Beschreibung der Studie

Im Rahmen der Untersuchung werden gesunde Probanden und Patienten mit einer Nikotinabhängigkeit untersucht. Die Untersuchung erfolgt in diesem Fall ambulant. Die Untersuchungsdauer beträgt für alle Teilnehmer ca. 2,5 Stunden. Es erfolgt hierbei die Durchführung einer Messung der Augenbewegung mit Hilfe eines Kamerasystems (sog. Eye-Tracking) während der Bearbeitung zweier Aufgaben während derer Bilder betrachtet werden und Reaktionszeitaufgaben bearbeitet werden. Zwischen den zwei Aufgaben findet eine Pause statt. Alle Studienteilnehmer werden wir zunächst bitten, verschiedene Fragebögen zu beantworten. Nach Ausfüllen der Fragebögen werden wir Blut abnehmen um Blutwerte (zum Beispiel Stresshormone und den Blutzucker) zu bestimmen, die einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Bildreize haben können. Im Anschluss daran findet eine 10-minütige Messung der Augenbewegung und der subjektiven Einschätzung verschiedener Bildreize statt. Daran schließt sich nach einer kurzen Pause eine zweite Messung von 10 Minuten Dauer an, bei der Stimuluspaare mit Bildern von Zigaretten, E-Zigaretten und Wörtern gebildet werden. Diese werden dem Probanden präsentiert und mittels Tastendruck bewertet, dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dessen Reaktionszeit. Da bestimmte Drogen (z.B. Marihuana) einen Einfluss auf das Alkoholverlangen und die Hormonkonzentrationen haben können, möchten wir ferner einen Urintest auf diese Substanzen bei Ihnen durchführen.

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Studiendetails

Studienziel Ziel der Studie ist die Erfassung der Differenz der mittels Eye-Tracking erfassten zeitlichen Dauer der visuellen Fixierung einzelner Bildstimuli verschiedener Stimuluskategorien (Neutral, Tabak, E-Zigaretten) in Millisekunden nach Abschluss der Messung und im Vergleich zu anderen Probandengruppen.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Männer und Frauen zwischen 20 und 65 Jahren
  • Diagnose: Nikotinabhängigkeit (DSM 5)
  • Ausreichende Fähigkeit, sich mit den Untersuchern zu verständigen, Fragen in mündlicher und schriftlicher Form zu beantworten
  • Fähigkeit zur Zustimmung nach ausführlicher schriftlicher Aufklärung („Fully Informed Consent“)
  • Einwilligung nach Aufklärung muss schriftlich vorliegen („Written Informed Consent“)
  • Normale oder korrigierbare (mit Kontaktlinsen) Sehschwäche

Ausschlusskriterien

  • Rückzug der Einwilligungserklärung
  • Alkohol-Intoxikation (Atemalkoholkonzentration > 0.0 ‰)
  • Achse-I-Störung nach ICD-10 und DSM 5 (außer Nikotinabhängigkeit bzw. Nikotinmissbrauch und spezifische Phobie innerhalb der letzten 12 Monate)
  • Pharmakotherapie mit psychoaktiven Substanzen innerhalb der letzten 14 Tage
  • Derzeitiger Drogenmissbrauch (THC, Amphetamin, Opiate, Benzodiazepine, Barbiturate und Kokain)
  • Tragen einer Brille (ohne die Möglichkeit Kontaktlinsen zu tragen)

Adressen und Kontakt

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

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Häufig gestellte Fragen

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Fragestellung In der Studie soll mittels Eye-Tracking und implizitem Assoziationstest die Einstellung nikotinabhängiger und gesunder Probanden gegenüber für Zigaretten und E-Zigaretten werbendem Bildmaterial untersucht werden, um ein Verständnis der Grundlage der Reaktionen auf diese Stimuli zu gewinnen. Hintergrund Zahlreiche Befunde sprechen dafür, dass Lernmechanismen in der Entwicklung und im Verlauf einer Abhängigkeitserkrankung eine zentrale Rolle spielen. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang assoziative Lernprozesse, bei denen vormals neutrale Stimuli und Umgebungskontextvariablen mit den belohnenden Effekten des Substanzkonsums verknüpft werden. Gemäß der etablierten „Incentive-Sensitization“ Theorie von Robinson und Berridge (1993) [1] führt die wiederholte Einnahme von abhängigkeitserzeugenden Substanzen über eine Sensibilisierung der dopaminergen Aktivität des Striatums zu einer Assoziation von mit der Abhängigkeitserkrankung zusammenhängender und vormals neutraler Stimuli mit den belohnenden Effekten der Substanz selbst. Dies führt in der Folge dazu, dass abhängigkeitsassoziierte Stimuli attraktiv erscheinen und die Aufmerksamkeit des Individuums stark auf sich binden können („attentional bias“). Studien konnten diese theoretische Annahme bestätigen. So konnte gezeigt werden, dass die Darbietung abhängigkeitsassoziierter Reize zu kürzeren Reaktionszeiten auf einen folgenden Zielreiz führt als die Darbietung neutraler Reize, was als Hinweis auf eine stärkere Aufmerksamkeitslenkung auf die abhängigkeitsassoziierten Reize interpretiert werden kann. Dieser Befund konnte bei Rauchern nachgewiesen werden [2, 3]. Studien, die andere Maße für eine Aufmerksamkeitslenkung hin zu abhängigkeitsassoziierten Reizen nutzten, z.B. Stroop-Paradigma, oder direkt die Augenbewegungen der Probanden untersuchten, konnten die Ergebnisse bestätigen [4-6]. So konnte ein Zusammenhang zwischen den mittels Eye-Tracking gemessenen Blickbewegungen und der Fixationsdauer während eines Dot-Probe Paradigmas mit alkoholassoziierten Bildstimuli und dem Verlangen nach Alkohol hergestellt werden [7, 8]. Zudem zeigten sich ähnliche Befunde bei Rauchern mit Tabak-assoziierten Reizen [9, 10]. Im Verlauf einer Abhängigkeitserkrankung spielen die Reaktionen auf diese Reize, welche auf subjektiver (z. B. Verlangen) und physiologischer Ebene (z. B. Hautleitfähigkeit, affektmodulierter Schreckreflex, Gehirnaktivität, Blickbewegungen) erfasst werden können, eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung einer Abhängigkeit. So konnte ein Zusammenhang zwischen der Darbietung abhängigkeitsassoziierter Stimuli und Verlangen („Craving“) nach der jeweiligen Substanz nachgewiesen werden, was auch mit einem erhöhten Rückfallrisiko assoziiert war [11]. Weiterhin konnte ein Zusammenhang zwischen der Aufmerksamkeitslenkung auf abhängigkeitsassoziierte Reize und Rückfallrisiko nachgewiesen werden [12]. Zudem zeigten sich Divergenzen bezüglich der objektiven und subjektiven Reaktionen auf abhängigkeitsassoziierte Stimuli. Aktuell gibt es kaum Befunde dazu, welche Stimulus-Eigenschaften konkret verantwortlich sind, dass Individuen eine subjektive Veränderung erleben (z.B. erhöhtes Verlangen) oder eine physiologische Reaktion stattfindet (z.B. Pupillenreaktion als Maß noradrenerger Aktivität im Locus coeruleus) und wie beide Maße zeitlich assoziiert sind. Eye-Tracking bietet eine Möglichkeit mit hoher zeitlicher Auflösung willkürliche und unwillkürliche Reaktionen auf die Darbietung von Stimuli zu untersuchen und die Fixation bestimmter Stimuluseigenschaften mit einer Veränderung subjektiver und objektiver Maße zu assoziieren [13]. Die non-invasive Messung von Augenbewegungen (Fixationen, Sakkaden, Pupillendurchmesser und weiterer Parameter) erfolgt über die Erfassung der Cornea-Reflexe und der Cornea-Größe mit Hilfe einer speziellen Kamera mit hoher zeitlicher Auflösung (1000 Hz), die über einen semi-transparenten Spiegel und mit Unterstützung einer Infrarot-Lichtquelle die Augenbewegungen erfasst, während die Probanden einen Bildschirm betrachten. Der Proband sitzt in definiertem Abstand vor einem LCD-Bildschirm auf dem ihm Bildstimuli präsentiert werden. Der Kopf liegt dabei auf einer Kinnstütze auf, um Kopfbewegungen zu minimieren. Auf Grund der vorgenannten Vorteile dieser Methodik, des nicht-Invasiven Charakters und der breiten Einsatzmöglichkeit scheint die Methodik geeignet um pathophysiologische Prozesse von Abhängigkeitserkrankungen mit hoher zeitlicher Auflösung zu untersuchen. In verschiedenen Studien wurde eine Abhängigkeit der Reaktion auf suchtassoziierte Reize von humoralen Parametern nachgewiesen. So konnte ein Zusammenhang zwischen Ghrelin und Leptin und dem Ausmaß des Alkohol-Reizinduzierten Cravings nachgewiesen werden [14, 15]. Ähnliche Befunde konnten auch für die Reaktion auf Tabakreize [16] gezeigt werden. Weitere Studien wiesen auf die Rolle der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) und deren Peptide Cortisol und ACTH bei der Modulation reizinduzierter Reaktionen und Suchtverlangen hin [17, 18]. Dies ist relevant für die aktuell geplante Untersuchung, da multiple Studien auf eine Veränderung der Gehirnaktivierung abhängig vom Plasmaspiegel von Leptin, Ghrelin (total, acetyliert), ACTH und Cortisol hinwiesen, u.a. in Bereichen die die Augenbewegung steuern [18, 19]. Eine Abhängigkeit der okulären Reagibilität von diesen Peptiden scheint dementsprechend plausibel und sollte im Rahmen einer Validierungsarbeit berücksichtigt werden. Greenwald et al. zeigten, dass der implizite Assoziationstest (IAT) Einstellungen zu sensiblen Themen besser sichtbar machen kann, da er resistent gegen soziale Erwünschtheit ist. [20] Davon ausgehend, dass das Gedächtnis in assoziierten Netzwerken organisiert ist und eine Reaktion schneller abläuft, wenn eine mit der impliziten Einstellung kongruente Assoziation gezeigt wird, ist er dazu geeignet implizite und explizite Einstellungen zu unterscheiden. Hierzu werden Stimuluspaare mit Bildern von Zigaretten, E-Zigaretten und Wörtern gebildet. Diese werden dem Probanden präsentiert und mittels Tastendruck bewertet, dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dessen Reaktionszeit. Anhand der gemessenen Reaktionszeit lassen sich Rückschlüsse auf die implizite und explizite Einstellung des Probanden ziehen. Wir erhoffen uns die Mechanismen zu identifizieren, die einen spezifischen Einfluss auf die Entstehung von Aufmerksamkeitsfokussierung und Nikotinverlangen bei abhängigen Patienten haben und ein Verständnis für die Grundlage dieser Reaktionen zu gewinnen, um so eine Reduktion der Rückfallwahrscheinlichkeit zu erreichen. Referenzen: 1. Robinson, T.E. and K.C. Berridge, The neural basis of drug craving: an incentive-sensitization theory of addiction. Brain Res Brain Res Rev, 1993. 18(3): p. 247-91. 2. Ehrman, R.N., et al., Comparing attentional bias to smoking cues in current smokers, former smokers, and non-smokers using a dot-probe task. Drug Alcohol Depend, 2002. 67(2): p. 185-91. 3. Bradley, B.P., et al., Attentional bias in drug dependence: vigilance for cigarette-related cues in smokers. Psychol Addict Behav, 2003. 17(1): p. 66-72. 4. Sharma, D., I.P. Albery, and C. Cook, Selective attentional bias to alcohol related stimuli in problem drinkers and non-problem drinkers. Addiction, 2001. 96(2): p. 285-95. 5. Mogg, K. and B.P. Bradley, A cognitive-motivational analysis of anxiety. Behav Res Ther, 1998. 36(9): p. 809-48. 6. Field, M., et al., Attentional biases for alcohol cues in heavy and light social drinkers: the roles of initial orienting and maintained attention. Psychopharmacology (Berl), 2004. 176(1): p. 88-93. 7. Field, M. and B. Eastwood, Experimental manipulation of attentional bias increases the motivation to drink alcohol. Psychopharmacology, 2005. 183(3): p. 350-357. 8. J, T. and D. T, Attentional bias associated with alcohol cues: differences between heavy and occasional social drinkers. Psychopharmacology, 2001. 157(1): p. 67-74. 9. Kang, O.S., et al., Individual differences in smoking-related cue reactivity in smokers: An eye-tracking and fMRI study. Progress in Neuro-Psychopharmacology and Biological Psychiatry, 2012. 38(2): p. 285-293. 10. Mogg, K., M. Field, and B.P. Bradley, Attentional and approach biases for smoking cues in smokers: an investigation of competing theoretical views of addiction. Psychopharmacology, 2005. 180(2): p. 333-341. 11. Seo, D. and R. Sinha, The neurobiology of alcohol craving and relapse. Handb Clin Neurol, 2014. 125: p. 355-68. 12. Marissen, M.A., et al., Attentional bias predicts heroin relapse following treatment. Addiction, 2006. 101(9): p. 1306-12. 13. Eckstein, M.K., et al., Beyond eye gaze: What else can eyetracking reveal about cognition and cognitive development? Dev Cogn Neurosci, 2017. 25: p. 69-91. 14. Koopmann, A., R. Schuster, and F. Kiefer, The impact of the appetite-regulating, orexigenic peptide ghrelin on alcohol use disorders: A systematic review of preclinical and clinical data. Biol Psychol, 2016. 15. Haass-Koffler, C.L., et al., Leptin levels are reduced by intravenous ghrelin administration and correlated with cue-induced alcohol craving. Transl Psychiatry, 2015. 5: p. e646. 16. von der Goltz, C., et al., Orexin and leptin are associated with nicotine craving: a link between smoking, appetite and reward. Psychoneuroendocrinology, 2010. 35(4): p. 570-7. 17. Sinha, R., New Findings on Biological Factors Predicting Addiction Relapse Vulnerability. Current Psychiatry Reports, 2011. 13(5): p. 398. 18. Sinha, R., The role of stress in addiction relapse. Current Psychiatry Reports, 2007. 9(5): p. 388-395. 19. Grosshans, M., et al., Association of leptin with food cue-induced activation in human reward pathways. Arch Gen Psychiatry, 2012. 69(5): p. 529-37. 20. Greenwald, A.G., D.E. McGhee, and J.L. Schwartz, Measuring individual differences in implicit cognition: the implicit association test. J Pers Soc Psychol, 1998. 74(6): p. 1464-80. 21. Statistisches Bundesamt. Rauchgewohnheiten nach Altersgruppen und Geschlecht. 2017 [cited 2018 14. Nov]; Available from: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/GesundheitszustandRelevantesVerhalten/Tabellen/Rauchverhalten.html. 22. Wittchen, H.U., M. Zaudig, and T. Fydrich, Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV (SKID-I und SKID-II) [The Structured Clinical Interview for DSM-IV (SCID-I and SCID II)]. 1997, Göttingen: Hogrefe. 23. Heatherton, T.F., et al., The Fagerström Test for Nicotine Dependence: a revision of the Fagerström Tolerance Questionnaire. British Journal of Addiction, 1991. 86(9): p. 1119-1127. 24. Hautzinger, M., et al., Beck-Depressions-Inventar (BDI). Testhandbuch. [Beck Depression Inventory (BDI). Manual.]. 2 ed. 1995, Bern. 25. Laux, L., et al., STAI: Das State-Trait Angstinventar. Theoretische Grundlagen und Handanweisung [STAI: The State-Trait Anxiety. Theoretical Background and Manual]. 1981, Weinheim: Beltz.

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