Beschreibung der Studie

Bei der zervikalen Spinalkanalstenose liegt eine Verengung (Stenose) des knöchernen Kanals im Bereich der Halswirbelsäule (zervikal) vor, in dem das Rückenmark liegt. Eine Verengung dieses Kanals kann zu einer Schädigung des Rückenmarks (Myelopathie) führen. Es kann dann eine Entlastung des Rückenmarks von „hinten“ (dorsal), also vom Nacken aus, erforderlich sein mit anschließender Stabilisierung der knöchernen Strukturen mit einem Schrauben- und Stab-System (Spondylodese). Dadurch kommt es zu einer dauerhaften Bewegungseinschränkung. Bei Patienten, bei denen die Einengung des Rückenmarks hauptsächlich von dorsal erfolgt und bei denen kein Hinweis auf eine Instabilität vorliegt, kann auch eine sogenannte Arcorcristectomie erfolgen. Dabei wird der obere Anteil (Arcus) der Lamina (Wirbelbogen) des unteren Wirbelkörpers und das hier verlaufende Bandgewebe entfernt und somit der Spinalkanal erweitert. Da nur ein Teil des Wirbelbogens entfernt wird und damit sowohl der Dornfortsatz als auch die Nackenbänder (hintere Zuggurtung) erhalten bleiben, wird die Stabilität deutlich weniger beeinträchtigt. Eine Stabilisierung mit einem Schrauben-Stab-System ist daher nicht erforderlich. In unserer Klinik wird für diese Operationstechnik ein minimal-invasives, tubuläres System verwendet. Dabei wird über einen kleinen Hautschnitt und ein Arbeitskanal bis zum OP-Gebiet aufgedehnt und zuletzt eine Arbeitshülse eingebracht, durch die unter dem Operationsmikroskop operiert werden kann. Durch diese minimal-invasive Technik müssen keine Nackenmuskeln abgeschoben oder durchtrennt werden. Durch das seitliche Einbringen der Arbeitshülse können beide Seiten des Rückenmarks entlastet werden, sodass meist nur ein einziger Hautschnitt erforderlich ist. Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens ist die retrospektive Erfassung des peri- und postoperativen Behandlungsverlaufs von Patienten, die aufgrund einer Einengung des Rückenmarks mittels bilateraler Arcocristektomie über einen unilateralen, minimal-invasiven Zugang unter Verwendung eines tubulären Systems von 2010 bis 09/2018 behandelt wurden.

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Studiendetails

Studienziel Eintreten von Major-Komplikationen innerhalb von 30 Tagen nach Arcocristektomie: Tod, Myokardinfarkt, Vertebralisverletzung, Insult, Lungenembolie, schwere Pneumonie mit Beatmungspflichtigkeit, Re-Operation, neues motorisches Defizit KG ≤ 3/5, Verschlechterung der Myelopathie. Eintreten von Komplikationen im weiteren postoperativen Verlauf (z.B. Revisionsoperationen)
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 10
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinik für Neurochirurgie Universitätsklinikum Freiburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten ≥ 18 Jahre mit zervikaler Spinalkanalstenose, die im Zeitraum von 2010 bis 09/2018 mittels bilateraler Arcocristektomie über einen unilateralen, minimal-invasiven Zugang unter Verwendung eines tubulären Systems operativ behandelt wurden.

Ausschlusskriterien

  • Alter des Patienten < 18 Jahre.

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Klinik für Neurochirurgie, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Bestehen bereits deutliche klinische Anzeichen einer Rückenmarksschädigung infolge einer zervikalen Spinalkanalstenose, so wird nach aktueller Studienlage eine operative Behandlung empfohlen (1,2). Wenn eine Verengung des Spinalkanals über drei oder mehr Bewegungssegmente (multisegmental) vorliegt, kann eine Entlastung des Rückenmarks von hinten (dorsale Dekompression) durchgeführt werden mit anschließender Stabilisierung der knöchernen Strukturen über ein Schrauben-Stab-System (3). Alternativen zu dieser Operationstechnik sind z.B. eine Laminoplastie oder ein ventraler Zugang über mehrere Segmente. Bei der Laminoplastie werden die knöchernen Strukturen nicht vollständig entfernt und wieder z.B. mit kleinen Metallplättchen und Schrauben befestigt, um die Verwendung eines Schrauben-Stab-Systems zu vermeiden. Bei dem ventralen („von vorne“) Zugang, erfolgt die Entlastung des Rückenmarks über die Bandscheibenfächer mit anschließendem Einbringen von Platzhaltern (Cage) und ggf. auch Platten-/Schrauben-Systemen. Über das optimale Behandlungsverfahren besteht in der Literatur bisher keine Einigkeit (4,5). Eine weitere operative Möglichkeit ist die Arcocristektomie. Dabei wird der obere Anteil (Arcus) der Lamina des unteren Wirbelkörpers und das hier verlaufende Bandgewebe entfernt und somit der Spinalkanal erweitert. Da nur ein Teil des Wirbelbogens entfernt wird und damit sowohl der Dornfortsatz als auch die Nackenbänder (hintere Zuggurtung) erhalten bleiben, wird die Stabilität deutlich weniger beeinträchtigt. Eine Stabilisierung mit einem Schrauben-Stab-System ist daher nicht erforderlich. Diese Technik wurde bereits 2007 von Amaral et al. vorgestellt als offenes Verfahren über einen Mittellinienschnitt bei multisegmentaler zervikaler Spinalkanalstenose (6). Amaral et al. beschreiben eine kurz- und langfristige Verbesserung der Myelopathie ohne intra- oder postoperative Komplikationen sowie eine relativ kurze Operationsdauer. Tumturk et al. kombinierten die Technik der Laminoplastie mit der Technik der Arcocristektomie (7). Bei Stenose des Segmentes HWK6/7 wurde hier eine Arcocristektomie durchgeführt und in den kranialen Segmenten Laminoplastien. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Laminoplastie unter Beibehaltung der dorsalen Zuggurtung vorteilhaft ist zur Vorbeugung einer zervikalen Fehlstellung und Nackenschmerzen und auch die Arcocristektomie eine effektive Technik zur Vorbeugung von postoperativen Nackenschmerzen ist. Insbesondere die Arcocristektomie unter Erhaltung der Nackenmuskulatur und der Bandstrukturen lieferte klinische und radiologische Ergebnisse, die der konventionellen C7-Laminoplastik deutlich überlegen waren. Eicker et al. konnten in einer Kadaverstudie zeigen, dass die Arcocristektomie auch unter Verwendung minimal-invasiver Techniken möglich ist (8). Die Dekompression erfolgte dabei vollendoskopisch. Es wurde dabei eine ausreichende Dekompression unter weitgehendem Schutz der dorsalen knöchernen und bindegewebigen Strukturen erzielt. Bisher liegen keine Studienergebnisse zur Arcocristektomie in minimal-invasiver Technik unter Verwendung eines tubulären Systems vor. 1. Fehlings MG, Wilson JR, Yoon ST, Rhee JM, Shamji MF, Lawrence BD. Symptomatic progression of cervical myelopathy and the role of nonsurgical management: a consensus statement. Spine (Phila Pa 1976). 2013;38:S19-S20. 2. Karadimas SK, Erwin WM, Ely CG, Dettori JR, Fehlings MG. Pathophysiology and natural history of cervical spondylotic myelopathy. Spine (Phila Pa 1976). 2013;38:S21-S36. 3. Cabraja M, Abbushi A, Koeppen D, Kroppenstedt S, Woiciechowsky C. Comparison between anterior and posterior decompression with instrumentation for cervical spondylotic myelopathy: sagittal alignment and clinical outcome. Neurosurg Focus. 2010;28:E15. 4. Lawrence BD, Jacobs WB, Norvell DC, Hermsmeyer JT, Chapman JR, Brodke DS. Anterior versus posterior approach for treatment of cervical spondylotic myelopathy: a systematic review. Spine. 2013;38:S173-S182. 5. Farrokhi MR, Ghaffarpasand F, Khani M, Gholami M. An Evidence-Based Stepwise Surgical Approach to Cervical Spondylotic Myelopathy: A Narrative Review of the Current Literature. World Neurosurg. 2016;94:97-110. 6. Amaral SH, Silva MN, Giraldi M, et al. Multiple cervical arcocristectomies for the treatment of cervical spondylotic myelopathy: surgical technique and results. J Neurosurg Spine. 2007;7:503–508. 7. Tumturk A, Kucuk A, Menku A, Koc RK. En bloc cervical laminoplasty with preserving posterior structure and arcocristectomy in cervical spondylotic myelopathy. Turk Neurosurg. 2016;JTN.17440-16.0 8. Eicker SO, Klingenhöfer M, Stummer W, et al. Full-endoscopic cervical arcocristectomy for the treatment of spinal stenosis: results of a cadaver study. Eur Spine J. 2012;21:2487–2491.

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