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Studien für Betroffene

Der Brustkrebs wird in der medizinischen Fachsprache Mammakarzinom genannt und bezeichnet eine bösartige Gewebevermehrung der Brustdrüse. Der Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Ungefähr jede 8. Frau ist im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. In Deutschland erkranken pro Jahr circa 69.000 Frauen.

Beschwerden treten beim Brustkrebs meist erst in weit fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung auf. Frauen bemerken dann zum Beispiel knotige Verhärtungen der Brust, Veränderungen der Brustwarze oder geschwollene Lymphknoten in den Achselhöhlen.

Wird der Brustkrebs frühzeitig erkannt, ist in den meisten Fällen eine Heilung möglich. Dahingegen können Betroffene, deren Brustkrebs Streuherde (Metastasen) in anderen Körperregionen gebildet hat, mit den aktuell verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht geheilt werden. Im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen kann es beim Brustkrebs auch nach 20 Jahren noch zu einem Wiederauftreten des Tumors oder zur Bildung neuer Streuherde kommen. Die restlose Entfernung des Tumors durch eine Operation stellt aktuell die einzige Möglichkeit dar, dieses Rückfallrisiko zu reduzieren. Sollte eine vollständige oder Teilentfernung der Brust notwendig sein, stellt dies für die meisten Frauen zusätzlich eine starke seelische Belastung dar.

Betroffene mit Brustkrebs benötigen daher neue und bessere Behandlungsmöglichkeiten, mit denen der Krebs idealerweise auch beim Vorliegen von Streuherden geheilt werden kann.

Fortschritte der letzten Jahre

Die Ursachen von Brustkrebs werden seit vielen Jahren intensiv erforscht. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Brustkrebs-Forschung der letzten Jahrzehnte zählt die Erkenntnis, dass der Brustkrebs bei zwei von drei Betroffenen durch weibliche Geschlechtshormone (Östrogen, Progesteron) zum Wachstum angeregt wird. Ausgehend von dieser Erkenntnis wurde zu Beginn der 1980er Jahre die erste Antihormontherapie für Betroffene mit Brustkrebs zugelassen. Aktuell werden in der Antihormontherapie Wirkstoffe wie der Hormon-Rezeptor-Blocker Tamoxifen, sogenannte Aromatasehemmer wie Letrozol oder GnRH-Analoga wie Leuprorelin eingesetzt. Diese Wirkstoffe unterdrücken auf unterschiedliche Weise die wachstumsfördernde Wirkung der weiblichen Geschlechtshormone auf den Tumor.

Darüber hinaus wurde herausgefunden, dass bestimmte Veränderungen (Mutationen) des Gens BRCA vererbbar sind und zu einem erhöhten Brustkrebs-Risiko führen. Dieses Wissen nutzen Ärzte heute, um Frauen mit einem genetisch bedingt erhöhten Brustkrebs-Risiko zu identifizieren und durch frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen besonders engmaschig beobachten zu können.

Zu den neueren Errungenschaften der Brustkrebs-Forschung zählt die Antikörpertherapie, die auch als zielgerichtete Therapie oder “targeted therapy” bezeichnet wird. Wirkstoffe wie Trastuzumab oder Pertuzumab wirken als Antikörper gegen eine bestimmte Bindungsstelle auf den Krebszellen, den HER2/neu-Rezeptor, und hemmen so den Einfluss von Wachstumssignalen auf den Tumor.

Aktuelle Trends in Studien

In klinischen Studien werden laufend neue Möglichkeiten erforscht, um Brustkrebs frühzeitig feststellen und Betroffene langfristig erfolgreich behandeln zu können. Bei Betroffenen mit Brustkrebs im Frühstadium werden neben der Entfernung des Tumors häufig auch die Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt. Bisherige Beobachtungen weisen darauf hin, dass die Lymphknotenentfernung in bestimmten Stadien der Erkrankung keinen Einfluss auf das Sterberisiko von Betroffenen hat. Diese Beobachtungen werden im Rahmen einer aktuellen klinischen Studie genauer untersucht.

Die verfügbare Standard-Chemotherapie hilft Betroffenen, deren Brustkrebs Streuherde gebildet hat, oft nur unzureichend. Eine aktuelle Studie untersucht deshalb, ob das neue Medikament Lapatinib das Fortschreiten des Brustkrebs besser verhindern kann als eine Standard-Chemotherapie oder eine Antihormontherapie. Da die medikamentösen Behandlungen bei Brustkrebs bei vielen Betroffenen zu ausgeprägten und dauerhaften Erschöpfungszuständen (Fatigue) führen, wird in verschiedenen laufenden Studien außerdem erforscht, inwiefern körperliche Aktivität und die Ernährung die Krebsbehandlung unterstützen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können.

Mehr über klinische Studien

Weitere Informationen

Beim Brustkrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der in der Brust entsteht. In Deutschland erkrankt jede 8. Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebsart bei Frauen. Auch bei Männern kann Brustkrebs auftreten, jedoch ist er ungefähr einhundert Mal seltener als bei Frauen.

Die Brustkrebs-Forschung hat verschiedene Faktoren identifiziert, die die Entstehung von Brustkrebs begünstigen können. Neben einer genetischen Veranlagung durch Veränderungen im BRCA-Gen gelten ein langer hormonell aktiver Zeitraum (frühe erste Periode, später Eintritt der Wechseljahre), keine oder wenige Schwangerschaften, eine kurze Stillzeit, Fettleibigkeit und die Einnahme von hormonellen Medikamenten als Risikofaktoren für Brustkrebs.

In vielen Fällen verursacht der Brustkrebs zu Beginn der Erkrankung nur wenige Beschwerden. Die Erkrankung wird von den Betroffenen daher oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium bemerkt. Zu den Symptomen des Brustkrebs zählen knotige Verhärtungen der Brust, Hautrötung, das Auftreten von Orangenhaut oder Veränderungen der Brustwarze. Hat der Krebs Streuherde gebildet, kann sich dies je nach deren Lage zum Beispiel durch eine Lymphknotenschwellungen oder Schmerzen äußern.

Der Krankheitsverlauf beim Brustkrebs ist durch die frühe Entstehung von Streuherden (Metastasen) gekennzeichnet. Absiedlungen des Tumors bilden sich dabei zuerst in den Lymphknoten in der Achselhöhle. Weitere Körperstellen, an denen Streuherde auftreten können sind Knochen, Lunge, Gehirn und Leber.

Da Betroffene die Veränderungen der Brust oft spät bemerken und knotige Veränderungen durch einen Arzt schwer ertastet werden können, wurde 2002 das Mammographie-Screening-Programm eingeführt. Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren werden im Rahmen dieses Früherkennungsprogramms alle zwei Jahre zur Durchführung einer speziellen Röntgenuntersuchung der Brust, der Mammographie, eingeladen. Die Kosten für die Untersuchung tragen die Krankenversicherungen.

Die Therapie des Brustkrebs richtet sich wie bei allen Krebserkrankungen nach dem Stadium. Beim Brustkrebs müssen darüber hinaus weitere individuelle Merkmale der Krebszellen untersucht werden, um herauszufinden, mit welchen Medikamente die Betroffene wirksam behandelt werden kann. Die Krebszellen können zum Beispiel eine bestimmte Bindungsstelle aufweisen, die als Her2/neu-Rezeptor bezeichnet wird. Betroffene mit Her2/neu-positivem Brustkrebs sprechen zum Beispiel auf eine Antikörpertherapie mit Trastuzumab meist gut an, wohingegen sich eine Antihormontherapie mit Tamoxifen in diese Fällen als wenig wirksam erwiesen hat. Weitere Merkmale, die bei der Auswahl der passenden Behandlung berücksichtigt werden, sind der Östrogen- und Progesteron-Rezeptorstatus und der sogenannte Ki-67-Proliferationsindex.

Betroffene, deren Brustkrebs sich maximal bis in den nächsten Lymphknoten ausgebreitet hat, können durch eine Kombination aus einer operativen Behandlung, einer Bestrahlung und/oder eine medikamentösen Therapie behandelt werden. Während bei der operativen Behandlung früher immer die gesamte Brust entfernt wurde, kommen zunehmend Verfahren zum Einsatz, die einen Erhalt der Brust erlauben. Das Ziel der Behandlung ist es, den Tumor durch eine Operation aus dem Körper zu entfernen, alle Krebszellen im Körper zu zerstören und die Betroffene zu heilen (kurative Behandlung).

Betroffene, bei denen der Brustkrebs bereits Streuherde in anderen Organen (Fernmetastasen) gebildet hat, können mit den aktuell verfügbaren Therapien nicht geheilt werden. In solchen Fällen wird eine sogenannte palliative Behandlung durchgeführt. Dieser Behandlungsansatz zielt nicht auf die Heilung, sondern vorrangig auf die Linderung der Beschwerden ab, die durch den Brustkrebs oder die Nebenwirkungen der Behandlung hervorgerufen werden. Die palliative Behandlung besteht aus einer Antikörpertherapie, die abhängig vom Rezeptorstatus der Krebszellen mit einer Chemotherapie und Antihormontherapie kombiniert werden kann.

Die Prognose für Betroffene mit Brustkrebs ist relativ gut und konnte durch die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren weiter verbessert werden. 88% der betroffenen Frauen und 77% der betroffenen Männer sind 5 Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten ist es beim Brustkrebs jedoch möglich, dass die Erkrankung nach vielen Jahren zurückkehrt. Die regelmäßige Durchführung von Nachsorgeuntersuchungen ist daher beim Brustkrebs besonders wichtig.

Verfasst von Viomedo Redaktion