Beschreibung der Studie

Diabetesbedingte Folgeerkrankungen und Komplikationen sind relevante Kosten- und Nutzungsfaktoren im Gesundheitswesen. Seit Jahrzehnten spielt die strukturierte Diabetesaufklärung eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM). Mit diesen Schulungen wird versucht, die Betroffenen in die Lage zu versetzen den Krankheitsprozess selbst zu beeinflussen, indem sie sich Wissen über Gesundheitsverhalten wie gesunde Ernährung, Bewegung und kardiovaskuläre Risiken aneignen. Die Studie wird als prospektive Längsschnittstudie durchgeführt. Die Patienten werden über einen Zeitraum von 12 Monaten in ambulanten Arztpraxen rekrutiert. Die Patienten werden einbezogen, wenn sie über 18 Jahre alt sind, die Diagnose T2DM haben und zum ersten Mal an strukturierten Diabetes-Trainings teilnehmen sollen. Es findet eine schriftliche Befragung mit standardisierten Fragebögen statt. Ziel des Projekts ist es, die Praxis der strukturierten Patientenschulungen und die Auswirkungen auf verschiedene Teilnehmertypen zu analysieren. Dabei wird vor allem auf ihre Art zu lernen eingegangen.

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Studiendetails

Studienziel Ziel des Projekts ist es die Praxis der strukturierten Diabetesschulungen im Rahmen des Disease-Management-Programms „Diabetes mellitus Typ 2“ und die Auswirkungen auf unterschiedliche Patiententypen zu analysieren. Die Patienten erhalten bei Einschluss in die Studie (T1) einen Fragebogen, mittels dessen folgende Aspekte erfasst werden: - Lerntyp - Erkrankungswissen - Informationsbedarf - Diabetes Selbstmanagement - Lebensqualität - Gründe für die Nicht-Inanspruchnahme einer strukturierten Schulung - soziodemographische und –ökonomische Faktoren Studienteilnehmerinnen und –teilnehmer die in der Erstbefragung angegeben hatten eine strukturierte Schulung wahrnehmen zu wollen erhalten nach Schulungsabschluss (T2) einen weiteren Fragebogen: - Lernerfolg (mehr Erkrankungswissen und besseres Selbstmanagement) - Schulungswahrnehmung - Gründe für die Inanspruchnahme einer strukturierten Schulung - familiäre Unterstützung - Lebensqualität Sechs Monate nach der Schulung bzw ca. 9 Monate bei Patienten die nicht an einer Schulung teilnehmen wollten, erhalten alle Teilnehmenden einen letzten Fragebogen (T3): - Kontinuität des Selbstmanagements - Retention des Diabeteswissens - familiäre Unterstützung - Lebensqualität - Gründe für die Inanspruchnahme einer strukturierten Schulung, für Patienten die doch an einer Schulung teilnahmen Der Schulungserfolg wird anhand des (gewonnenen) Diabeteswissens, des Selbstmanagements und der Lebensqualität ermittelt. Dabei wird der Zusammenhang mit dem Lerntyp und dem Sozioökonomischen Status untersucht. Dabei sollen mögliche Verbesserungen für sozial Benachteiligte erarbeitet werden .
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 700
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Wilhelm-Roux-Programm zur Nachwuchs- und Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Weitere Informationen Studienwebseite

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Erwachsene Patienten mit T2DM, die erstmalig an einer strukturierten Patientenschulung teilnehmen (sollen).

Ausschlusskriterien

  • Nicht ausreichende Sprachkenntnisse, andere Formen von DM, Patienten die schon an strukturierten Schulungen teilnahmen.

Adressen und Kontakt

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Praxis, Sachsen-Anhalt

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Praxis, Thüringen

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Häufig gestellte Fragen

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Diabetes mellitus (DM) hat in Deutschland und allen modernen Gesellschaften eine zentrale gesundheitspolitische Bedeutung. Diabetes-bedingte Folgeerkrankungen und Komplikationen sind relevante Kosten- und Inanspruchnahmefaktoren im Gesundheitssystem. Als Behandlungsziel für Menschen mit DM werden in den aktuellen Leitlinien u.a. normnahe Blutzuckerwerte sowie regelmäßige Stoffwechselkontrolle und Screening auf Folgeerkrankungen empfohlen. Strukturierte Patientenschulungen nehmen bereits seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle in der Behandlung und Betreuung von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) ein. Mit den Schulungen wird ein Patienten-Empowerment angestrebt. Dies soll dazu führen, die Diabetes-spezifischen Therapieanforderungen im Alltag erfolgreich umzusetzen. Während im internationalen Kontext die Wirksamkeit von Patienten- und Selbstmanagementschulungen umfangreich untersucht ist, sind Studien zu Effekten von strukturierten Schulungsprogrammen für Diabetes mellitus im deutschsprachigen Raum selten und Kenntnisse über die Teilnehmenden an den Schulungen und die Effekte der Schulungen liegen nur wenige vor. Ziel des Projekts ist es im Rahmen einer prospektiven Längsschnittstudie die Praxis der strukturierten Schulungen und die Auswirkungen auf unterschiedliche Patiententypen zu analysieren. Dabei sollen mögliche Verbesserungen für sozial Benachteiligte, die sowohl eine höhere Prävalenz an Typ 2 Diabetes, als auch mehr Komplikationen und schlechtere therapierelevante Parameter aufweisen als sozial bessergestellte Patientinnen und Patienten mit T2DM, erarbeitet werden. Folgende übergeordnete Fragestellungen stehen im Fokus der Studie: 1. Manifestieren sich soziale Ungleichheiten bei Personen mit T2DM in der Teilnahme an Patientenschulungen? 2. Manifestieren sich soziale Ungleichheiten bei Personen mit T2DM in unterschiedlichen Lerntypen? 3. Auf welchen Lerntyp fokussieren die strukturierten Patientenschulungen zu T2DM? 4. Wie erfolgreich sind die strukturierten Patientenschulungen bei den verschiedenen Lerntypen und den verschiedenen sozialen Gruppen? 5. Welche Handlungsempfehlungen lassen sich aus diesen Erkenntnissen ableiten? Die Studie ist als monozentrische Längsschnittstudie geplant und wird in einer Region umgesetzt, in der Armutsgefährdung und Diabetesprävalenz über dem Bundesdurchschnitt liegen. In ambulanten Hausarztpraxen und Facharztpraxen werden über einen Zeitraum von 12 Monaten Personen mit T2DM rekrutiert. Eingeschlossen werden Patientinnen und Patienten ab einem Alter von 18 Jahren, mit der Diagnose T2DM, die erstmalig für eine strukturierte Patientenschulung in Frage kommen. Es findet eine pseudonymisierte, schriftliche Befragung mit standardisierten Fragebögen statt. Die Daten werden mit inferenzstatistischen Methoden analysiert (u.a. Korrelationsanalysen, Regressionsmodelle, varianzanalytische Designs). Das beschriebene Projekt widmet sich mit der Analyse der Schulungseffekte einer der vordringlichen klinischen Versorgungsfragen bei T2DM und legt erstmals Erkenntnisse über Lerneffekte in den strukturieren Patientenschulungen des Disease Management Programms vor. Die Studie greift explizit die Lernvoraussetzungen für sozial schlechter gestellte Betroffene, einer hoch vulnerablen Gruppe in der diabetologischen Versorgung, auf und liefert Beiträge zur Erklärung unterschiedlicher Lernerfolge. Die Ergebnisse der Studie können dazu beitragen, einen Vorschlag zur ziel- und bedarfsgerichteten Schulung von sozial benachteiligten Personen mit T2DM zu erarbeiten und eine bessere Passfähigkeit der Schulungsangebote zu erstellen. So können Betroffene, die bislang weniger von entsprechenden Angeboten profitierten, zukünftig besser erreicht und damit Ungleichheiten in der Inanspruchnahme und im Erfolg strukturierter Diabetesschulung entgegengewirkt werden.

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