Aktuelle Studien für Patienten mit Lupus

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Aktuelle Lupus erythematodes-Studien: 8
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Klinische Studien für Betroffene

Lupus steht kurz für Lupus erythematodes und bezeichnet eine seltene chronische Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem der Betroffenen richtet sich dabei gegen körpereigene Zellstrukturen. In der Folge kommt es zu einer Entzündungsreaktion und zu einer fortschreitenden Schädigung von Organen. Der Lupus erythematodes gehört zu den sogenannten Kollagenosen (Bindegewebskrankheiten) aus der Gruppe der rheumatischen Erkrankungen. Man unterscheidet den sogenannten systemischen Lupus erythematodes, der theoretisch jedes Organ betreffen kann, von anderen Unterformen. Bei dem kutanen Lupus erythematodes (cutis Lateinisch für Haut), ist meist nur die Haut betroffen.Die fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems äußert sich bei Betroffenen zum Beispiel in Form einer typischen schmetterlingsförmigen Hautrötung auf Nasenrücken und Wangen (Schmetterlingserythem), aber auch Entzündungen von Herzbeutel, Lungenfell und Niere können auftreten.

Nach derzeitigem Forschungsstand gibt es keine Möglichkeit den Lupus erythematodes zu heilen. Aktuell verfügbare Medikamente wirken meist, indem sie das überaktive Immunsystem der Betroffenen unterdrücken. Eine Behandlung mit diesen sogenannten Immunsuppressiva hemmt die Autoimmunreaktion, macht Betroffene jedoch auch anfälliger für Infektionskrankheiten. Die wiederkehrende Entzündung verschiedener Organe führt bei den Betroffenen zu einer starken seelischen und körperlichen Belastung. Die Lupus-bedingte Nierenentzündung (Lupusnephritis) stellt eine bedrohliche Komplikation dar, die zu einer dauerhaft eingeschränkten Nierenfunktion führen und eine regelmäßige “Blutwäsche” durch Nierenersatzverfahren (Dialyse) erforderlich machen kann. Betroffene benötigen daher neue Behandlungsansätze, mit denen die Autoimmunreaktion bekämpft und schwere Organschäden mit ihren belastenden bis lebensbedrohlichen Folgen verhindert werden können.

Klinische Studien erforschen solche neuen Behandlungsansätze für Betroffene mit Lupus erythematodes. Neue Therapien können nur dann erforscht und zugelassen werden, wenn Betroffene mit Lupus erythematodes an Studien teilnehmen. Betroffene erhalten durch eine Studienteilnahme Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten und helfen damit zusätzlich, die Situation für alle Betroffenen mit Lupus erythematodes zu verbessern.

Fortschritte der letzten Jahre

Die Forschung hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte in der Behandlung des Lupus erythematodes erzielt.

Zum einen wurde ein neuer Wirkstoff namens Rigerimod (auch IPP-201101 oder P140 genannt) entwickelt, der das überaktive Immunsystem der Betroffenen ausbremsen kann. Im Gegensatz zu den aktuell verfügbaren Medikamenten verändert Rigerimod nur einzelne Signalwege des Immunsystems, statt es komplett zu unterdrücken. In einer Phase III-Studie von 2017 konnten Betroffene mit dem Immunmodulator genauso effektiv behandelt werden wie mit aktuell verfügbaren Immunsuppressiva, ohne dass schwerwiegende Nebenwirkungen auftraten. Rigerimod könnte die Therapie für Betroffene daher deutlich sicherer machen und soll voraussichtlich 2018 zur Behandlung des Lupus erythematodes zugelassen werden.

Zum anderen wurde in den letzten Jahren ein vielversprechender Behandlungsansatz untersucht, mit dem Betroffene zukünftig geheilt werden könnten. Im Rahmen der Immunreset-Studie des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums und der Charité Berlin erhielten Betroffene eine neuartige Behandlung, bei der ihr Immunsystem einem Neustart (Reset) unterzogen wurde. Die gezielte Zerstörung des erworbenen Immunsystems war zentraler Bestandteil dieses Immun-Neustarts, der bei den Behandelten jedoch auch zu einem stark erhöhten Risiko für lebensbedrohliche Infektionskrankheiten führt. Die Mehrheit der 22 Betroffenen, die an der Immunreset-Studie teilgenommen haben, galt nach Studienende als geheilt. Während auch in ähnlichen internationale Studien vielversprechende Behandlungserfolge erzielt werden konnten, wird der Immun-Reset als Heilungschance bei Lupus erythematodes aufgrund seiner hohen Risiken weiterhin kontrovers diskutiert.

Aktuelle Trends in Studien

Im Rahmen aktueller klinischer Studien zum Lupus erythematodes werden Möglichkeiten erforscht, mit denen Betroffene besser behandelt werden können.

Die Lupusnephritis stellt für Betroffene eine lebensbedrohliche Komplikation dar, deren erfolgreiche Behandlung die spätere Notwendigkeit für Nierenersatzverfahren (Dialyse) oder eine Nierentransplantation verhindern kann. In einer aktuellen Studie wird deshalb untersucht, ob eine Behandlung mit dem neuen Antikörper BI655064 wirksam und sicher ist. Ein anderer Antikörper namens Belimumab ist bereits zur Behandlung von Betroffenen mit Lupus erythematodes zugelassen, denen die aktuell verfügbaren Medikamente nicht ausreichend helfen.

Andere Studien erforschen, wie die ambulante Versorgung verbessert werden kann. So untersucht eine aktuelle Studie, in welchem Ausmaß Betroffene mit rheumatischen Erkrankungen wie dem Lupus erythematodes über ihr Krankheitsbild und verschiedene Behandlungsoptionen informiert und in die ärztliche Entscheidungsfindung einbezogen werden möchten. Die Ergebnisse der Studie können dazu beitragen, die Bedürfnisse der Betroffenen genauer zu verstehen und zukünftige Behandlungen besser an dem tatsächlichen Bedarf der Patienten auszurichten.

Mehr über klinische Studien

Weitere Informationen

Lupus steht umgangssprachlich für Lupus erythematodes und bezeichnet eine seltene Autoimmunkrankheit, die chronisch-entzündlich verläuft. Sie gehört zu den Kollagenosen (Bindegewebskrankheiten), die wiederum den rheumatischen Erkrankungen zugeordnet werden. In Europa sind 30 bis 50 Menschen pro 100.000 Einwohner von Lupus erythematodes betroffen. Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Ursache für diese Autoimmunkrankheit ist nicht vollständig geklärt. Aktuell geht man davon aus, dass ein Zusammenwirken von erblicher Veranlagung, Hormonen und Umweltfaktoren für ihre Entstehung verantwortlich ist.

Betroffene mit Lupus erythematodes haben ein überaktives Immunsystem, das seine Abwehrreaktion fälschlicherweise gegen den eigenen Körper richtet. Dabei bildet das Immunsystem Antikörper gegen die Zellkerne von Zellen, die sich im Bindegewebe der Blutgefäßwände finden. Diese Zellen werden dann abgetötet, zerfallen und der Zellkern wird freigesetzt. Aus dem Zellkern und den Antikörpern bilden sich dann sogenannte Immunkomplexe, die sich in den Wänden der Blutgefäße ablagern und dort eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Diese chronische Entzündung führt über längere Zeit zu einer Verdickung der Blutgefäßwände, wodurch die Blutgefäße weniger Blut und Sauerstoff transportieren können. Durch die Unterversorgung mit sauerstoffreichem Blut kommt es schließlich zur Schädigung verschiedener Organe wie Haut und Niere.

Betroffene mit Lupus erythematodes leiden unter verschiedenen entzündungsbedingten Beschwerden, die im gesamten Körpers auftreten können. Fieber, Müdigkeit und Gewichtsverlust gehören ebenso zu den häufigen Symptomen wie Gelenk- und Muskelschmerzen. Bei ungefähr der Hälfte der Betroffenen beobachtet man außerdem das typische Schmetterlingserythem: eine symmetrische Hautrötung auf Nasenrücken und Wangen, die mit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit einhergeht und der Krankheit ihren Namen gegeben hat. Während theoretisch jedes Organ vom Lupus erythematodes betroffen sein kann, stellt die Lupus-bedingte Nierenentzündung (Lupusnephritis) eine lebensbedrohliche Komplikation dar. Die Lupusnephritis kann zum Funktionsverlust der Niere führen. Betroffene sind dann auf Nierenersatzverfahren (Dialyse) oder einer Nierentransplantation angewiesen.

Der Lupus erythematodes tritt in verschiedenen Formen auf. Die häufigste Form ist der sogenannte kutane Lupus erythematodes (CLE), bei dem sich die Entzündungsreaktion überwiegend auf die Haut beschränkt. Treten Krankheitszeichen an verschiedenen Organen auf, spricht man vom systemischen Lupus erythematodes (SLE). Daneben stellt der medikamenteninduzierte Lupus erythematodes eine wichtige Sonderform dar, bei dem die Beschwerden durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst oder verschlimmert werden können.

Die Behandlung des Lupus erythematodes richtet sich danach, welche Organe von der Entzündung betroffen sind. An erster Stelle steht für alle Betroffenen ein ausreichender vorbeugender Schutz der extrem lichtempfindlichen Haut. Betroffene mit einem leichten Verlauf, bei denen keine wesentliche Beteiligung lebenswichtiger Organe vorliegt, können mit schmerzstillende und entzündungshemmenden Medikamente wie NSAR, Antimalariamitteln oder vorübergehend auch Kortison behandelt werden. Bei Betroffenen mit einem schweren Krankheitsverlauf, bei denen lebenswichtige Organe von der chronischen Entzündung betroffen sind, kommen sogenannte Immunsuppressiva wie Kortison, Azathioprin oder Cyclophosphamid längerfristig zum Einsatz. Das Biologikum Belimumab kann für die Behandlung von Betroffenen eingesetzt werden, denen andere verfügbare Medikamente nicht ausreichend helfen.

Verfasst von Viomedo Redaktion