Parkinson-Therapie

Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2017 VON Friederike Dörfler

Anticholinergika: Biperiden

Weitere verwendete Begriffe: Anticholinergikum (Einzahl), Parasympatholytika, Vagolytika, anticholinerge Wirkung

Was sind Anticholinergika?

Anticholinergika waren die ersten Wirkstoffe, die jemals zur Parkinson Therapie eingesetzt wurden. Dennoch gehören sie heute zu den weniger bekannten Wirkstoffen der Parkinson Therapie.
Sie beeinflussen die Wirkung eines bestimmten Botenstoffs, der eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Informationen und Signalen im Gehirn und in den Nerven spielt. Dieser Botenstoff, in der medizinischen Fachsprache auch Neurotransmitter genannt, heißt Acetylcholin. Er überträgt Signale zwischen Nervenzellen und zwischen Nerven- und Muskelzellen und ist somit wichtig für den normalen Ablauf von Bewegungen.

Da dieser beim Parkinson beeinträchtigt ist, werden Anticholinergika eingesetzt. Diese hemmen die Wirkung von Acetylcholin, sodass die Signalübertragung durch diesen Botenstoff unterdrückt wird.

Wann werden Anticholinergika eingesetzt?

Anticholinergika kommen heute nur noch selten zum Einsatz. Sie können das typische Zittern (Tremor), das bei Parkinson oft auftritt, vermindern und auch Muskelsteifigkeit (Rigor) und schmerzhafte Bewegungsstörungen (Dyskinesien) reduzieren, die im Verlauf einer Parkinsonerkrankung auftreten können.

Sie werden eher bei jüngeren Betroffenen eingesetzt, da Betroffene über 70 Jahre häufiger unter Nebenwirkungen leiden.

Die Entscheidung, wann eine Behandlung mit Dopaminagonisten begonnen wird, hängt von individuellen Faktoren ab. Dazu gehören die möglichen Vorteile und Risiken der Behandlung sowie die Verfügbarkeit alternativer Behandlungsmöglichkeiten.

Wie wird eine Parkinson Therapie mit Anticholinergika durchgeführt?

Besonders bei Betroffenen, bei denen das typische Zittern (Tremor) oder schmerzhafte Bewegungsstörungen (Dyskinesien) im Vordergrund stehen, können Anticholinergika wie der Wirkstoff Biperiden eine Behandlungsmöglichkeit darstellen. Anticholinergika können einzeln oder in Kombination mit Levodopa oder Amantadin verabreicht werden.

Wie werden Anticholinergika angewendet?

Anticholinergika werden in der Regel als Tabletten eingenommen. Des Weiteren gibt es Retardtabletten, deren Wirkstoff langsamer und gleichmäßiger freigesetzt wird.

Welche Wirkstoffe, Präparate und Darreichungsformen gibt es?

Wirkstoff

Präparat

Darreichungsform

Biperiden

Akineton®

Tabletten

Retardtabletten

Wirkstoff

Präparat

Darreichungsform

Biperiden

Akineton®

Tabletten

Retardtabletten

(Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Welche Nebenwirkungen können bei Anticholinergika auftreten?

  • Mundtrockenheit
  • Benommenheit
  • Verwirrtheit
  • Halluzinationen
  • Sehstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • verminderte Reaktionsfähigkeit
  • Herzrasen
  • Hautrötung
  • Abnahme der Schweißsekretion
  • Urinverhalt
  • Verstopfung
  • Wassereinlagerungen im Bereich der Knöchel (Knöchelödeme)

(Die Häufigkeit der Nebenwirkungen unterscheidet sich je nach Wirkstoff und Präparat. Diese Auflistung nennt die häufigsten Nebenwirkungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Was sollte ich beachten, wenn ich mit Anticholinergika behandelt werde?

Falls bei Ihnen während der Behandlung mit Anticholinergika Nebenwirkungen auftreten, teilen Sie diese umgehend Ihrem behandelnden Arzt mit, so dass er Ihre Parkinson Therapie gegebenenfalls umstellen kann. Außerdem sollten Sie Ihren Arzt über alle rezeptpflichtigen und freiverkäuflichen Medikamente informieren, die Sie einnehmen. Nur so können mögliche Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten entdeckt und vermieden werden.

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Autor

Friederike Dörfler

Friederike Dörfler hat an der Charité Berlin Medizin studiert und arbeitet momentan an ihrer Promotion. Außerdem unterstützt sie das medizinische Team von Viomedo als studentische Mitarbeiterin. Sie mag Reisen in andere Länder und kocht gerne.

Quellen

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