Beschreibung der Studie

Die Studie zielt auf die Erhebung der stimmlichen Erregbarkeit als physiologischen Marker unter sozialem Stress ab. Zentrale Frage ist, ob unter Berücksichtigung der sozialen Ängstlichkeit eine Unterdrückung der stimmlichen Erregung bzw. der Emotion Angst selbst möglich ist. Die Proband(inn)en führen daher Sprachaufgaben unter mehreren Bedingungen durch (z.B. Unterdrückung der Stimme oder des emotionalen Ausdrucks) durch, während derer die stimmliche Erregung, die körperliche Erregung (Hautleitfähigkeit) sowie die subjektive Einschätzung dieser erhoben werden. Diese werden in Beziehung gebracht, um den Umgang mit Stress besser zu verstehen sowie die stimmliche Erregung als emotionalen Parameter näher zu beleuchten.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Zeitpunkte: Messzeitpunkt 1 (Baseline ohne Stress) und Messzeitpunkt 2 (Task mit Stress) und Messzeitpunkt 3 (Task mit Stress unter Instruktion (Stimmunterdrückung vs. Emotionsunterdrückung vs. Achtsamkeit)) --> Frequenzanalyse stimmliche Erregung (fundamental frequency; physiologisch), Emotionsregulation (Fragebogen)
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 70
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Universität Freiburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • deutsche Muttersprache

Ausschlusskriterien

  • keine deutsche Muttersprache

Adressen und Kontakt

Universität, Freiburg im Breisgau

Vielen Dank! Wir haben Ihnen die angeforderten Kontaktdaten aus Freiburg im Breisgau via E-Mail geschickt.

Bitte überprüfen Sie auch Ihren SPAM Ordner.

Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, helfen wir Ihnen gerne. Unsere E-Mail-Adresse lautet kontakt@viomedo.de. Schreiben Sie uns Ihre Anregungen, Fragen und Tipps – auch Kritik und Probleme können Sie gerne äußern.

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Wir senden Ihnen die Kontaktdaten des Studienarztes und Informationen über mögliche nächste Schritte an Ihre E-Mail-Adresse

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Durch das Absenden erkläre ich mich ausdrücklich damit einverstanden, dass Viomedo meine Daten, einschließlich Gesundheitsdaten, verarbeitet, um mir die Kontaktdaten der Studie zuzusenden und um mir Informationen (z.B. über klinische Studien) per E-Mail zuzusenden. Mein Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Die Datenschutzerklärung, insbesondere die Hinweise zum Anfordern von Kontaktdaten und zum Studienberater, habe ich zur Kenntnis genommen.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Die körperliche Erregung spielt eine zentrale Rolle in der Beschreibung von Angststörungen wie auch wahrscheinlich in der Ätiologie der Psychopathologie (z.B. Beauchaine, 2001). Dabei fordern Diagnosesysteme wie das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders 5 (DSM 5; American Psychiatric Association, 2013) das Vorliegen von körperlichen Angstsymptomen wie Schwitzen, Zittern oder Herzklopfen insbesondere bei der Sozialen Angststörung. Die Forschung der letzten Jahre weist jedoch zunehmend darauf hin, dass es sich nicht um eine starke Übererregung, sondern vielmehr um eine Fehlinterpretation der Erregung handelt (z.B. Grossman, Wilhelm, Kawachi, & Sparrow, 2001; Mauss, Wilhelm, & Gross, 2003; Schmitz, Blechert, Krämer, Asbrand, & Tuschen-Caffier, 2012). Dies gilt für den Bereich der gängigen peripher-physiologischen Marker wie Elektrokardiogramm, Elektrodermale Aktivität etc. als grundlegend geprüft. Ein weiterer Marker darüber hinaus liegt in der Aufregung der Stimme (Zittern, erhöhter Anstieg der Stimme, schwach ausgeprägte Lautstärke; Weeks et al., 2012). Diese wird insbesondere subjektiv als Marker für soziale Kompetenz erfasst (Cartwright-Hatton, Hodges, & Porter, 2003; Rapee & Lim, 1992). Mit der Möglichkeit, die Stimme auch physiologisch als objektiven Marker zu analysieren, ergibt sich die Perspektive, auch hier subjektive gegen objektive Wahrnehmung zu prüfen. Unangenehme Emotionen wie auch das Erleben körperlicher Reaktionen werden im Bereich der Psychopathologie häufig mit dysfunktionaler Emotionsregulation, insbesondere der Unterdrückung der Reaktion, in Verbindung gebracht (Aldao, Nolen-Hoeksema, & Schweizer, 2010). Die Unterdrückung der emotionalen Reaktion wurde bereits mit einer Erhöhung der elektrodermalen Aktivität, also einer erhöhten körperlichen Anspannung, in Verbindung gebracht (Butler, Gross, & Barnard, 2014; Dan-Glauser & Gross, 2015; Gross & Levenson, 1993). Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob sich die Aufregung in der Stimme im Vergleich zur sonstigen peripher-physiologischen Aufregung leichter unterdrücken lässt, um den äußeren Anschein von Ruhe zu erwecken. Somit lässt sich festhalten, dass die Analyse der Stimme eine wichtige physiologische Ergänzung zu gängigen peripher-physiologischen Markern stellt und deren Beeinflussbarkeit durch Stress sowie willentliche Unterdrückung nicht ausreichend geklärt ist. Aus diesem Grund wollen wir eine Stichprobe von Studierenden unter Berücksichtigung der sozialen Ängstlichkeit untersuchen, um die Beeinflussbarkeit stimmlicher und emotionaler Parameter besser zu verstehen. Nach Aufklärung über die Studie und informiertem Einverständnis nehmen die Probanden an mehreren Sprachaufgaben teil, die durch Pausen zum Rückgang der physiologischen Erregung getrennt sind. Parallel werden emotionale Erregung sowie Emotionsregulationsstrategien erfasst. Neben subjektiven Messungen (Fragebögen) finden somit auch psychophysiologische Messungen (Hautleitfähigkeit) und eine Tonaufnahme zur Auswertung der Stimmfrequenz statt. Ein genaueres Verständnis der stimmlichen Erregung kann zum Verständnis psychischer Störungen mit hoher sozialer Angst beitragen sowie auch zur Verbesserung therapeutischer Anwendungen, da expliziter auf den Patienten/die Patientin und seine/ihre Probleme eingegangen werden kann. Eine gezielte Förderung des Umgang mit Emotionen und Sprache hat das Potential, auch späteren Stressoren angemessen begegnen zu können und somit einen Rückfall in die Symptomatik zu vermeiden (Scharfstein, Beidel, Sims, & Rendon Finnell, 2011; Weeks et al., 2012). Fragestellung 1: Zusammenhang der stimmlichen Erregung und maladaptiven Emotionsregulation mit Ängstlichkeit Hypothese 1a: Bei einer sozialen Stressaufgabe ohne spezifische Instruktion hängt eine erhöhte Erregung in der Stimme mit einer erhöhten sozialen Ängstlichkeit (trait) zusammen. Hypothese 1b: Bei einer sozialen Stressaufgabe ohne spezifische Instruktion hängt eine erhöhte Erregung in der Stimme mit einer erhöhten Ängstlichkeit (state) zusammen. Hypothese 1c: Bei einer sozialen Stressaufgabe ohne spezifische Instruktion hängt ein häufiger Bericht der Emotionsregulationsstrategie Unterdrückung mit einer erhöhten sozialen Ängstlichkeit (trait) zusammen. Fragestellung 2: Vergleich der Stimmgrundfrequenz in der Baseline mit verschiedenen Stressbedingungen (Annahme: Baseline < Stress ohne Instruktion = Stress mit Instruktion Emotion = Stress mit Instruktion Stimme) Hypothese 2a: Im Vergleich zu einer Baseline-Sprechprobe ohne emotionale Erregung zeigt sich bei einer sozialen Stressaufgabe ohne spezifische Instruktion eine erhöhte Erregung in der Stimmfrequenz. Hypothese 2b: Im Vergleich zu einer Baseline-Sprechprobe ohne emotionale Erregung zeigt sich bei einer sozialen Stressaufgabe mit Instruktion der Unterdrückung der Emotion eine erhöhte Erregung in der Stimmfrequenz. Hypothese 2c: Im Vergleich zu einer Baseline-Sprechprobe ohne emotionale Erregung zeigt sich bei einer sozialen Stressaufgabe mit Instruktion der Unterdrückung der Aufregung in der Stimme eine erhöhte Erregung in der Stimmfrequenz. Fragestellung 3 (explorativ): Vorhersage maladaptive Emotionsregulation durch erhöhte Erregung in der Situation (Elektrodermale Aktivität, Stimmfrequenz). Hypothese 3: Die Häufigkeit der in der Situation berichteten Emotionsregulationsstrategie Unterdrückung kann durch die Elektrodermale Aktivität und die Stimmfrequenz vorhergesagt werden. Aldao, A., Nolen-Hoeksema, S., & Schweizer, S. (2010). Emotion-regulation strategies across psychopathology: A meta-analytic review. Clinical Psychology Review, 30(2), 217–237. doi:10.1016/j.cpr.2009.11.004 American Psychiatric Association. (2013). Diagnostic and statistical manual of mental disorders (5th ed.). Washington, DC: American Psychiatric Association. Beauchaine, T. P. (2001). Vagal tone, development, and Gray’s motivational theory: Toward an integrated model of autonomic nervous system functioning in psychopathology. Development and Psychopathology, 13(2), 183–214. doi:10.1017/S0954579401002012 Butler, E. A., Gross, J. J., & Barnard, K. (2014). Testing the effects of suppression and reappraisal on emotional concordance using a multivariate multilevel model. Biological Psychology, 98(1), 6–18. doi:10.1016/j.biopsycho.2013.09.003 Cartwright-Hatton, S., Hodges, L., & Porter, J. (2003). Social anxiety in childhood: The relationship with self and observer rated social skills. Journal of Child Psychology and Psychiatry, and Allied Disciplines, 44(5), 737–742. Dan-Glauser, E. S., & Gross, J. J. (2015). The temporal dynamics of emotional acceptance: Experience, expression, and physiology. Biological Psychology, 108, 1–12. doi:10.1016/j.biopsycho.2015.03.005 Gross, J. J., & Levenson, R. W. (1993). Emotional suppression: Physiology, self-report, and expressive behavior. Journal of Personality and Social Psychology, 64(6), 970–986. Grossman, P., Wilhelm, F. H., Kawachi, I., & Sparrow, D. (2001). Gender differences in psychophysiological responses to speech stress among older social phobics: Congruence and incongruence between self-evaluative and cardiovascular reactions. Psychosomatic Medicine, 63(5), 765–777. Mauss, I. B., Wilhelm, F. H., & Gross, J. J. (2003). Autonomic recovery and habituation in social anxiety. Psychophysiology, 40, 648–653. doi:DOI: 10.1111/1469-8986.00066 Rapee, R. M., & Lim, L. (1992). Discrepancy between self- and observer ratings of performance in social phobics. Journal of Abnormal Psychology, 101(4), 728–731. Scharfstein, L. A., Beidel, D. C., Sims, V. K., & Rendon Finnell, L. (2011). Social skills deficits and vocal characteristics of children with social phobia or asperger’s disorder: A comparative study. Journal of Abnormal Child Psychology, 39(6), 865–875. doi:10.1007/s10802-011-9498-2 Schmitz, J., Blechert, J., Krämer, M., Asbrand, J., & Tuschen-Caffier, B. (2012). Biased perception and interpretation of bodily anxiety symptoms in childhood social anxiety. Journal of Clinical Child and Adolescent Psychology, 41(1), 92–102. doi:10.1080/15374416.2012.632349 Weeks, J. W., Lee, C. Y., Reilly, A. R., Howell, A. N., France, C., Kowalsky, J. M., & Bush, A. (2012). “The Sound of Fear”: Assessing vocal fundamental frequency as a physiological indicator of social anxiety disorder. Journal of Anxiety Disorders, 26(8), 811–822. doi:10.1016/j.janxdis.2012.07.005

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: