tablette

Madopar® Depot

Hartkapsel, retardiert

Madopar® LT

lösliche Tablette zur Herstellung einer Trinklösung

Restex®

Tablette

Levodopa, Carbidopa

Duodopa® Gel

Gel zur kontinuierlichen Anwendung mit einer Darmsonde

isicom®

Tablette

isicom® retard

Retardtablette

Levocarb-GRY

Tablette

Levocarb-Teva®

Tablette

Levodopa/Carbidopa AbZ

Retardtablette

Levodopa/Carbidopa-CT

Tablette

Retardtablette

Levodopa/Carbidopa-ratiopharm®

Tablette

Retardtablette

Levodop-neuraxpharm®

Tabletten

Levodop-neuraxpharm® retard

Retardtabletten

NACOM®

Tablette

Retardtablette

Levodopa, Pramipexol

PramiDopa®

Tablette

Levodopa, Carbidopa, Entacapon

Levodopa/Carbidopa/Entacapon AbZ

Tablette

Levodopa/Carbidopa/Entacapon Heumann

Tablette

Levodopa/Carbidopa/Entacapon Hormosan

Tablette

Levodopa/Carbidopa/Entacapon-neuraxpharm®

Tablette

Levodopa/Carbidopa/Entacapon-ratiopharm®

Tablette

Levodopa/Carbidopa/Entacapone Orion®

Tablette

Stalevo®

Tablette

Wirkstoff

Präparat

Darreichungsform

Levodopa, Benserazid

Levobens-Teva®

Hartkapsel

Levodopa / Benserazid-CT

Tablette

Levodopa / Benserazid-neuraxpharm®

Tablette

Levodopa / Benserazid-ratiopharm®

Tablette

Madopar®

Hartkapsel

Tablette

Madopar® Depot

Hartkapsel, retardiert

Madopar® LT

lösliche Tablette zur Herstellung einer Trinklösung

Restex®

Tablette

Levodopa, Carbidopa

Duodopa® Gel

Gel zur kontinuierlichen Anwendung mit einer Darmsonde

isicom®

Tablette

isicom® retard

Retardtablette

Levocarb-GRY

Tablette

Levocarb-Teva®

Tablette

Levodopa / Carbidopa AbZ

Retardtablette

Levodopa / Carbidopa-CT

Tablette

Retardtablette

Levodopa / Carbidopa-ratiopharm®

Tablette

Retardtablette

Levodop-neuraxpharm®

Tabletten

Levodop-neuraxpharm® retard

Retardtabletten

NACOM®

Tablette

Retardtablette

Levodopa, Pramipexol

PramiDopa®

Tablette

Levodopa, Carbidopa, Entacapon

Levodopa / Carbidopa/Entacapon AbZ

Tablette

Levodopa / Carbidopa/Entacapon Heumann

Tablette

Levodopa / Carbidopa/Entacapon Hormosan

Tablette

Levodopa / Carbidopa / Entacapon-neuraxpharm®

Tablette

Levodopa / Carbidopa / Entacapon-ratiopharm®

Tablette

Levodopa / Carbidopa / Entacapone Orion®

Tablette

Stalevo®

Tablette

(Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Welche Levodopa Nebenwirkungen können auftreten?

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Benommenheit
  • Verwirrtheit
  • niedriger Blutdruck
  • schmerzhafte Bewegungsstörungen (Dyskinesien)

Dyskinesien treten meist bei einer Langzeitbehandlung mit Levodopa nach drei bis fünf Jahren auf.

(Die Häufigkeit der Nebenwirkungen unterscheidet sich je nach Wirkstoff und Präparat. Diese Auflistung nennt die häufigsten Nebenwirkungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Was sollte ich beachten, wenn ich mit Levodopa behandelt werde?

Die Aufnahme und Wirkung von Levodopa kann durch einige Lebensmittel und andere Medikamente beeinflusst werden.

  • Eine eiweißreiche Kost vermindert die Aufnahme von Levodopa aus dem Darm und sollte deshalb vermieden werden.

  • Eine gleichzeitige Anwendung von Medikamenten wie Reserpin (Blutdruckmedikament), Nervendämpfungsmitteln (Neuroleptika), stark wirksamen Schmerzmitteln (Opioiden), Magensäure-bindende Medikamente (Antazida), Eisenpräparaten und hoch dosiertem Vitamin B6 vermindert die Wirkung von Levodopa.

(Diese Auflistung der Wechselwirkungen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

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Autor

Magdalena Glawe

Magdalena Glawe ist Ärztin. Sie hat an der Charité in Berlin Medizin studiert und unterstützt das Viomedo-Team als Patientenbeauftragte. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit Fotografie und japanischer Kultur.

Quellen

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