Aktuelle Studien für Patienten mit Multipler Sklerose

Erhalten Sie Zugang zu den Behandlungen der Zukunft für Patienten mit Multipler Sklerose und leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum medizinischen Fortschritt

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Aktuelle Multiple Sklerose-Studien: 20
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Studien für Betroffene

Die Diagnose Multiple Sklerose stellt einen drastischen Einschnitt in das Leben vieler Betroffener dar. Es handelt sich dabei um eine chronisch entzündliche Erkrankung, die die Nerven in Gehirn und Rückenmark betrifft. In Deutschland erkranken pro Jahr ungefähr 4.800 bis 6.400 Menschen.

Betroffene mit Multipler Sklerose leiden zu Beginn der Erkrankung häufig an Sehstörungen, Taubheitsgefühlen oder dauerhafter Erschöpfung (Fatigue). Im späteren Verlauf können stärkere Beschwerden wie Lähmungserscheinungen hinzukommen und zu einer dauerhaften körperlichen Behinderung der Betroffenen führen. Der Verlauf, die Art und die Ausprägung der Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Bisher gibt es keine Möglichkeit, die Multiple Sklerose zu heilen. Aktuell verfügbare Medikamente greifen auf unterschiedliche Weise in das Immunsystem ein, um die Entzündungsreaktionen die die Nerven schädigen zu bekämpfen. Diese Medikamente führen bei vielen Betroffenen zu belastenden Nebenwirkungener oder können teilweise das Risiko für Infektionskrankheiten erhöhen. Betroffene mit Multipler Sklerose benötigen daher neue Behandlungsansätze, mit denen die Erkrankung nebenwirkungsarm behandelt und das Fortschreiten der Nervenschädigung zuverlässig verhindert werden kann.

Klinische Studien erforschen solche neuen Behandlungsansätze für Multiple Sklerose. Nur wenn Betroffene mit Multipler Sklerose an Studien teilnehmen, können neue Therapien gefunden und zugelassen werden. Als Studienteilnehmer erhalten Sie Zugang zu innovativen Behandlungsmöglichkeiten und unterstützen die Weiterentwicklung neuer Medikamente für alle Betroffenen.

Fortschritte der letzten Jahre

Klinische Studien der letzten Jahre haben die Entwicklung neuer Behandlungen für Betroffene mit Multiple Sklerose ermöglicht. So konnten bisher neue Medikamente für die Behandlung der Multiple Sklerose zugelassen werden, die als Tablette eingenommen werden können. Bisher konnten Betroffene bei einem akuten Schub oder als Dauerbehandlung nur mit Medikamenten behandelt werden, die als Infusion verabreicht oder unter die Haut oder den Muskel gespritzt wurden. Neue Wirkstoffe in Tablettenform wie Cladribin und Dimethylfumarat können die Behandlung der Multiplen Sklerose vereinfachen und im Vergleich zu einer Infusion sicherer machen.

Während die Multiple Sklerose überwiegend Erwachsene betrifft, sind drei bis sechs Prozent der Betroffenen Kinder und Jugendliche. Viele Medikamente sind für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen jedoch nicht zugelassen, wodurch für junge Betroffene begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Vorläufige Daten einer klinischen Studien konnten Ende 2017 zeigen, dass das Medikament Fingolimod im Vergleich zur Standardbehandlung mit Interferonen die Häufigkeit von Schüben um 82 Prozent senken konnte.

Aufgrund dieser Studiendaten wurde Fingolimod als Therapiedurchbruch eingestuft und konnte in den USA durch ein beschleunigtes Verfahren bereits im Frühjahr 2018 zur Behandlung von Kindern ab zehn Jahren zugelassen werden.

Aktuelle Trends in Studien

Im Rahmen klinischer Studien werden laufend neue Behandlungsansätze für Betroffene mit Multipler Sklerose erforscht. Einen neuen Behandlungsansatz stellt die die transkranielle Gleichstromstimulation dar. Dabei wird mit Elektroden am Kopf ein schwaches Stromfeld erzeugt, dass die Aktivität der Nerven in bestimmten Gehirnarealen steigert. Man möchte nun herausfinden, ob die transkranielle Gleichstromstimulation Beschwerden wie eine dauerhafte Erschöpfung (Fatigue) und Störungen der Bewegungskoordination lindern kann.

Darüber hinaus werden klinische Studien zur Verbesserung der medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten durchgeführt. Zwei Studien untersuchen die Lebensqualität und Zufriedenheit von Patienten, die das neue Medikament Cladribin einnehmen. Weitere Studien untersuchen das Medikament Alemtuzumab. Eine Behandlung mit Alemtuzumab ist mit dem Risiko für das Auftreten von Autoimmunerkrankungen verbunden, die auch Jahre nach der Behandlung auftreten können.

Deshalb möchte man nun herausfinden, auf welche Weise Alemtuzumab das angeboren Immunsystem beeinflusst. Die Studienergebnisse könnten dazu beitragen, die Kontrolluntersuchungen zu optimieren und das Behandlungsrisiko für Betroffene zu senken.

Mehr über klinische Studien

Weitere Informationen

Die Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, zu dem das Gehirn und das Rückenmark gehören. Die Erkrankung gehört zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Abwehrsystem gegen den eigenen Körper richtet.

In Deutschland erkranken pro Jahr ungefähr 4.800 bis 6.400 Menschen, wobei Frauen häufiger betroffen sind. In Deutschland leben älteren Schätzungen zufolge mindestens 120.000 Betroffene. Erste Symptome treten meistens zwischen dem 25. - 40. Lebensjahr auf. Selten erkranken bereits Kinder und Jugendliche und in sehr seltenen Fällen wird die Erkrankung bei Menschen über 60 Jahre zum ersten Mal festgestellt.

Die Ursachen der Multiplen Sklerose sind bisher noch nicht genau verstanden. Jedoch gibt es verschiedene angeborene Faktoren und Umweltfaktoren, die im Verdacht stehen, die Multiple Sklerose auslösen zu können. Zu den diskutierten Faktoren zählen u.a. Rauchen, Vitamin-D-Mangel, Übergewicht und bestimmte Infektionskrankheiten.

Bei der Multiplen Sklerose kommt es zu einer fehlerhaften Abwehrreaktion, die die Nerven in Gehirn und Rückenmark schädigt. Dabei greift das Abwehrsystem die Hülle der Nervenfasern (Myelinscheiden) an. Bei der Myelinscheide handelt es um eine fetthaltige Schicht, die die Nerven umschließt und die Weiterleitung von Nervensignalen ermöglicht. Nach der Entzündung “repariert” der Körper die angegriffenen Myelinscheiden, jedoch wird das Myelin dabei zunehmend durch Bindegewebe ersetzt. Die Nervensignale können dann nur verzögert oder gar nicht mehr weitergeleitet werden. Diese Störung der Signalübertragung im Nervensystem führt zu den vielfältigen Beschwerden bei Betroffenen mit Multipler Sklerose.

Das gleichzeitige Auftreten von Entzündungsherden und Symptomen wird als Schub bezeichnet. Die Symptome eines Schubs können über Tage bis Wochen anhalten und sich langsam zurückbilden. Die Multiple Sklerose kann dabei in verschiedenen Verlaufsformen auftreten, wobei die sogenannte schubförmig remittierende Multiple Sklerose (RRMS) mit Abstand am häufigsten ist. Bei dieser Verlaufsform treten Störungen der Nerven während der Schübe auf, wobei sich die Beschwerden zwischen zwei Schüben vollständig oder teilweise zurückbilden können.

Die Beschwerden der Multiplen Sklerose können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Sie reichen von Kribbel -oder Taubheitsgefühlen an Armen und Beinen über Kopfschmerzen bis hin zu Sehstörungen und dauerhafter Erschöpfung (Fatigue). Im Verlauf der Erkrankung können Müdigkeit, Lähmungserscheinungen oder auch Blasen- oder Darmentleerungsstörungen hinzukommen.

Die Therapie bei Multiple Sklerose besteht aus einer intensiven medikamentösen Therapie während eines akuten Schubs, einer langfristigen Basistherapie (verlaufsmodifizierende Therapie) und einer Therapie zur direkten Behandlung der Beschwerden (symptomatische Therapie). Zur Therapie des akuten Schubs werden starke Glukokortikoide eingesetzt, die als Infusion verabreicht werden müssen. Um die Häufigkeit und Schwere von Schüben zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu beeinflussen, werden sogenannte immunmodulatorische Medikamente eingesetzt. Zu diesen Medikamenten zählen zum Beispiel Interferone, Glatirameracetat, Dimethylfumarat oder Antikörperpräparate. Die weitere Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden des Betroffenen und kann neben einer Physiotherapie auch eine logopädische Behandlung oder eine Psychotherapie umfassen. Die Auswahl der Medikamente und Behandlungen richtet sich dabei auch immer nach der Verlaufsform der Multiplen Sklerose.

Eine Prognose für Betroffene mit Multipler Sklerose kann meistens nicht sicher gestellt werden, da die Erkrankung individuell sehr unterschiedlich verläuft. Eine Heilung der Erkrankung ist aber heutzutage noch nicht möglich.

Verfasst von Viomedo RedaktionQualität geprüft durch Expertenbeirat