Beschreibung der Studie

Bei der Tiefen Hirnstimulation (THS) werden Patienten Elektroden im Gehirn implantiert, welche elektrisch eine Zielregion stimulieren. In der Behandlung von neurologischen Erkrankungen, insbesondere Bewegungserkrankungen wie z.B. Parkinson's, wird die THS bereits weltweit häufig genutzt. Derzeit wird die THS für verschiedene psychiatrische Erkrankungen erforscht - hauptsächlich für die Behandlung von Zwangserkrankungen und behandlungsresistenten Depressionen. Die Behandlung psychiatrischer Patienten mit diesem in das Gehirn direkt eingreifenden Verfahren wird nicht ohne Vorbehalte aufgenommen. Bereits in den Behandlungen von neurologischen Erkrankungen ist eine große ethische Debatte um die THS entbrannt. Einer der Auslöser hierfür waren beobachtete Persönlichkeitsänderungen einiger Patienten nach THS. Ebenso blieben in einigen Fällen über die in Studien erfassten Effekte der Behandlung auf einige Symptome hinaus aufs Ganze betrachtet Verbesserungen aus der von den Patienten empfundenen Perspektive aus - ein prominentes Beispiel hierfür ist das Buch "Tief im Hirn" von Helmuth Dubiel, einem Deutschen Soziologen, der zu der Behandlung von Parkinson's THS erhielt. Basierend auch auf Dubiels Buch, wurde später der Begriff 'Narrative Bioethik' geprägt. Im Sinne dieser narrativen Bioethik sollen im beschriebenen Forschungsvorhaben die von den Patienten empfundenen Effekte der THS für Depressionen erforscht werden. In qualitativen Interviews sollen Daten hierzu erfasst werden. Die entstehenden Daten können dabei die Bioethik unterstützen, sowie helfen neue Fragestellungen und Ansätze für die klinische Forschung und Praxis zu produzieren. Interviewt werden sollen Patienten bei denen Patienten Elektroden zur Tiefen Hirnstimulation gegen Depressionen implantiert wurden.

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Studiendetails

Studienziel Ziel der Studie ist die Erhebung qualitativer Daten zur Beurteilung der Phänomenologie der Tiefen Hirnstimulation für Depressionen, nach einer Behandlungsdauer von mindestens 2 Wochen.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 5
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum FreiburgKlinik für Psychiatrie und PsychotherapieAbteilung für Interventionelle Biologische Psychiatrie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Teilnahme an der Studie FORESEE (ClinicalTrials.gov NCT01095263), FORESEE II (ClinicalTrials.gov NCT01778790) oder FORESEE III (ClinicalTrials.gov NCT03653858); Aktive Behandlung mit THS über mindestens zwei Wochen

Ausschlusskriterien

  • Akute psychotische oder manische Episode

Adressen und Kontakt

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Abteilung für Interventionelle Biologische Psychiatrie, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Major Depressive Disorder (MDD) ist eine schwere psychiatrische Erkrankung die in etwa 20% der Fälle eine Behandlungsresistenz aufweist. Derzeit wird die Tiefe Hirnstimulation (THS) als eine mögliche Behandlungsoption für diese Behandlungsresistenten Fälle erforscht. THS ist für die Behandlung von Parkinson und Dystonie zugelassen. Zusätzlich zu der Behandlung von Depressionen wird THS derzeit auch für die Behandlung von Zwangserkrankungen erforscht. Einige Patienten, die THS für die Behandlung neurologischer Erkrankungen erhalten haben, erfuhren Veränderungen in Ihrer Persönlichkeit, Identität, subjektiver Willensfreiheit und Authentizität, und Autonomie. Diese erst nach Zulassung und weit verbreitetem Einsatz der Behandlung publik gewordenen Nebeneffekte haben eine bioethische Diskussion zu dieser Behandlungsform ausgelöst. Unter anderem wurde kritisiert, dass die in der klinischen Datenerhebung genutzten Methoden nicht dafür vorbereitet sind, subtile und nicht in herkömmlichen Skalen Kodifizierte Behandlungseffekte zu reflektieren. Vor diesem Hintergrund haben einige begonnen qualitative Studien mit den behandelten Patienten durchzuführen. Eine solche qualitative Studie wurde auch im Kontext der Behandlung psychiatrischer Erkrankungen, d.h. in der Behandlung von Zwangserkrankungen, mit THS durchgeführt. Die hier vorgestellte Studie plant qualitative Interviews mit den Teilnehmern mehrerer in Deutschland durchgeführter klinischer Studien, in denen Patienten mit behandlungsresistenter Depression Elektroden zur tiefen Hirnstimulation im superolateralen Anteil des medialen Vorderhirnbündels (slMFB) implantiert wurden. Inhaltlich basieren die Fragen und die Analyse auf der Leibphänomenologie, während Methodologisch die Daten mithilfe von Grounded Theory verarbeitet werden. Ziel des Projekts ist die systematische Analyse der subjektiven Effekte der tiefen Hirnstimulation für Depressionen.

Quelle

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