Aktuelle Studien für Demenz-Patienten

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Klinische Studien für Betroffene

Zunehmende Vergesslichkeit im Alter kann jeden betreffen und stellt zunächst keine Erkrankung dar. Ist die Vergesslichkeit jedoch stärker ausgeprägt als beim normalen Alterungsprozesses, spricht man von Demenz. Anders als oftmals angenommen ist die Demenz jedoch nicht das gleiche wie die Alzheimer-Krankheit, sondern beschreibt eine Kombination bestimmter Symptome, die mit einer fortschreitenden Abnahme der Gedächtnisleistung einhergehen und im Rahmen verschiedener Demenzerkrankungen auftreten.

Die Alzheimer-Krankheit stellt die mit Abstand bekannteste und häufigste Form der Demenz dar, gefolgt von den sogenannten vaskulären Demenzen (Demenz aufgrund von Gefäßveränderungen) und anderen selteneren Demenz-Formen.

Betroffene mit Demenz leiden unter einem fortschreitenden Gedächtnisverlust, der sich einerseits durch eine zunehmende Vergesslichkeit und andererseits durch Schwierigkeiten bei der Orientierung und Einschränkungen in der Sprache äußert. Im späteren Verlauf der Erkrankung kann sich außerdem die Persönlichkeit der Betroffenen stark verändern.

Insgesamt führen Demenzerkrankungen zu erheblichen Einschränkungen im Alltag und stellen daher sowohl für die Betroffenen als auch für ihr soziales Umfeld eine erhebliche Belastung dar.

Nach heutigem Stand der Forschung sind Demenzerkrankungen nicht heilbar. Mit den aktuell verfügbaren Medikamenten (Antidementiva) kann die Abnahme des Erinnerungs- und Denkvermögens nur verlangsamt, aber nicht aufgehalten werden. Außerdem kommt eine medikamentöse Behandlung für viele Betroffene aufgrund von Vorerkrankungen nicht in Frage. Daher benötigen Betroffene neue Behandlungen, mit denen die fortschreitende Demenz aufgehalten oder gänzlich verhindert werden kann.

In klinischen Studien werden neue Behandlungsansätze für Betroffene mit Demenz erforscht. Diese Behandlungsansätze können jedoch nur dann untersucht und zugelassen werden, wenn genügend Betroffene an den Studien teilnehmen. Als Studienteilnehmer erhalten Sie frühzeitig Zugang zu neuen Behandlungen und unterstützen gleichzeitig die Entwicklung neuer Therapien für alle Betroffenen.

Fortschritte der letzten Jahre

Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat zu einem besseren Verständnis der Demenz und ihrer Ursachen geführt. Die verschiedenen Demenzerkrankungen können heute deshalb früher und genauer festgestellt werden. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Konzentration bestimmter Botenstoffe im Gehirn von Betroffenen mit Demenz verändert ist. Ausgehend von dieser Erkenntnis konnten Wirkstoffe wie Cholinesterase-Hemmer und Glutamat-Rezeptor-Blocker entwickelt werden, mit denen das Fortschreiten der Demenz verlangsamt werden kann.

Sogenannte Antidementiva wie Rivastigmin und Galantamin gehören heute zu den empfohlenen Medikamenten für die Demenz-Therapie. Eine Behandlung, mit der die Demenz geheilt werden kann, konnte bisher allerdings nicht entwickelt werden.

Aktuelle Trends in Studien

In aktuellen Studien werden fortlaufend neue Therapien erforscht, um Betroffene mit Demenz besser behandeln zu können. Im Bereich der medikamentösen Behandlung wird zum Beispiel untersucht, ob das neue Medikament BI 425809 die geistige Leistungsfähigkeit der Betroffenen verbessern kann. Ein anderer Behandlungsansatz besteht darin, die Bildung von bestimmten Eiweißablagerungen im Gehirn und damit die Ursache der Alzheimer-Krankheit zu bekämpfen. Dazu wurde vor wenigen Jahren der neue Antikörper Aducanumab entwickelt, der aktuell in einer Phase 3-Studie untersucht wird.

Die Demenzforschung arbeitet außerdem daran, neue nicht-medikamentöse Behandlungsansätze für Betroffene mit Demenz zu entwickeln. Aktuelle Studien erforschen zum Beispiel, ob sportliche Aktivität die geistige Leistungsfähigkeit bei der frühen Alzheimer-Krankheit verbessern kann oder ob ein Kommunikationstraining den Informationsaustausch zwischen Betroffenen und pflegenden Angehörigen erleichtern kann.

Mehr über klinische Studien

Weitere Informationen

Der Begriff Demenz beschreibt kein eigenes Krankheitsbild, sondern eine Kombination bestimmter Symptome, die mit einer chronischen fortschreitenden Beeinträchtigung des Gedächtnisses einhergehen. Die Symptome und der Verlauf des Gedächtnisverlustes sind dabei schwerer ausgeprägt als bei der normalen Altersvergesslichkeit.

Die Demenz ist das Hauptmerkmal verschiedener Demenzerkrankungen, die sich hinsichtlich Ihrer Ursache unterscheiden. Bei der Alzheimer-Demenz und bei der Lewy-Body-Demenz führt die Ablagerung bestimmter Eiweißstoffe im Gehirn zur Demenz.

Daneben gibt es die vaskulären Demenz, bei der Gefäßveränderungen im Gehirn die Gedächtnisleistung beeinträchtigen, und weitere Demenz-Formen wie die frontotemporale Demenz, deren Ursache noch unbekannt ist.

In Deutschland sind schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen von einer Demenz betroffen. Dabei leiden 50-70% der Demenzerkrankten an der Alzheimer-Krankheit, die die mit Abstand häufigste Demenz-Form darstellt. Die vaskuläre Demenz findet sich bei 15-25% der Erkrankten, gefolgt von selteneren Demenz-Formen. Pro Jahr erkranken in Deutschland circa 244.000 Menschen an einer Form der Demenz, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt.

Die Symptome einer Demenz sind vielfältig, da die Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung verschiedene Aspekte von Denken und Handeln beeinflusst. Betroffene leiden vor allem an einer zunehmenden Vergesslichkeit, die das Kurzzeitgedächtnis und im späteren Verlauf auf das Langzeitgedächtnis betrifft. Die anfängliche Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses führt dazu, dass Betroffene zum Beispiel Gegenstände verlieren oder Termine vergessen. Im weiteren Verlauf kann es dann passieren, dass Betroffene sich im eigenen Zuhause verirren und bekannte Bezugspersonen nicht mehr wiedererkennen. Ebenso kann es zu deutlichen Persönlichkeitsveränderungen und aggressivem Verhalten kommen. Um von einer Demenz sprechen zu können, müssen diese Symptome mindestens für 6 Monate bestehen.

Demenzerkrankungen sind nicht heilbar. Aktuell empfohlene Behandlungen haben das Ziel, das Fortschreiten der Demenz zu verlangsamen und die Beschwerden der Betroffenen zu lindern. Dazu werden verschiedene Wirkstoffe genutzt, die der Abnahme der Gedächtnisleistung entgegenwirken (Antidementiva). Zu den Antidementiva zählen sogenannte Acetylcholinesterasehemmer wie Rivastigmin, Galantamin und Donepezil. Diese Wirkstoffe verhindern den Abbau des Botenstoffs Acetylcholin, der eine zentrale Rolle bei der Bildung von neuen Gedächtnisinhalten spielt.

Da man weiß, dass Demenzerkrankte häufig erhöhte Glutamatspiegel aufweisen, können außerdem Glutamat-Rezeptor-Blocker (NMDA-Antagonisten) zur Behandlung genutzt werden. Der Wirkstoff Memantine blockiert die Wirkung des Botenstoffs Glutamat und kommt bei schweren Demenzen zum Einsatz. Bei Unruhe oder Schlafstörungen können Betroffene außerdem mit sogenannten Antipsychotika behandelt werden. Diese wirken an verschieden Stellen im Gehirn als Gegenspieler des Botenstoffes Dopamin und haben eine beruhigende Wirkung. Die Wirkung der medikamentösen Behandlung kann durch körperliche Aktivität, Ergotherapie und Denkspiele ergänzt und unterstützt werden.

Ein besonderes Augenmerk in der Demenzbehandlung liegt auf dem Einbezug der Betroffenen und der Angehörigen in die ärztliche Entscheidungsfindung. Da Betroffene oft mehrere Vorerkrankungen haben und dafür zahlreiche Medikamente benötigen, muss in vielen Fällen eine genaue Abwägung zwischen dem zu erwartenden Nutzen und den möglichen Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen einer medikamentösen Behandlung mit Antidementiva getroffen werden.

Verfasst von Viomedo Redaktion