Beschreibung der Studie

Trotz der hohen Inzidenz von 30-40% einer anhaltenden Neglekt-Symptomatik insbesondere bei rechts-hemisphärischen Schlaganfällen und deren schlechten prognostischen Wert in Bezug auf Erlangen von Gehfähigkeit und Selbständigkeit im Alltag, sind nur wenige Therapien zur Verbesserung der Neglektsymptomatik im klinischen Alltag etabliert und sehr wenige von diesen wissenschaftlich fundiert untersucht worden. Dabei wird die Effektivität fast sämtlicher konventionellen Therapien in der Neurorehabilitation des Schlaganfalls bei Vorliegen eines Neglekts beeinträchtigt. Neue Therapieansätze sowie deren Fundierung sind notwendig, um insbesondere frühe Remissionsprozesse zu unterstützen. Erste Untersuchungen konnten eine förderliche Wirkung transkranieller Gleichstromstimulation auf die Rehabilitation einer linksseitigen Neglektsymptomatik zeigen. Die Wirkungsweisen und Modalitäten transkranieller Gleichstromstimulation sind Gegenstand internationaler Forschungsvorhaben und vielfach diskutiert. Hierbei ist unter anderem die Rolle der interhemisphärischen Inhibition zu nennen. Unklar bleibt, ob eine exzitatorische Stimulation des parietalen Kortex bei gleichzeitiger inhibitorischer Stimulation des kontralateralen Areals oder eine exzitatorische Stimulation alleinig des involvierten Netzwerks zu einer Verbesserung in der Neglektsymptomatik führt.

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Studiendetails

Studienziel Auslassungen im Bell`s Test direkt nach der Intervention im Vergleich zu vor der Intervention
Status Teilnahme möglich
Studienphase 2
Zahl teilnehmender Patienten 12
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Recura Kliniken, Medizinischer Beirat

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Ischämischer oder hämorrhagischer rechtshemisphärischer Schlaganfall (bildgebend bestätigt)
  • Frühe subakute Phase (7 – 70 Tage nach Schlaganfall)
  • Alter ≥ 18 Jahre
  • Vorhandensein visuell-räumlicher Neglekt
  • Rechtshändigkeit
  • Die Patienten sollen in der Lage sein, die Studie – mit entsprechend angepasster Erklärung – zu verstehen und müssen einwilligungsfähig sein.

Ausschlusskriterien

  • Anamnestisch schwere Alkoholkrankheit oder Drogenmissbrauch, schwere psychiatrische Erkrankungen wie Depression, Psychose (falls nicht in Remission)
  • Vorangegangener Schlaganfall
  • Schwere kognitive Defizite
  • Sehstörungen, die sicht nicht durch eine Sehhilfe ausgleichen lassen
  • Psychotrope Medikamente, GABAerge Präparate (L-DOPA, SSRI und Antiepileptika aufgrund nicht epileptischer Indikation erlaubt bei konstanter Dosis)
  • Schwangerschaft
  • Historie Schweres Schädelhirntrauma, Kopf-OP, Metallimplantat im Gehirn
  • Schrittmacher
  • Teilnahme an weiteren Interventionsstudien

Adressen und Kontakt

Neurologische Rehabilitation, Beelitz-Heilstätten

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Häufig gestellte Fragen

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Die tDCS Hirnstimulation als therapieadjuvante Applikation ist im Bereich der Neglektsymptomatik in wenigen Studien untersucht und erste positive Effekte nachgewiesen worden. Sparing et al. (2009) verwendeten ein Protokoll, in dem sie die anodale Stimulation des posterioren, parietalen Kortex mit einer reinen Inhibierung des kontraläsionellen Areals sowie einer Scheinstimulation verglichen. Hier konnten erstmals Effekte auf die Neglektsymptomatik durch entweder eine anodale, fazilitierende Stimulation der betroffenen Hemisphäre als auch eine kathodale, inhibierende Stimulation des kontraläsionellen Parietalkortex bei einer Stromintensität von 1mA am Line Bisection Test gezeigt werden. Diese persistierten auch bis 20 min nach Interventionsende. Nicht untersucht wurde jedoch eine bilaterale Stimulation. Gleichzeitig wurden mit der Referenzelektrode über Cz sowie einer Elektrodengröße von 25cm² für die aktive bzw. 35 cm² für die Referenzelektrode beide Elektroden sehr nah beieinander platziert, was wiederum vermuten lässt, dass der Stromfluss größtenteils oberflächlich erfolgte. Zusätzlich wurde in dieser Studie rein die Stimulation des Parietalkortex untersucht. Hier fehlt die Gegenüberstellung mit einer anderen der Neglektsymptomatik assoziierten Struktur. Die Traktbahnen des Fasciculus longitudinalis superior verbinden den Parietalkortex, in dem vermutet wird, dass räumliche Aufmerksamkeit prozessiert wird, mit dem präfrontalen Kortex. Es wird vermutet, dass eine top-down Prozessierung räumlicher Information über diese Bahnen ausgetauscht wird. Gleichzeitig konnten Lesion-Symptom-Mapping Analysen eine Beteiligung von subkortikalen Strukturen an Neglektsymptomatiken zeigen. In wiefern eine Stimulation des ipsiläsionellen Parietalkortex in Richtung des präfrontalen Kortex eine Remission der Neglektsymptomatik bewirkt, wurde bisher nicht untersucht. Daher bleibt die Frage nach dem geeigneten Stimulations-Setup offen. Allerdings sind randomisierte, klinische Studien mit angemessener Fallzahl dringend notwendig, um bessere Aussagen zu der Anwendung von transkranieller Gleichstromstimulation bei Neglekt treffen zu können. Hierfür ist es entscheidend, die Entscheidungsgrundlage für die Stimulationsparameter durch ausreichend pilotierte Studien zu unterstützen. (Nachträgliche Änderung des ursprünglichen Designs: Hinzufügen einer zweiten Scheinbedingung. Genehmigt durch ein Amendment und entsprechendes Votum vom 14.3.2019)

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