Aktuelle Studien für Patienten mit Depressionen

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Klinische Studien für Betroffene

Bei Depressionen handelt es sich um psychische Erkrankungen, die bei den Betroffenen erhebliches Leid verursachen. Eine dauerhaft gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit sowie ein Interessen- und Antriebsverlust sind die Hauptmerkmale von Depressionen. Die Häufigkeit depressiver Erkrankungen hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. In Deutschland ist heute fast jeder Fünfte im Laufe seines Lebens von Depressionen betroffen. Die Weiterentwicklung der Diagnosekriterien sowie eine verstärkte Aufmerksamkeit der Ärzte haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass Depressionen häufiger und früher erkannt und behandelt werden können. Die Behandlung erfolgt meist durch eine Kombination aus antidepressiv wirksamen Medikamenten (Antidepressiva, Einzahl: Antidepressivum) und Verfahren der Psychotherapie.

Obwohl verschiedene medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, können viele Betroffene mit den aktuell verfügbaren Medikamenten nicht zuverlässig oder langfristig behandelt werden. Ein wichtiger Grund dafür sind die Nebenwirkungen vieler Antidepressiva, zu denen unter anderem Gewichtszunahme, Schläfrigkeit und Sexualstörungen gehören. Diese Nebenwirkungen treten häufig bereits vor der gewünschten antidepressiven Wirkung auf und führen dazu, dass viele Betroffene die Behandlung vorzeitig abbrechen. Außerdem erweist sich bei circa einem Drittel der Betroffenen das zuerst verordnete Medikament als wirkungslos. Neue Behandlungsansätze, die eine schnellere und zuverlässige Wirkung erzielen und gleichzeitig weniger Nebenwirkungen haben, könnten neue Hoffnung bieten.

Klinische Studien erforschen solche neuen Behandlungsansätze für Depressionen. Nur wenn Betroffene mit Depressionen an Studien teilnehmen, können neue Therapien gefunden und zugelassen werden. Betroffene mit Depressionen erhalten durch eine Studienteilnahme Zugang zu innovativen Behandlungsmöglichkeiten und tragen entscheidend dazu bei, dass die Behandlung für alle Betroffenen verbessert wird.

Fortschritte der letzten Jahre

Die aktuell empfohlene Behandlung besteht aus psychotherapeutischen und medikamentösen Ansätzen. Bei den Medikamenten steht eine Vielzahl an Antidepressiva mit unterschiedlichen Wirkstoffen zur Verfügung. Studienergebnisse der letzten Jahre haben neue Erkenntnisse dazu geliefert, welchen Betroffenen diese Wirkstoffe helfen können.

So hat sich gezeigt, dass Betroffene mit leichten Depressionen viel seltener von einer Behandlung mit Antidepressiva profitieren als Betroffene mit mittleren und schweren Depressionen. Außerdem wurden Hinweise dafür gefunden, warum Antidepressiva bei Frauen und Männern unterschiedlich wirksam sind. So scheinen neben Unterschieden im weiblichen und männlichen Verdauungssystem auch der weibliche Zyklus und der meist höhere Körperfettanteil weiblicher Betroffener eine Rolle zu spielen.

In den letzten Jahren wurden auch neue Behandlungsansätze für Betroffene erforscht, bei denen aktuell verfügbare Antidepressiva nicht ausreichend wirken. Zum einen ist das die Behandlung mit dem Wirkstoff Ketamin. Ketamin wurde in der Vergangenheit zur Narkose und zur Behandlung anderer psychischer Erkrankungen eingesetzt. In der jüngeren Vergangenheit wurden Hinweise gefunden, dass Ketamin die Depressionen bei Betroffenen lindern kann, denen bisherige Antidepressiva nicht geholfen haben.

Zum anderen wurde vor wenigen Jahren die sogenannte transkranielle Gleichstromstimulation als nicht-medikamentöser Behandlungsansatz bei Depressionen entdeckt. Dabei wird ein bestimmtes Gehirnareal wiederholt mit Gleichstrom stimuliert. Bisherige Studien zu diesem Behandlungsverfahren bei Depressionen lieferten jedoch noch keine eindeutigen Ergebnisse, weshalb hier noch weiterer Forschungsbedarf besteht.

Aktuelle Trends in Studien

Im Rahmen klinischer Studien werden neue effektive Möglichkeiten der Behandlung bei Depressionen erforscht.

Aktuelle Studien untersuchen zum Beispiel die Wirksamkeit der sogenannten transkraniellen Gleichstromstimulation als alleinige oder zusätzliche Behandlung. Auch neuartige psychotherapeutische Behandlungsansätze mit telefonischer Betreuung, online-basierten Verfahren oder auch ein spezifisches Achtsamkeitstraining, das das Wiederauftreten von Depressionen besser verhindern soll, sind Gegenstand der aktuellen Depressionsforschung.

Im Bereich der medikamentösen Behandlung wird erforscht, inwieweit man anhand genetischer Untersuchungen vorhersagen kann, ob eine betroffene Person auf die Behandlung mit einem bestimmten Antidepressivum ansprechen wird. Außerdem untersuchen Forscher in aktuellen klinischen Studien den Wirkstoff Ketamin, der bisher nur in Einzelfällen eingesetzt wurde, bei Betroffenen denen aktuell verfügbare Antidepressiva nicht helfen. Hier widmet man sich zum Beispiel der Frage, ob Ketamin aufgrund einer schneller eintretenden antidepressiven Wirkung besonders geeignet ist, Patienten zu behandeln die unmittelbar selbstmordgefährdet sind.

Sollten Sie von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Bei der Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner, auch anonym.

Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 www.telefonseelsorge.de

Mehr über klinische Studien

Weitere Informationen

Unter dem Begriff Depressionen werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, bei denen bestimmte psychische Beschwerden über mindestens zwei Wochen auftreten. Zu diesen Krankheitsbildern gehören unter anderem die sogenannte depressive Episode und die wiederkehrende (rezidivierende) depressive Störung. Sowohl in Deutschland als auch weltweit erkrankt durchschnittlich jeder Fünfte bis Sechste im Laufe seines Lebens an einer Depression. Im Jahr 2014 erhielten in Deutschland circa 6 Millionen Menschen die Diagnose einer Depression. Die Erkrankung tritt meist ab dem 30. Lebensjahr zum ersten Mal auf, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer.

In der medizinischen Fachsprache werden Depressionen oft auch als unipolare Depressionen bezeichnet, um die zugehörigen Krankheitsbilder von einer sogenannten bipolaren Störung (manisch-depressiven Erkrankung) abzugrenzen. Bei der bipolaren Störung leiden Betroffene ebenfalls unter depressiven Symptomen, die jedoch abwechselnd mit Phasen eines übermäßigen Hochgefühls auftreten. Wenn eine manisch-depressive Erkrankung mit einer depressiven Phase startet, kann zu Beginn der Erkrankung die Zuordnung erschwert sein.

Die wichtigsten Symptome einer Depression sind eine gedrückte Stimmung, Interessenverlust und verminderter Antrieb. Häufig leiden Betroffenen außerdem an einem Gefühl der Hilf- und Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühlen oder Konzentrationsschwierigkeiten. Körperliche Anzeichen können Schlafstörungen, Appetitverlust oder Gewichtsveränderung sein. Depressionen schränken Betroffene in ihrer aktiven Teilnahme an Leben und Alltag oft stark ein, jedoch bleibt die Erkrankung in manchen Fällen sowohl von den Betroffenen als auch von Angehörigen und Freunden lange unbemerkt. Der zunehmende Rückzug der Betroffenen aus den sozialen Kontakten führt häufig dazu, dass die Unterstützung von Angehörigen und Freunden abgelehnt und medizinische Hilfe gar nicht oder erst sehr spät in Anspruch genommen wird. In einigen Fällen können Betroffene das eigene Leben als so belastend empfinden, dass Selbsttötungsgedanken auftreten. In diesen Fällen besteht ein besonders dringender ärztlicher Behandlungsbedarf.

Die aktuell empfohlene Therapie einer Depression besteht in den meisten Fällen aus einer medikamentösen und einer psychotherapeutischen Behandlung. Zur medikamentösen Behandlung steht eine Vielzahl unterschiedlicher Wirkstoffe zur Verfügung, die als Antidepressiva (Einzahl: Antidepressivum) bezeichnet werden. Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen gehören die sogenannten Tri- oder Tetrazyklischen Antidepressiva (TZA) wie Amitriptylin, Mirtazapin und Doxepin und die Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wie Citalopram und Fluoxetin und die Selektiven-Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSNRI) wie Venlafaxin und Duloxetin.

Das Ziel der medikamentösen Behandlung ist es, im Gehirn das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe dahingehend zu beeinflussen, dass sich die Stimmung und der Antrieb der Betroffenen verbessert und auch Beschwerden wie Schlafstörungen und Appetitlosigkeit gelindert werden. Auch die nicht-medikamentöse, psychotherapeutische Behandlung verfolgt dieses Ziel. Hierbei kommt vor allem die sogenannten kognitive Verhaltenstherapie zum Einsatz, deren Wirksamkeit in mehreren Studien nachgewiesen wurde. Betroffene lernen bei der kognitiven Verhaltenstherapie, sich negative und selbstabwertende Wahrnehmungs- und Denkmuster, die bei der Depression automatisch ablaufen, bewusst zu machen und diese dann zu verändern.

Daneben gibt es weitere nicht-medikamentöse Behandlungen, die für Betroffene in Frage kommen, bei denen zum Beispiel eine schnelle Wirkung erwünscht ist oder bei denen Antidepressiva keine Wirkung zeigen. Zu diesen Behandlungsformen gehören unter anderem die Wachtherapie (Schlafentzugstherapie) und die Elektrokrampftherapie (EKT).

Sollten Sie von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Bei der Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner, auch anonym.

Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 www.telefonseelsorge.de

Verfasst von Viomedo Redaktion