Aktuelle Studien für Patienten mit Morbus Crohn

Erhalten Sie Zugang zu den Behandlungen der Zukunft für Patienten mit Morbus Crohn und leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum medizinischen Fortschritt

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Aktuelle Morbus Crohn-Studien: 21
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Klinische Studien für Betroffene

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Meist tritt die Erkrankung im Kindesalter oder im jungen Erwachsenenalter zum ersten Mal auf. Betroffene leiden an Beschwerden wie Durchfällen, Gewichtsabnahme und Bauchschmerzen. Aber auch Gelenke, Haut und Augen können beim Morbus Crohn entzündlich verändert sein. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben, jedoch können die Beschwerden bei einem “chronisch aktiven Verlauf” auch länger als sechs Monate anhalten.

Derzeit gibt es keine Möglichkeit, den Morbus Crohn zu heilen. Die aktuell eingesetzten Medikamente umfassen Kortison-Abkömmlinge (Glukokortikoide) und andere Wirkstoffe mit einer entzündungshemmenden Wirkung. Betroffene müssen mit diesen Medikamenten oft über einen längeren Zeitraum und in relativ hohen Dosierungen behandelt werden, was zu belastenden Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, einer erhöhten Infektanfälligkeit oder zum sogenannten Cushing-Syndrom führen kann. 7 von 10 Betroffenen, bei denen der Entzündungsprozess zu Komplikationen wie Eiteransammlungen oder Darmverschlüssen führt, müssen außerdem innerhalb von 15 Jahren operiert werden. Betroffene mit Morbus Crohn benötigen daher neue Behandlungen, mit denen die Krankheitsschübe auch langfristig nebenwirkungsarm und zufriedenstellend behandelt werden können.

Klinische Studien erforschen solche neuen Behandlungsansätze für Morbus Crohn. Nur wenn Betroffene mit Morbus Crohn an Studien teilnehmen, können neue Therapien gefunden und zugelassen werden. Durch eine Studienteilnahme erhalten Sie Zugang zu innovativen Behandlungsmöglichkeiten und tragen entscheidend dazu bei, dass die Behandlung für alle Betroffenen verbessert wird.

Fortschritte der letzten Jahre

In den letzten Jahren wurden Medikamente für Betroffene mit Morbus Crohn entwickelt, die gezielt in die Entzündungsprozesse in der Magen- und Darmschleimhaut eingreifen. Diese Medikamente enthalten Antikörper und werden als Biologika bezeichnet. Bestimmte Botenstoffe wie TNF alpha, Interleukin-12 und Interleukin-13 sind maßgeblich an den Entzündungsprozessen beim Morbus Crohn beteiligt. Die in den Biologika enthaltenen Antikörper richten sich gegen diese Entzündungs-Botenstoffe, unterdrücken die Entzündungsreaktion in der Magen- und Darmschleimhaut und können so bei vielen Betroffenen zu einer deutlichen Beschwerdelinderung beitragen.

Zu den ältesten Biologika gehört Infliximab, das bereits 1999 zur Behandlung des Morbus Crohn zugelassen wurde. Neuere Biologika sind die Antikörper Adalimumab, Vedolizumab und Ustekinumab, die 2007, 2014 und 2016 ihre Zulassung für die Therapie von Betroffenen mit Morbus Crohn erhalten haben.

Aktuelle Trends in Studien

Im Rahmen klinischer Studien werden neue effektive Möglichkeiten der Behandlung für Betroffene mit Morbus Crohn erforscht.

Aktuelle Studien untersuchen zum Beispiel die Wirksamkeit von Antikörpern wie Vedolizumab oder Ustekinumab, die gezielt in die gesteigerte Entzündungsaktivität der Magen- und Darmschleimhaut eingreifen. Andere Studien wiederum untersuchen, mit welchen diagnostischen Mitteln die Krankheitsaktivität während eines Schubs am zuverlässigsten festgestellt werden kann. Die Studienergebnisse könnten dazu beitragen, dass ein behandelnder Arzt schneller und genauer individuell einschätzen kann, auf welche Behandlung ein Betroffener während eines Schubs am besten anspricht.

Weitere Studien erforschen außerdem, mit welcher Behandlung Mangelerscheinungen wie z.B. ein Vitamin D-Mangel zuverlässig bekämpft werden kann.

Mehr über klinische Studien

Weitere Informationen

Der Morbus Crohn zählt zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und wird auch als Enterocolitis regionalis bezeichnet. Die Erkrankung tritt meist bei Kindern und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren zum ersten Mal auf. Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männer sind ungefähr gleich häufig betroffen. In Deutschland erkranken jedes Jahr über 5.500 Menschen neu an Morbus Crohn.

Beim Morbus Crohn kommt es aus bisher ungeklärter Ursache zu einer Aktivierung von Entzündungszellen im Magen-Darm-Trakt, die in der Schleimhaut eine Entzündungsreaktion auslösen. Die Entzündung kann dabei an verschiedenen Stellen im gesamten Magen-Darm-Trakt auftreten, was sich auch im lateinischen Namen der Krankheit widerspiegelt: Enterocolitis regionalis bedeutet übersetzt regionale Magen-Darm-Entzündung. Am häufigsten ist der letzte Teil des Dünndarms von der Entzündung betroffen. In diesem Fall wird der Morbus Crohn auch als Ileitis terminalis (lat. Entzündung am Ende des Dünndarms) bezeichnet.

Typisch für den Morbus Crohn ist ein schubförmiger Verlauf. Schubförmig bedeutet, dass Betroffene unter Phasen mit einer starken Entzündungsaktivität leiden, die sich mit Phasen einer geringen oder gar keiner Entzündungsaktivität abwechseln. Die Beschwerden entstehen einerseits als direkte Folge der Entzündungsreaktion und andererseits indirekt durch die Folgen des dauerhaft beeinträchtigten Verdauungsprozesses.

Das häufigste Symptom beim Morbus Crohn, das direkt durch die Entzündung verursacht wird, sind Bauchschmerzen. Die Schmerzen treten vor allem im rechten Unterbauch auf, da sich dort das besonders häufig betroffene Ende des Dünndarms befindet. Darüber hinaus führt die Entzündung bei Betroffenen oft zu chronischem Durchfall und verursacht einen schmerzhaften Stuhldrang. Infolge der wiederkehrenden Entzündungen können auch Verwachsungen des Dünndarms auftreten. Diese Verwachsungen können dann als deutliche Schwellung im Unterbauch sichtbar werden. Werden diese Verwachsungen nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu Verengungen des Darms (Stenosen) oder zu einem Darmverschluss (Ileus) kommen.

Des Weiteren kommt es beim Morbus Crohn häufig zur Bildung von Fisteln und Abszessen. Unter einer Fistel versteht man eine krankheitsbedingte Verbindung zwischen zwei Hohlorganen (z.B. Magen, Darm, Harnblase) oder einem Hohlorgan und der Körperoberfläche. Bei Betroffenen können durch die Fistelbildung direkte Verbindungen zwischen zwei Darmanteilen, dem Darm und der Harnblase oder dem Darm und der Hautoberfläche entstehen. Bei einem Abszess handelt es sich um eine Eiteransammlung, die aufgrund einer starken Entzündung entsteht ist eine starke Entzündung, bei der es zur Ansammlung von Eiter kommt.

Zu den sogenannten extraintestinalen Manifestationen des Morbus Crohn, die in anderen Körperbereichen außerhalb des Verdauungstrakts auftreten, zählen unter anderem Hautveränderungen sowie entzündliche Veränderungen und Schmerzen an Augen und Gelenken. Darüber hinaus leiden viele Betroffene am Malabsorptionssyndrom. Das Malabsorptionssyndrom beschreibt verschiedene Symptome, die bei Betroffenen mit Morbus Crohn infolge einer eingeschränkten Nährstoffaufnahme bei der Verdauung auftreten. Denn aufgrund der Entzündungsaktivität können Magen- und Darmschleimhaut zum Beispiel weniger Fette oder Vitamine aus der Nahrung aufnehmen. Dies äußert sich dann in Form eines starken Gewichtsverlusts oder verschiedener Mangelerscheinungen wie Blutarmut (Anämie) oder eine gestörte Wundheilung.

Zur medikamentösen Behandlung des Morbus Crohn während eines Schubs werden vor allem Glukokortikoide eingesetzt. Glukokortikoide sind Abkömmlinge des entzündungshemmenden Kortisons und werden bei Betroffenen mit einer leichten bis hohen Entzündungsaktivität eingesetzt. Kann eine Schub mit Glukokortikoiden nicht ausreichend gelindert werden oder soll weiteren Schübe vorgebeugt werden, nutzt man Wirkstoffe, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Dabei kommen unter anderem Azathioprin, Mercaptopurin oder sogenannten Biologika wie Infliximab oder Adalimumab zum Einsatz.

Entzündete Fisteln oder Abszesse werden mit Antibiotika wie Metronidazol oder Ciprofloxacin behandelt. Verschiedene Mangelerscheinungen können durch die vermehrte Zufuhr von Vitaminen und energiereicher Nahrungsmittel bekämpft werden. Kommt es zu Verwachsungen, Verengungen des Darms (Stenosen) oder einem Darmverschluss (Ileus), müssen Betroffene operativ behandelt werden. Dabei kann es auch erforderlich sein, größere Abschnitte des Darms zu entfernen.

Eine Heilung des Morbus Crohn ist nach aktuellen Forschungsstand nicht möglich. Durch eine engmaschige Beobachtung und Behandlung kann die Häufigkeit und Schwere der Schübe bei den meisten Betroffenen jedoch deutlich reduziert werden. Auch wenn 7 von 10 Betroffenen innerhalb von 15 Jahren eine Operation benötigen, haben sie bei optimaler Behandlung eine normale Lebenserwartung.

Verfasst von Viomedo RedaktionQualität geprüft durch Expertenbeirat