Beschreibung der Studie

Weist ein Patient Verletzungen an mehreren Körperregionen auf und ist davon mindestens eine, oder die Kombination mehrerer Verletzungsmuster, lebensbedrohlich, so spricht man von einem Polytrauma. Wenn im Rahmen eines Polytraumas ein Patient in die Klinik eingeliefert wird, ist man auf extrem kurze Untersuchungszeiten angewiesen, um sich möglichst schnell einen genauen und präzisen Überblick über die Akutsituation verschaffen zu können. MRT und CT sind gängige Untersuchungsverfahren, die meist zur Notfalldiagnostik in der Rettungsstelle zur Verfügung stehen. Die Magnetresonanztomographie ist ein Schnittbildverfahren der diagnostischen Radiologie, welches sich besonders zur Beurteilung und Darstellung von Weichteilstrukturen und Nervengewebe eignet. Im Gegensatz zur Computertomographie kommt sie ohne Verwendung von Röntgenstrahlen oder anderen ionisierenden Strahlen aus. Hier erfolgt die Untersuchung mit Hilfe eines starken Magnetfeldes. Bisher sind keine langfristigen Folgeschäden bekannt. Nachteile sind die relativ lange Untersuchungsdauer, wodurch sich insbesondere bei Kindern die Notwendigkeit einer Sedierung ergeben kann, um das Ruhigliegen zu gewährleisten. Außerdem dürfen Patienten mit bestimmten metallischen Körperimplantaten, aufgrund der Magnetfeld-Wechselwirkungen, keine eine MRT-Untersuchung erhalten. Die Computertomographie ist ein auf Röntgenstrahlen basierendes Verfahren, bei dem mittels einer rotierende Röntgenröhre viele zweidimensionale Schnittbilder aus verschiedenen Richtungen erzeugt werden, welche anschließend zu dreidimensionalen Datensätzen zusammengerechnet werden können. Ein Nachteil ist die hohe Belastung an ionisierender Strahlung, mit der die Computertomographie in Deutschland zu mehr als 50% der Strahlenexposition der Bevölkerung aus medizinischen Quellen beiträgt. Die CT nimmt dennoch einen hohen Stellenwert in der notfallmedizinischen Versorgung ein, da selbst Darstellungen größerer Körperteile dank moderner Technik in nur wenigen Minuten durchgeführt werden können. Bereits seit 2011 gibt es von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) publizierte Leitlinien (S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung, AWMF 2011, Düsseldorf) als Standardprozedere. Diese wurden zuletzt im Jahr 2017 aktualisiert. Fundierend auf mehreren Studien gibt es klar definierte Unfallmechanismen, die eine Ganzkörper-Polytrauma-Computertomographie, trotz der damit verbundenen Strahlenbelastung, nach sich ziehen sollten. In der S3-Leitlinie der Polytraumata wurde bis zum Jahr 2016 keine Sonderstellung und/oder besondere Differenzierung zum diagnostischen Vorgehen mit Blick auf pädiatrische Patienten vorgenommen. In der Aktualisierung von 2017 wird explizit darauf verwiesen, dass sich die Angaben auf erwachsene Patienten beziehen und sich nur vereinzelte Empfehlungen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen finden. In einer Studie aus dem Jahr 2015 basierend auf einer Auswertung aus dem Traumaregister® der DGU konnte kein Vorteil der Ganzkörper-CT beim kindlichen Schwerverletzten im Vergleich zu einem konventionellen diagnostischen Vorgehen gezeigt werden. Dennoch zeigen Untersuchungen, dass das Ganzkörper-CT weiterhin seinen Stellenwert hat. Eine alternative, strahlenlose Methode wäre ein Ganzkörper-MRT. Besagte Polytrauma-MRT für Kinder ist in der Literatur bislang kaum publiziert. Dennoch gibt es Kliniken, in denen dies bereits regelhaft durchgeführt wird. Jedoch ist auch in diesen Fällen kein standardisierter Diagnostikalgorithmus beschrieben und dieses Vorgehen weder evaluiert noch validiert. Zu untersuchen ist, ob sich für Kinder eine Ganzkörper-MRT-Diagnostik, trotz langer Untersuchungszeiten, als strahlenschonendere Methode in der Notfallsituation vorteilhafter erweist im Vergleich mit der strahlenintensiven, aber schnell durchführbaren Ganzkörper-CT-Untersuchung.

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Studiendetails

Studienziel * AIS (Abbreviated Injury Scale) Dieses 1971 entwickelte System soll die Folgen traumatischer Einflüsse auf den menschlichen Körper aufzeigen. Einer Verletzung wird je nach Lokalisation (Kopf, Thorax, Abdomen, Wirbelsäule/Rückenmark, Becken, obere Extremitäten, untere Extremitäten sowie Weichteile) und Verletzungsart (z.B. offene/geschlossene Fraktur, Anzahl gebrochener Rippen, etc.) ein AIS-Code zugeordnet. Jedem dieser Codes wird wiederum eine Verletzungsschwere zwischen 1-6 zugeteilt. Es ergibt sich ein Zahlencode, der repräsentativ für die Verletzung/Kombinationsverletzung, ihre Lokalisation und die Schwere ist und sich wissenschaftlich vergleichen lässt. Dieser ist jedoch nicht proportional zur Mortalität, da die Werte immer in Bezug auf die jeweilige Körperregion gesehen werden müssen. ** ISS (Injury Severity Score) Der ISS ist eine 1974 entwickelte anatomische Tabelle zur Einordnung der Verletzungsschwere von Patienten. Er ist hilfreich um eine Beurteilung der Mortalität aus dem erfassten AIS Code abzuleiten. Die definierten Körperregionen sind: • Kopf oder Hals • Gesicht • Thorax • Abdomen/Beckeninhalt • Extremitäten/Beckengürtel • äußerliche Verletzungen Die AIS Codes der drei schwerstverletzten Körperregionen werden zur Berechnung des ISS quadriert und die Summen anschließend addiert. Es ergeben sich Zahlenwerte zwischen 0 und 75 Punkten, wobei für gewöhnlich ein Patient mit einem Wert von ISS>16 als schwerverletzt gilt. Zu untersuchen ist in dieser Studie, inwieweit der Schweregrad, das Alter, der Unfallmechanismus sowie die Art der Verletzungen Auswirkungen auf die Wahl der Untersuchungsmethode haben. AIS und ISS werden retrospektiv nach Entlassung aus dem Krankenhaus erhoben und berechnet.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Universitätsmedizin Greifswald Klinik und Poliklinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Rehabilitative Medizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien für die Betrachtung:
  • alle dokumentierten Patienten von 2011 bis 2018 im Alter zwischen 0 bis 16 Jahren, die im Rahmen einer Trauma-Diagnostik ein Ganzkörper-CT oder Ganzkörper-MRT erhalten haben
  • Patienten aus dem Unfallkrankenhaus Berlin und der Universitätsmedizin Greifswald

Ausschlusskriterien

  • fehlende Daten, Bildgebung via MRT/CT aus nicht-traumatologischer Ursache

Adressen und Kontakt

Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald

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Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin

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Häufig gestellte Fragen

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Weist ein Patient Verletzungen an mehreren Körperregionen auf und ist davon mindestens eine, oder die Kombination mehrerer Verletzungsmuster, lebensbedrohlich, so spricht man von einem Polytrauma. Wenn im Rahmen eines Polytraumas ein Patient in die Klinik eingeliefert wird, ist man auf extrem kurze Untersuchungszeiten angewiesen, um sich möglichst schnell einen genauen und präzisen Überblick über die Akutsituation verschaffen zu können. MRT und CT sind gängige Untersuchungsverfahren, die meist zur Notfalldiagnostik in der Rettungsstelle zur Verfügung stehen. Die Magnetresonanztomographie ist ein Schnittbildverfahren der diagnostischen Radiologie, welches sich besonders zur Beurteilung und Darstellung von Weichteilstrukturen und Nervengewebe eignet. Im Gegensatz zur Computertomographie kommt sie ohne Verwendung von Röntgenstrahlen oder anderen ionisierenden Strahlen aus. Hier erfolgt die Untersuchung mit Hilfe eines starken Magnetfeldes. Bisher sind keine langfristigen Folgeschäden bekannt. Nachteile sind die relativ lange Untersuchungsdauer, wodurch sich insbesondere bei Kindern die Notwendigkeit einer Sedierung ergeben kann, um das Ruhigliegen zu gewährleisten. Außerdem dürfen Patienten mit bestimmten metallischen Körperimplantaten, aufgrund der Magnetfeld-Wechselwirkungen, keine eine MRT-Untersuchung erhalten. Die Computertomographie ist ein auf Röntgenstrahlen basierendes Verfahren, bei dem mittels einer rotierende Röntgenröhre viele zweidimensionale Schnittbilder aus verschiedenen Richtungen erzeugt werden, welche anschließend zu dreidimensionalen Datensätzen zusammengerechnet werden können. Ein Nachteil ist die hohe Belastung an ionisierender Strahlung, mit der die Computertomographie in Deutschland zu mehr als 50% der Strahlenexposition der Bevölkerung aus medizinischen Quellen beiträgt. Die CT nimmt dennoch einen hohen Stellenwert in der notfallmedizinischen Versorgung ein, da selbst Darstellungen größerer Körperteile dank moderner Technik in nur wenigen Minuten durchgeführt werden können. Bereits seit 2011 gibt es von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) publizierte Leitlinien (S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung, AWMF 2011, Düsseldorf) als Standardprozedere. Diese wurden zuletzt im Jahr 2017 aktualisiert. Fundierend auf mehreren Studien gibt es klar definierte Unfallmechanismen, die eine Ganzkörper-Polytrauma-Computertomographie, trotz der damit verbundenen Strahlenbelastung, nach sich ziehen sollten. Gerade Kinder gelten der Literatur nach als besonders strahlensensibel. Durch die abweichende Anatomie aufgrund der geringeren Körpergröße liegen die empfindlichen Organe näher an einem strahlenexponierten Feld als bei einem Erwachsenen. Des Weiteren sind sich ständig teilende Zellen, wie sie im wachsenden Gewebe gehäuft vorkommen, um ein Vielfaches anfälliger für DNA-Schäden durch ionisierende Strahlung. In der S3-Leitlinie der Polytraumata wurde bis zum Jahr 2016 keine Sonderstellung und/oder besondere Differenzierung zum diagnostischen Vorgehen mit Blick auf pädiatrische Patienten vorgenommen. In der Aktualisierung von 2017 wird explizit darauf verwiesen, dass sich die Angaben auf erwachsene Patienten beziehen und sich nur vereinzelte Empfehlungen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen finden. In einer Studie aus dem Jahr 2015 basierend auf einer Auswertung aus dem Traumaregister® der DGU konnte kein Vorteil der Ganzkörper-CT beim kindlichen Schwerverletzten im Vergleich zu einem konventionellen diagnostischen Vorgehen gezeigt werden. Dennoch zeigen Untersuchungen, dass das Ganzkörper-CT weiterhin seinen Stellenwert hat. Eine alternative, strahlenlose Methode wäre ein Ganzkörper-MRT. Besagte Polytrauma-MRT für Kinder ist in der Literatur bislang kaum publiziert. Dennoch gibt es Kliniken, in denen dies bereits regelhaft durchgeführt wird. Jedoch ist auch in diesen Fällen kein standardisierter Diagnostikalgorithmus beschrieben und dieses Vorgehen weder evaluiert noch validiert. Zu untersuchen ist, ob sich für Kinder eine Ganzkörper-MRT-Diagnostik, trotz langer Untersuchungszeiten, als strahlenschonendere Methode in der Notfallsituation vorteilhafter erweist im Vergleich mit der strahlenintensiven, aber schnell durchführbaren Ganzkörper-CT-Untersuchung.

Quelle

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