Parkinson-Therapie

Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2017 VON Friederike Dörfler

Dopaminagonisten: Pramipexol, Ropinirol und Co.

Weitere verwendete Begriffe: Dopaminrezeptor-Agonist, Dopaminrezeptoragonist

Was sind Dopaminagonisten?

Die verschiedenen Beschwerden beim Parkinson entstehen durch einen Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn. Um diesen Mangel zu behandeln, werden Dopaminagonisten angewendet. Es handelt sich dabei um Wirkstoffe, die im Gehirn die gleichen Bindungsstellen besetzen wie das körpereigene Dopamin und so dessen Wirkung nachahmen.

Wann werden Dopaminagonisten eingesetzt?

Dopaminagonisten wirken vor allem gegen die Bewegungsunfähigkeit (Akinese) der Betroffenen und vermindern außerdem Muskelsteifigkeit (Rigor) und das typische Zittern (Tremor).

Sie unterscheiden sich in mehreren Aspekten bezüglich ihrer Wirksamkeit vom Wirkstoff Levodopa und eignen sich daher vor allem zur Behandlung jüngerer Betroffener. Diese werden zunächst häufig nur mit Dopaminagonisten behandelt, da sie länger mit dem Parkinson leben als ältere Patienten und entsprechend über einen längeren Zeitraum eine wirksame Behandlung benötigen. Levodopa ist dafür eher nicht geeignet, da es bei einer Anwendung über einen langen Zeitraum seine Wirksamkeit verliert und die Nebenwirkungen zunehmen.

Dopaminagonisten unterscheiden sich in folgenden Punkten von Levodopa:

  • geringere Wirksamkeit gegen die Parkinson Beschwerden
  • längere Wirkdauer nach der Einnahme
  • bei Einnahme über einen langen Zeitraum:
    • keine Abnahme der Wirksamkeit
    • keine Zunahme der Nebenwirkungen

Die Entscheidung, wann eine Behandlung mit Dopaminagonisten begonnen wird, hängt von individuellen Faktoren ab. Dazu gehören die möglichen Vorteile und Risiken der Behandlung sowie die Verfügbarkeit alternativer Behandlungsmöglichkeiten.

Wie wird eine Parkinson Therapie mit Dopaminagonisten durchgeführt?

Besonders bei jüngeren Betroffenen werden Dopaminagonisten oft als einzelner Wirkstoff eingesetzt. Bei Betroffenen in einem weiter fortgeschrittenen Parkinson Stadium werden Dopaminagonisten meist in Kombination mit Levodopa angewendet. Durch die Kombination mit einem Dopaminagonisten benötigen Betroffene Levodopa seltener und in geringerer Dosierung.

Wie werden Dopaminagonisten angewendet?

In den meisten Fällen werden Dopaminagonisten als Tablette eingenommen. Einige Präparate gibt es auch als Retardtablette, deren Wirkstoffe langsamer und gleichmäßiger freigesetzt werden. Der Dopaminagonist Rotigotin kann als Pflaster verabreicht werden kann. Tritt eine sogenannte akinetische Krise auf, bei der Betroffene unter vollständiger Bewegungsunfähigkeit und weiteren starken Beschwerden leiden, wird der Wirkstoff Apomorphin als Spritze verabreicht.

Apomorphin zeichnet sich durch einen schnellen Wirkungseintritt aus.

Welche Wirkstoffe, Präparate und Darreichungsformen gibt es?

Wirkstoff

Präparat

Darreichungsform

Apomorphin

APO-go®

Injektionslösung als Fertigspritze

Injektionslösung/Infusionslösung

Pen

Apomorphin-Archimedes®

Injektionslösung/

Infusionslösung

Apomorphinhydrochlorid PharmSwed

Infusionslösung

Dacepton®

Injektionslösung/

Infusionslösung

Bromocriptin

Bromocriptin AbZ

Tablette

Bromocriptin-CT

Tablette

Bromocriptin-ratiopharm®

Tablette

Pravidel®

Tablette

Hartkapsel

Cabergolin

Cabaseril®

Tablette

Cabergolin-CT

Tablette

Cabergolin-ratiopharm®

Tablette

Cabergolin-Teva

Tablette

Dostinex®

Tablette

Piribedil

Clarium®

Retardtablette

Pramipexol

Oprymea®

Retardtablette

Pramipexgamma®

Tablette

Pramipexol AbZ

Tablette

Pramipexol-CT

Tablette

Pramipexol Hennig

Tablette

Pramipexol Heumann

Tablette

Pramipexol HEXAL®

Retardtablette

Pramipexol-Hormosan

Tablette

Pramipexol-neuraxpharm

Retardtablette

Pramipexol-ratiopharm®

Tablette

Retardtablette

Pramipexol TAD®

Tablette

Pramip®

Tablette

Sifrol®

Tablette

Retardtablette

Pramipexol, Levodopa, Carbidopa

PramiDopa®

Tabletten (1 Tablette mit Pramipexol, 1 Tablette mit Levodopa/Carbidopa

Ropinirol

Adartrel®

Tablette

REQUIP-MODUTAB®

Retardtablette

REQUIP®

Tablette

Ropinirol AbZ

Tablette

Retardtablette

Ropinirol Heumann

Tablette

Ropinirol Heumann retard

Retardtablette

Ropinirol-CT

Retardtablette

Ropinirol-Hormosan

Retardtablette

Ropinirol-neuraxpharm®

Tablette

Retardtablette

Ropinirol-ratiopharm®

Tablette

Retardtablette

Rotigotin

Leganto®

Pflaster

Neupro®

Pflaster

Wirkstoff

Präparat

Darreichungsform

Apomorphin

APO-go®

Injektionslösung als Fertigspritze

Injektionslösung/Infusionslösung

Pen

Apomorphin-Archimedes®

Injektionslösung/

Infusionslösung

Apomorphinhydrochlorid PharmSwed

Infusionslösung

Dacepton®

Injektionslösung/

Infusionslösung

Bromocriptin

Bromocriptin AbZ

Tablette

Bromocriptin-CT

Tablette

Bromocriptin-ratiopharm®

Tablette

Pravidel®

Tablette

Hartkapsel

Cabergolin

Cabaseril®

Tablette

Cabergolin-CT

Tablette

Cabergolin-ratiopharm®

Tablette

Cabergolin-Teva

Tablette

Dostinex®

Tablette

Piribedil

Clarium®

Retardtablette

Pramipexol

Oprymea®

Retardtablette

Pramipexgamma®

Tablette

Pramipexol AbZ

Tablette

Pramipexol-CT

Tablette

Pramipexol Hennig

Tablette

Pramipexol Heumann

Tablette

Pramipexol HEXAL®

Retardtablette

Pramipexol-Hormosan

Tablette

Pramipexol-neuraxpharm

Retardtablette

Pramipexol-ratiopharm®

Tablette

Retardtablette

Pramipexol TAD®

Tablette

Pramip®

Tablette

Sifrol®

Tablette

Retardtablette

Pramipexol, Levodopa, Carbidopa

PramiDopa®

Tabletten (1 Tablette mit Pramipexol, 1 Tablette mit Levodopa/Carbidopa

Ropinirol

Adartrel®

Tablette

REQUIP-MODUTAB®

Retardtablette

REQUIP®

Tablette

Ropinirol AbZ

Tablette

Retardtablette

Ropinirol Heumann

Tablette

Ropinirol Heumann retard

Retardtablette

Ropinirol-CT

Retardtablette

Ropinirol-Hormosan

Retardtablette

Ropinirol-neuraxpharm®

Tablette

Retardtablette

Ropinirol-ratiopharm®

Tablette

Retardtablette

Rotigotin

Leganto®

Pflaster

Neupro®

Pflaster

(Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Welche Nebenwirkungen können bei Dopaminagonisten auftreten?

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Halluzinationen
  • Verhaltensauffälligkeiten, zum Beispiel:
    • gesteigertes sexuelles Verlangen
    • Spielsucht
    • Kaufsucht
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Benommenheit
  • Kopfschmerzen
  • niedriger Blutdruck
  • schmerzhafte Bewegungsstörungen (Dyskinesien)
  • Wassereinlagerungen im Bereich der Fußgelenke (Knöchelödeme)

(Die Häufigkeit der Nebenwirkungen unterscheidet sich je nach Wirkstoff und Präparat. Diese Auflistung nennt die häufigsten Nebenwirkungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Was sollte ich beachten, wenn ich mit Dopaminagonisten behandelt werde?

Während der Behandlung mit einem Dopaminagonisten kann es passieren, dass sich Ihr Verhalten stark verändert oder Ihre Mitmenschen Ihnen mitteilen, dass Sie sich “fremd” oder “untypisch” verhalten. Dies kann sich zum Beispiel in einem gesteigerten Sexualverhalten äußern oder durch das nicht kontrollierbare Bedürfnis, Waren zu kaufen oder an Glücksspielen teilzunehmen. Wenn Sie eine dieser Verhaltensweisen bei sich bemerken, sollten Sie dies unbedingt Ihrem behandelnden Arzt mitteilen. Nur so kann dieser auf Ihre Beschwerden eingehen und Ihnen die entsprechende Unterstützung anbieten.

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Autor

Friederike Dörfler

Friederike Dörfler hat an der Charité Berlin Medizin studiert und arbeitet momentan an ihrer Promotion. Außerdem unterstützt sie das medizinische Team von Viomedo als studentische Mitarbeiterin. Sie mag Reisen in andere Länder und kocht gerne.

Quellen

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