Beschreibung der Studie

Die klinische Differenzierung zwischen einem Morbus Parkinson (Parkinson’s disease, PD) und atypischen Parkinsonsyndromen (aPS) gestaltet sich insbesondere im Frühstadium häufig schwierig. Daher wird in der Routinediagnostik häufig auf apparative bzw. bildgebende Zusatzuntersuchungen zurückgegriffen. In der aktuellen S3-Leitlinie wird hierfür die Positronenemissionstomograpie (PET) mit [18F]Fluordesoxyglukose (FDG) als Marker des regionalen zerebralen Glukosestoffwechsels empfohlen. Der Wert der cMRT in der Differenzialdiagnostik von Parkinsonsyndromen hingegen ist weiterhin umstritten. In der S3-Leitlinie wird hier eine „kann“ Empfehlung ausgesprochen mit dem Verweis, das vergleichende Studien aktuell nicht erfolgt sind. Um optimale diagnostische Sicherheit zu erhalten, werden beide Verfahren in der klinischen Routine auch kombiniert eingesetzt, wobei letztendlich unklar ist, ob die cMRT der FDG-PET gleichwertig ist oder ob die Untersuchungen ggf. einen synergistischen Nutzen bieten. Ein Vergleich zwischen der diagnostischen Wertigkeit beider Verfahren, bzw. der Nachweis einer nicht Unterlegenheit der cMRT gegenüber der FDG-PET an identischen Patienten ist bisher nicht erfolgt. Wir streben daher an, multizentrisch, prospektiv Patienten mit dem V.a. ein atypisches Parkinsonsyndrom zu rekrutieren und bei diesen jeweils eine FDG-PET sowie eine cMRT durchzuführen um so die diagnostische Wertigkeit der beiden Verfahren miteinander zu vergleichen bzw. hinsichtlich einer nicht Unterlegenheit der cMRT gegenüber der FDG-PET zu untersuchen. Teilnehmen können alle Patienten bei denen es ein Hinweis auf ein atypisches Parkinsonsyndrom gibt und die sich ambulant oder stationär in der Uniklinik Freiburg oder der Parkinsonklinik Ortenau vorstellen.

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Studiendetails

Studienziel Diagnostische Genauigkeit der cMRT sowie der FDG-PET bzgl. der o.g. (s. ICD-10) Erkrankungen (Berechnung der üblichen diagnostischen Maßzahlen wie z.B. Sensitivität und Spezifität, Vergleich beider Verfahren mittels receiver operating charateristics (ROC)-Analysen)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 314
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Freiburg

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Vorstellung mit einem Parkinsonsyndrom in einem der Studienzentren
  • Hinweise auf ein APS (Atypisches Parkinson-Syndrom) (z.B. fehlendes Ansprechen auf L-Dopa, supranukleare Blickparese, schwere orthostatische Dysregulation)
  • Alter > 18 Jahren
  • Leitliniengerechte Durchführung einer cMRT sowie FDG-PET im Rahmen der klinischen Routine

Ausschlusskriterien

  • Fehlende Möglichkeit zur mündlichen und schriftlichen Aufklärung des Patienten oder des Betreuers des Patienten

Adressen und Kontakt

Neurologie, Freiburg im Breisgau

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Parkinson-Klinik Ortenau, Wolfach

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Häufig gestellte Fragen

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Die neurodegenerativen Parkinsonsyndrome unterteilt man weiter in Morbus Parkinson (engl. Parkinson’s disease, PD) sowie atypische Parkinsonsyndrome. Zu letzteren zählen die alpha-Synucleinopathie Multisystematrophie (MSA) sowie die Tauopathien Corticobasale Degeneration (CBD) und Progressive supranukleäre Blickparese (PSP). Ferner ist PD im Verlauf häufig mit einem sog. Mild Cognitive Impairment vergesellschaftet (PD-MCI), welches als Vorstufe der Entwicklung von PD mit Demenz (PDD) gilt. Klinisch und neuropathologisch bilden PD, PD-MCI und PDD mit der Demenz mit Lewy-Körpern (DLB) das Kontinuum der Lewy-Körper-Erkrankungen (LBD), welche ebenfalls in alpha-Synuclein-Ablagerungen gekennzeichnet sind (insbes. in Form der namensgebenden Lewy-Körper). Die Differenzierung zwischen den verschiedenen Parkinsonsyndromen ist sowohl für den Untersucher als auch für die Patienten relevant, da diese jeweils mit unterschiedlichen Ausfallmustern und Prognosen einhergehen. Eine Heilung ist bisher nicht möglich. Die Diagnosekriterien stützen sich bisher hauptsächlich auf klinische Befunde (Colosimo et al. 2001, Postuma et al. 2015, Höglinger et al. 2017), da sich diese jedoch erst im Krankheitsverlauf deutlich entwickeln und die Befunderhebung untersucherabhängig ist, liegt die Genauigkeit der gestellten Diagnosen z.B. bei M. Parkinson nur bei ca. 80 %. (Rizzo et al. 2016). Erschwert wird die Diagnosestellung zudem durch jeweils weitere Unterformen der atypischen Parkinsonsyndrome mit sich unterscheidenden Phänotypen (Williams et al. 2005). Daher wird in der Routinediagnostik häufig auf apparative bzw. bildgebende Zusatzuntersuchungen zurückgegriffen. Ein bildgebendes Verfahren, das von der aktuellen S3-Leitlinie zur Differenzierung zwischen PD und aPD empfohlen wird, ist die Positronenemissionstomograpie (PET) mit [18F]Fluordesoxyglukose (FDG) als Marker des regionalen zerebralen Glukosestoffwechsels. Mittels der FDG-PET lassen sich krankheitstypische Stoffwechselmuster darstellen, welche sowohl einen degenerationsbedingten regionalen Hypometabolismus als auch ggf. einen kompensatorischen Hypermetabolismus umfassen. Bei der PD zeigt sich so typischer Weise ein relativer Hypermetabolismus v.a. im Striatum, Kleinhirn und Pons sowie ggf. ein relativer Hypometabolismus v.a. der posterioren Hirnregionen, während bei der MSA ein Hypometabolismus in Putamen, Hirnstamm und Kleinhirn, bei der PSP ein Hypometabolismus in Ncl. Caudatus, Thalamus sowie im oberen Teil des Hirnstamms und bei der CBD typischerweise ein asymmetrischer Hypometabolismus frontoparietal und im Striatum nachzuweisen ist (Meyer et al. 2017). Die Sensitivität und Spezifität für diese Methode liegen für die Differenzierung zwischen PD und aPS entsprechend einer jüngeren Übersichtsarbeit bei 91,4% und 90,6% (Meyer et al., 2017). Die Durchführung einer kranialen Bildgebung mittels cCT oder cMRT wird laut aktueller S3 Leitlinie ebenso empfohlen um ein sekundäres Parkinsonsyndrom, z.B. auf Grund einer zerebralen Mikroangiopathie oder eines Normaldruckhydrozepahlus, auszuschließen. Zudem gibt die S3 Leitlinie eine „Kann“ Empfehlung für die Differenzierung zwischen PD und aPS. MR-tomographisch können sowohl verschiedene Atrophiemuster als auch weitere strukturelle Veränderungen dargestellt werden, die mit jeweils einer unterschiedlichen Krankheitsentität assoziiert sind. Die Sensitivität und Spezifität für die Differenzierung zwischen iPD und aPS sowie der aPS untereinander wird über mehrere Studien hinweg sehr unterschiedlich angegeben. Eine kürzlich erschienene Metaanalyse gibt die Sensitivität und Spezifität der cMRT für die Diagnose einer PSP mit jeweils über 95 % an. (Bacci et al 2017). Die Sensitivität für die Differenzierung zwischen MSA und iPD wird mit 36,4%, die Spezifität mit 71,9% angegeben (Focke et al. 2011). Eine rezente Studie gibt die cMRT eine Spezifität von 97% und eine Sensitivität mit 75% für die Differenzierung zwischen iPD und CBD (Constantinides et al. 2018). Aktuell finden beide Verfahren ihre Anwendung in der klinischen Routine. Um eine optimale diagnostische Sicherheit zu erhalten, geschieht dies häufig auch kombiniert, obschon letztendlich unklar ist, ob die cMRT der FDG-PET nicht unterlegen ist oder ob die beiden Verfahren ggf. einen synergistischen Nutzen bieten. Ein direkter Vergleich beider Verfahren in demselben Patientenkollektiv ist bisher noch nicht erfolgt. Um ggf. unnötige und belastende Doppeluntersuchungen zu vermeiden und einen optimalen, evidenzbasierten Einsatz der Verfahren zu ermöglichen, strebt die vorliegende prospektive, multizentrische Studie einen Vergleich beider Verfahren an identischen Patienten an, um die diagnostische Wertigkeit beider Verfahren und einen evtl. synergistischen Nutzen zu ermitteln.

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