Aktuelle Studien für Patienten mit Schuppenflechte

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Aktuelle Schuppenflechte-Studien: 7
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Klinische Studien für Betroffene

Die Schuppenflechte ist eine nicht-ansteckende, meist chronisch verlaufende Hauterkrankung, die in der medizinischen Fachsprache auch als Psoriasis oder Psoriasis vulgaris bezeichnet wird. Betroffene leiden an Hautveränderungen, die in Form von roten, schuppenden Herden an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten können und oft mit Juckreiz einhergehen. Dabei sind Kopfhaut, Körperfalten, Ellbogen und Knie besonders häufig betroffen. In Deutschland erkranken jährlich circa 2 Millionen Menschen an der Schuppenflechte.

Die Schuppenflechte ist zu einem großen Anteil erblich bedingt und nach aktuellem Forschungsstand nicht heilbar. Viele Betroffene leiden aufgrund der äußerlich sichtbaren Hautveränderungen unter einem starken Schamgefühl, das durch eine Stigmatisierung und Ausgrenzung im sozialen und beruflichen Umfeld oft weiter verstärkt wird. Depressionen und andere psychische Erkrankungen treten sehr häufig als Begleiterkrankung auf.

Aktuell verfügbare Medikamente zur Behandlung der Schuppenflechte werden von Betroffenen oftmals nicht dauerhaft wie empfohlen angewendet, weil Betroffene die Verträglichkeit und Wirksamkeit als zu schlecht oder den Aufwand bei der Anwendung als zu groß empfinden. Auch Ängste vor Nebenwirkungen können eine erfolgreiche Behandlung erschweren. Neue Behandlungsansätze, die die Schuppenflechte bei einfacher Anwendung und guter Verträglichkeit zuverlässig bekämpfen würden, könnten die Situation der Betroffenen deutlich verbessern.

Klinische Studien haben den Zweck, diese Behandlungsansätze genau zu erforschen. Betroffene mit Schuppenflechte erhalten durch eine Studienteilnahme frühzeitig die Chance, Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten zu erhalten.

Fortschritte der letzten Jahre

Die Behandlung der Schuppenflechte bestand lange Zeit abhängig vom Schweregrad aus äußerlich und innerlich angewendeten Wirkstoffen und nicht medikamentösen Verfahren wie zum Beispiel der Phototherapie. Durch die Behandlung soll die Bildung von verhornten Hautzellen und die Entzündungsreaktion reduziert werden. Betroffene mit schwerer Schuppenflechte konnten damit jedoch lange Zeit nicht zufriedenstellend behandelt werden.

Zu den wichtigsten Errungenschaften der Psoriasis-Forschung zählen daher die sogenannten Biologika. Diese Medikamente wirken direkt hemmend auf die Signalübertragungswege in den Hautzellen, die für eine übermäßige Bildung von verhornten Hautzellen und die Immunreaktion gegen Zellen verantwortlich sind. Die ersten Biologika, die zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen wurden, sind Adalimumab und Infliximab. In den letzten Jahren sind aus der Forschung zahlreiche neue Biologika hervorgegangen, die in aktuellen Studien untersucht werden und in Deutschland überwiegend noch nicht zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen sind. Zuletzt wurde 2015 das Biologikum Secukinumab zugelassen. Es hatte in Studien eine besonders schnelle entzündungshemmende Wirkung gezeigt und wird in aktuellen Studien weiter erforscht.

Aktuelle Trends in Studien

Im Rahmen klinischer Studien werden neue effektive Möglichkeiten der Behandlung bei Schuppenflechte erforscht. In einer aktuellen Studie wird untersucht, ob die Behandlung mit dem lokal angewendeten neuen Medikament PF-06763809 sicher und verträglich ist.

Außerdem werden in zahlreichen Studien verschiedene neue Wirkstoffe wie Ixekizumab und Bimekizumab untersucht, die zur Gruppe der sogenannten monoklonalen Antikörper gehören und gezielt entzündungsfördernde Signalwege und Botenstoffe (Interleukine) hemmen sollen. Es ist bekannt, dass ein überaktives Immunsystem bei der Entstehung der Schuppenflechte eine wichtige Rolle spielt.

Monoklonale Antikörper blockieren diesen über das Immunsystem aktivierten Entzündungs-Signalwege und können so zu einer Besserung der Hautveränderungen führen. Erste monoklonale Antikörper sind bereits für die Behandlung der Schuppenflechte zugelassen. Jedoch hemmen diese Medikamente das Immunsystem nicht nur im Bereich der Haut, sondern im gesamten Körper. Das führt dazu, dass Betroffene anfälliger für Infektionskrankheiten sind. Die Entwicklung neuer Medikamente, die spezifischer auf die Immunreaktion in der oberen Hautschicht (Epidermis) wirken, könnte das Risiko für bedrohliche Infektionskrankheiten als Nebenwirkung reduzieren.

Mehr über klinische Studien

Weitere Informationen

Die Schuppenflechte ist eine chronische, nicht-ansteckende Hauterkrankung. Sie wird auch als Psoriasis, Psoriasis vulgaris oder Plaque-Psoriasis bezeichnet. In Deutschland erkranken pro Jahr circa 2 Millionen Menschen an der Schuppenflechte.

Die Erkrankung ist zu einem großen Anteil erblich bedingt und tritt in einigen Familien daher gehäuft auf. Jedoch kommt sie auch bei genetischer Veranlagung meist erst dann zum Ausbruch, wenn auslösende Faktoren (Triggerfaktoren) wie zum Beispiel Reibung, Hitze, die Einnahme bestimmter Medikamente oder psychischer Stress hinzukommen. Dabei kommt es aufgrund einer Fehlregulation von Immunzellen in der oberen Hautschicht (Epidermis) zu einer übermäßigen Bildung von verhornten Hautzellen (Keratinozyten), die in der Folge im Rahmen einer Entzündungsreaktion abgestoßen werden. Einige Fachleute zählen die Schuppenflechte daher zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen Teile des eigenen Körpers richtet.

Die beschriebene Autoimmunreaktion ist für das typische Erscheinungsbild der Hautveränderungen bei Betroffenen mit Schuppenflechte verantwortlich. Diese Hautveränderungen treten in Form sogenannter Psoriasis-Plaques in Erscheinung. Bei diesen Plaques handelt es sich um scharf begrenzte Rötungen und Verdickungen der oberen Hautschicht, die von größeren silbrig-weißen Hautschuppen bedeckt sind. Die Rötung und Schuppung sind dabei auf die Entzündungs- und Abstoßungsreaktion des Immunsystems gegen die verdickte Hornschicht der Haut zurückzuführen. Bei zwei von drei Betroffenen gehen die Hautveränderungen mit Juckreiz einher.

Die Hautveränderungen treten in verschiedenen Größen, Formen und Verteilungsmustern auf. Neben tropfenförmigen Plaques (Psoriasis guttata) können auch münzgroße Plaques (Psoriasis nummularis) und großflächige, an Landkarten erinnernde Plaques (Psoriasis geographica) auftreten. Zu Beginn der Erkrankung finden sich meist kleinere Hautveränderungen, die im weiteren Verlauf größer werden und schließlich in Form großflächiger Plaques ineinander übergehen können. Am häufigsten sind die behaarte Kopfhaut und die Streckseiten von Ellbogen- und Kniegelenk betroffen.

Eine Sonderform der Schuppenflechte ist die sogenannte Psoriasis-Arthritis, bei der verschiedene Gelenke durch eine Entzündungsreaktion angegriffen und zerstört werden. Häufig sind die Mittel- und Endgelenke der Finger oder Kniegelenke betroffen. Die Psoriasis-Arthritis tritt meist bei Betroffenen auf, die bereits mehrere Jahre an den Hautveränderungen der Schuppenflechte leiden. Eine weitere, jedoch seltene Sonderform ist die Psoriasis pustulosa, deren Hautveränderungen am gesamten Körper auftreten können und weiße Pusteln aufweisen.

Die Therapie der Schuppenflechte verfolgt drei Ziele: Zum einen soll die verdickte Hornschicht der Haut aufgeweicht und abgelöst werden (Keratolyse). Zum anderen soll die übermäßige Bildung von verhornten Hautzellen und die Entzündungsreaktion reduziert werden. Die äußerliche Anwendung von Wirkstoffen wie Harnstoff und Salicylsäure führt zur Keratolyse und bildet die Basistherapie für alle Betroffenen. Der Einsatz weiterer Medikamente richtet sich bei der Schuppenflechte nach dem Schweregrad der Hautveränderungen.

Bei leichten Verlaufsformen ist in vielen Fällen eine rein äußerliche (topische) Behandlung ausreichend. Neben den genannten Wirkstoffen zur Keratolyse kommen entzündungshemmende Wirkstoffe wie Betamethason oder Calcipotriol zum Einsatz. Teerähnliche Wirkstoffe wie Dithranol können die übermäßige Bildung von verhornten Hautzellen reduzieren.

Bei mittelschwerer bis schwerer Ausprägung der Schuppenflechte kann eine sogenannte Phototherapie (griechisch phōs = Licht) durchgeführt werden, um zu Behandlungsbeginn eine schnelle Wirkung zu erzielen. Die Haut der Betroffenen wird dabei mit Licht im Wellenlängenbereich von UV-A- oder UV-B-Strahlung bestrahlt. Die Phototherapie wird auch als Photochemotherapie bezeichnet, wenn sie in Kombination mit Medikamenten angewendet wird. Sie hat eine entzündungshemmende Wirkung und reduziert die übermäßige Neubildung von verhornten Hautzellen, wobei der zugrundeliegende Wirkmechanismus bisher nicht vollständig geklärt ist. Die Phototherapie eignet sich vor allem dann zur Behandlung, wenn die besonders großflächige Hautveränderungen auftreten. Laut aktueller Leitlinie gilt die Behandlung mit UV-B-Licht bei der Phototherapie als Mittel der ersten Wahl.

Häufig wird auch eine sogenannte PUVA-Therapie durchgeführt. PUVA steht dabei für “Psoralen plus UV-A”. Es handelt sich dabei um eine Behandlung, bei der Betroffene äußerlich oder innerlich mit Wirkstoffen wie Psoralen vorbehandelt werden, die die Haut lichtempfindlicher machen und die Wirkung der anschließenden Bestrahlung mit UV-A-Licht verstärken. Kann ein Betroffener mit einer äußerlichen Behandlung oder Phototherapie nicht ausreichend behandelt werden oder sind die Gelenke von der Psoriasis betroffen (Psoriasis-Arthritis), kommen stärker wirksame Medikamente zum Einsatz. Zu diesen zählen Vitamin A-ähnliche Substanzen (Retinoide), Fumarsäure und Wirkstoffe, die das Immunsystem hemmen (Immunsuppressiva) wie Methotrexat und Ciclosporin A.

Tritt auch bei diesen Wirkstoffen keine ausreichende Wirksamkeit ein, können Betroffene mit sogenannten Biologika (Einzahl: Biologikum) als Reservemittel behandelt werden. Diese greifen hemmend in die Signalwege von Immun- und Entzündungsreaktion ein. In Deutschland sind die Biologika Infliximab und Adalimumab zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen.

Verfasst von Viomedo Redaktion