Aktuelle Studien für Patientinnen mit Eierstockkrebs

Erhalten Sie Zugang zu den Behandlungen der Zukunft für Patientinnen mit Eierstockkrebs und leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum medizinischen Fortschritt

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Aktuelle Eierstockkrebs-Studien: 18
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Klinische Studien für Betroffene

Der Begriff Eierstockkrebs beschreibt eine Gruppe unterschiedlicher bösartiger Tumoren, die im Bereich der Eierstöcke auftreten können. Meist ist damit das serös-papilläre Ovarialkarzinom gemeint. Dabei handelt es sich um die mit Abstand häufigste Form von Eierstockkrebs, die vor allem Frauen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr betrifft. Daneben gibt es seltener auftretende Formen wie zum Beispiel bösartige Keimzelltumoren oder Tumoren durch Absiedlungen (Ovarialmetastasen) anderer Krebserkrankungen. 2014 erhielten 7.250 Frauen in Deutschland die Diagnose eines Ovarialkarzinoms.

Trotz verschiedener operativer und medikamentöser Behandlungsansätze ist die aktuelle Prognose für viele betroffene Frauen nicht zufriedenstellend. Ein häufiger Grund dafür ist, dass der Eierstockkrebs in circa drei Viertel der Fälle erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt wird. Im Frühstadium verursacht Eierstockkrebs nur selten Beschwerden und kann deshalb lange unbemerkt bleiben. Im fortgeschrittenen Stadium können Bauchwasser (Aszites), Müdigkeit oder Zyklusunregelmäßigkeiten Anzeichen von Eierstockkrebs sein. Diese Beschwerden können jedoch auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten. Die Diagnosestellung kann dadurch erschwert und verzögert werden. Viele Frauen sind deshalb darauf angewiesen, dass Behandlungen gefunden werden, mit denen Eierstockkrebs auch in fortgeschrittenem Stadium zuverlässig bekämpft werden kann.

Klinische Studien erforschen solche neuen Behandlungsansätze für Frauen mit Eierstockkrebs. Neue Therapien können nur dann gefunden und zugelassen werden, wenn genügend Betroffene an klinischen Studien teilnehmen. Als Studienteilnehmerin haben Sie die Möglichkeit, frühzeitig Zugang zu neuartigen Behandlungsansätzen zu erhalten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer Behandlungen für alle Frauen mit Eierstockkrebs.

Fortschritte der letzten Jahre

Die oft sehr späte Feststellung von Eierstockkrebs hat einen starken Einfluss auf den Behandlungserfolg. Daher wurden in aktuellen Studien neue Untersuchungsmöglichkeiten erforscht, um Eierstockkrebs durch systematische Untersuchungen möglichst frühzeitig feststellen zu können. Bisherige Studien erbrachten jedoch keinen Nachweis dafür, dass die Sterblichkeit von Frauen mit erhöhtem Eierstockkrebs-Risiko durch eine Screeninguntersuchung reduziert werden kann.

Experten aus den USA haben im Rahmen einer Übersichtsarbeit verschiedene Studien zu diesem Thema verglichen. Sie kamen zu der Einschätzung, dass die regelmäßige Bestimmung des Tumormarkers CA125 zwar nicht zum Screening, wohl aber zur engmaschigen Beobachtung von Frauen geeignet sein kann, die genetisch ein erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs haben.

Im Bereich der Therapieforschung konnten wichtige Fortschritte gemacht werden. Als neue Errungenschaft gilt hier die Behandlung von Eierstockkrebs mit dem Wirkstoff Bevacizumab. Bevacizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der auch zur Behandlung anderer Krebserkrankungen eingesetzt wird. Der Wirkstoff blockiert gezielt einen bestimmten Signalweg, der für die Bildung neuer Blutgefäße und damit für das weitere Wachstums eines Tumors essentiell ist. Studien der letzten Jahre konnten zeigen, dass Bevacizumab das Ansprechen auf eine wiederholte Chemotherapie verbessert sowie die Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Erkrankung (progressionsfreies Überleben) verlängern kann. Seit 2017 ist Bevacizumab in Kombination mit bestimmten Wirkstoffen der Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des Ovarialkarzinoms und zur Behandlung beim Wiederauftreten der Erkrankung (Rezidiv) zugelassen.

Aktuelle Trends in Studien

In klinische Studien werden fortlaufend neue Behandlungen für Frauen mit Eierstockkrebs erforscht.

Es wird sowohl an der Verbesserung der operativen Behandlungsmethoden gearbeitet, als auch an neuen Medikamenten. Beispielsweise wird untersucht, ob Frauen mit bestimmter Form des Eierstockkrebs im Frühstadium oder Borderline-Tumoren (Tumoren mit gutartigen und bösartigen Merkmalen) besser mit Schlüsselloch-Operation anstelle von Standard-Operation behandelt werden können.

Eine weitere aktuelle Studie untersucht, ob Frauen durch eine Behandlung mit dem neuen Medikament Rogaratinib besser geholfen wird als mit den aktuell verfügbaren Medikamenten. Rogaratinib ist ein Antikörper, der sich gegen die Bindungsstelle für bestimmte Wachstumsfaktoren richtet. Diese Wachstumsfaktoren sind für die Bildung neuer Blutgefäße verantwortlich und spielen daher auch beim Tumorwachstum eine wichtige Rolle. Daher stellt die Unterdrückung dieses Wachstumssignals durch Rogaratinib einen möglichen Angriffspunkt in der Behandlung des Eierstockkrebs dar.

Mehr über klinische Studien

Weitere Informationen

Eierstockkrebs bezeichnet ein Gruppe unterschiedlicher Tumoren, die im Bereich der Eierstöcke auftreten können (Ovarialtumoren). Der häufig verwendete Fachbegriff Ovarialkarzinom bezeichnet dabei die häufigste Form von Eierstockkrebs, das serös-papilläre Zystadenokarzinom. Da sich im Eierstock verschiedene Zellarten finden, aus denen potentiell Tumoren entstehen können, gibt es neben den Ovarialkarzinomen je nach Ursprungsgewebe des Tumors weitere Formen von Eierstockkrebs: Neben Keimzelltumoren wie dem Teratom gibt es Keimstrang-Stroma-Tumoren, sogenannte mesenchymale Tumoren oder Tumoren, die aus Absiedlungen von Krebszellen (Metastasen) anderer Tumore entstehen.

Nach dem Brustkrebs ist der Eierstockkrebs in seinen verschiedenen Formen die zweithäufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Circa 1 von 71 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs. Frauen sind zum Zeitpunkt der Erkrankung durchschnittlich 70 Jahre alt, wobei der Eierstockkrebs mit zunehmendem Alter häufiger auftritt. Während die genaue Ursache für die Entstehung von Eierstockkrebs noch nicht geklärt ist, konnten bisher jedoch einige Risikofaktoren identifiziert werden. Neben dem Lebensalter spielen Umwelt- und Ernährungsfaktoren eine Rolle, die das Risiko für Eierstockkrebs wahrscheinlich ebenso erhöhen wie Unfruchtbarkeit und Kinderlosigkeit. Im Gegensatz dazu tritt die Erkrankung seltener bei Frauen auf, die Schwangerschaften ausgetragen oder Medikamente zur Empfängnisverhütung (“Pille”) nutzen bzw. genutzt haben.

Auch die Erbanlage spielt beim Eierstockkrebs eine wichtige Rolle. Seit einiger Zeit sind bestimmte genetische Veränderungen (Mutationen) bekannt, die das individuelle Risiko für die Erkrankung erhöhen. Dabei wurden die betreffenden Gene zunächst als Risikofaktor des Brustkrebs entdeckt und tragen entsprechend die Bezeichnung BRCA-1 und BRCA-2, abgeleitet vom englischen Wort für Brustkrebs: BReast CAncer. Von den Frauen, bei denen eine Mutation im BRCA-1- oder BRCA-2-Gen vorliegt, erkranken circa 10 bis 60 Prozent im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs.

Die Ausdehnung des Eierstockkrebs wird nach der sogenannten FIGO-Klassifikation in die Stadien I bis IV eingeteilt. Im FIGO-Stadium I ist der Eierstockkrebs auf einen oder beide Eierstöcke begrenzt, im FIGO-Stadium IV hat der Krebs Absiedlungen an anderen Organen gebildet.

Eine Problem für Betroffen ist, dass der Eierstockkrebs sich in mehr als zwei Drittel der Fälle erst im weit fortgeschrittenen Stadium durch Beschwerden bemerkbar macht. Diese Beschwerden sind außerdem unspezifisch, das heißt sie können auch im Rahmen anderer, nicht-bösartiger Erkrankungen auftreten. Betroffene Frauen denken daher auch beim Auftreten von Beschwerden wie einer Zunahme des Bauchumfangs, Völlegefühl, Müdigkeit oder Zyklusunregelmäßigkeiten lange Zeit nicht daran, dass eine Krebserkrankung ursächlich sein könnte.

Dieser Umstand ist für betroffene Frauen besonders relevant, weil der Erfolg der Behandlung maßgeblich davon abhängt, wie weit der Krebs bereits fortgeschritten ist. Experten empfehlen daher, auch unspezifische oder harmlos erscheinende Beschwerden genau untersuchen zu lassen, wenn diese länger anhalten. Die Behandlung des Eierstockkrebs erfolgt zunächst meist operativ durch eine möglichst vollständige Entfernung des Tumors und der eventuell befallenen Organe. Für Frauen, bei denen der Eierstockkrebs im Frühstadium entdeckt wurde, kann die Fruchtbarkeit oft erhalten werden, indem nur der betroffene Eierstock und sein Eileiter entfernt werden. Bei diesen Betroffenen wird eine alleinige Operation zur Behandlung des Eierstockkrebs empfohlen. In anderen Fällen wird nach der Operation eine unterstützende Chemotherapie mit verschiedenen Wirkstoffen wie zum Beispiel Carboplatin durchgeführt (adjuvante Polychemotherapie). Diese sogenannte carboplatin-haltige Polychemotherapie wird in Kombination mit Wirkstoffen eingesetzt, die einen bestimmten Schritt der Zellteilung hemmen. Ein häufig angewendeter Wirkstoff ist Paclitaxel. Spricht der Eierstockkrebs auf diese platinhaltige Chemotherapie nicht an oder tritt der Krebs erneut auf, können alternativ verschiedene Wirkstoffe wie Topotecan oder Anthrazykline (pegyliertes liposomales Doxorubicin) genutzt werden. Der Antikörper Bevacizumab kann dabei mit anderen medikamentösen Behandlungen kombiniert werden.

Die Strahlentherapie kommt beim Eierstockkrebs aktuell nur zur Palliativbehandlung zum Einsatz, wenn die Betroffene nicht mehr geheilt werden kann und die Behandlung eine Linderung der Beschwerden zum Ziel hat.

Verfasst von Viomedo Redaktion