Beschreibung der Studie

Ziel dieser Studie ist es, die Faktoren zu erforschen, die zum Kontrollverlust und dem Wiedererlangen der Kontrolle über den Alkoholkonsum führen. Mit Hilfe der so gewonnenen Daten möchten wir die zugrunde liegenden Mechanismen analysieren und verstehen. Auf Basis der Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen langfristig individuelle Therapiemöglichkeiten erarbeitet werden, um Menschen bei der Wiedererlangung der Kontrolle über Ihren Alkoholkonsum zu unterstützen. Alkoholmissbrauch und –abhängigkeit sind durch mehrere Verhaltensänderungen charakterisiert. Hierzu zählt zum einen ein Verlust der Kontrolle über das eigene Trinkverhalten, welcher Rückfälle wahrscheinlicher macht. Zum anderen finden sich bei vielen Betroffenen außergewöhnlich stark ausgeprägte Gewohnheiten und Automatismen, welche den Alkoholkonsum auch dann noch aufrechterhalten, wenn er negative gesundheitliche, finanzielle oder soziale Konsequenzen nach sich zieht. Während Handlungskontrolldefizite bereits recht gut erforscht sind, ist bislang jedoch deutlich weniger über die Rolle der Automatismen bekannt. In unserer Studie möchten wir daher mit Ihrer Hilfe ein verbessertes Verständnis dieser Prozesse erlangen und sowohl die Rolle der Automatismenbildung als auch die Interaktion von Automatismen und Handlungskontrolle untersuchen. In Studienzweig 1 sollen 75 Menschen mit einer moderaten Alkoholkonsumstörung sowie 75 nicht betroffene Kontrollprobanden untersucht werden. Dafür kombinieren wir Computeraufgaben mit einer EEG-Aufzeichnung, um die beteiligten Hirnregionen identifizieren zu können. In Studienzweig 2 sollen 50 Menschen mit einer moderaten Alkoholkonsumstörung sowie 50 nicht betroffene Kontrollprobanden untersucht werden. Dafür kombinieren wir Computeraufgaben mit einer EEG-Aufzeichnung und einer kurzfristigen transkraniellen Magnetstimulation (TMS) von Hirnregionen, welche sich für Automatismenbildung oder Verhaltenskontrolle als relevant herausgestellt haben. So soll untersucht werden, ob eine kurzfristige Stimulation der jeweiligen Hirnregion positive Effekte auf das Verhalten haben kann.

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Studiendetails

Studienziel Behaviorale Leistung in drei experimentellen Paradigmen, welche Aspekte von Handlungskontrolle und Handlungsautomatisierung erfassen, erfolgt an jedem der Testtermine. Die Erfassung der behavioralen Daten (die Anzahl richtiger/falscher Reaktionen sowie Reaktionszeiten) erfolgt mithilfe der Software „Presentation“ (Neurobehavioral Systems Inc.).
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 250
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter von 20-40 Jahren;
  • Nur Patienten: Alkoholkonsumstörung nach DSM-5 (4-5 Diagnosekriterien erfüllt);
  • Fähigkeit, eine vollständige Einwilligung nach Aufklärung zu erteilen und Skalen für die Selbstbewertung zu verwenden;
  • Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache

Ausschlusskriterien

  • Lebenslange Vorgeschichte von DSM-5 bipolar, psychotische Störung oder Substanzabhängigkeit außer Nikotinabhängigkeit oder Alkoholabhängigkeit (letzteres nur in der Patientengruppe);
  • Aktueller Substanzkonsum mit Ausnahme von Nikotin und Alkohol;
  • DSM-5 Diagnose (oder Schwellenwert) einer der folgenden Störungen: aktuelle (hypo)manische Episode, schwere depressive Störung, generalisierte Angststörung, PTBS, Borderline-Persönlichkeitsstörung oder Zwangsstörung;
  • Vorgeschichte von schwerem Kopftrauma oder anderen schweren zentralneurologischen Störungen (Demenz, Parkinson-Krankheit, Multiple Sklerose, Epilepsie);
  • Schwanger oder stillend;
  • Metallimplantate im Körper, im Kopf, da das Beamforming in Studienzweig 1 sowie das cTBS in Studienzweig 2 auf MR-Aufnahmen basieren sollen; Verwendung von ZNS-wirksamen Medikamenten oder Substanzen in den letzten 10 Tagen vor jedem Testtermin – es müssen zudem mindestens 4 Halbwertzeiten zwischen der letzten Einnahme und der Testung liegen.

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum, Dresden

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Häufig gestellte Fragen

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Die oft ausgeprägten Schwierigkeiten, im Falle einer Alkoholabhängigkeit die Kontrolle über den eigenen Alkoholkonsum wiederzuerlangen, können mindestens zwei zueinander in Wechselbeziehung stehenden Veränderungen zugeschrieben werden: Zum einen zeigen die meisten Patienten mit einer Alkoholkonsumstörung eine Reduktion ihrer exekutiven/kognitiven Kontrollkapazitäten. Zum anderen zeigen die Patienten zumeist (Konsum-)Verhalten, welches stark durch automatisierte Stimulus-Reaktions- (S-R) Assoziationen gesteuert wird. Doch während Unterschiede in kognitiven Kontrollkapazitäten als Risikofaktoren einer Alkoholkonsumstörung gut bekannt und erforscht sind, wurden Unterschiede in der Ausbildung und Ausführung von Automatismen bislang nur sehr wenig beachtet. Vor diesem Hintergrund wird das geplante Forschungsprojekt die Geschwindigkeit und Intensität, mit welcher automatische S-R-Assoziationen in Abwesenheit von positiven oder negativen Handlungskonsequenzen ausgebildet werden, erfassen. Zudem sollen die diesen Effekt vermittelnden neurophysiologischen Korrelate und die damit assoziierten neuroanatomischen Quellen identifiziert werden. Diese Befunde sollen bei Menschen mit und ohne moderate Alkoholkonsumstörung im funktionalen Bezug zu deren jeweiligen kognitiven Kontrollfunktionen/-defiziten und deren Interaktion zwischen kontrollierten und automatischen Prozessen untersucht werden (Studienzweig 1). In einem zweiten Schritt soll transkranielle Magnetstimulation (TMS) genutzt werden, um zu untersuchen, ob eine experimentell induzierte temporäre Reduktion der kortikalen Aktivität von Studienzweig 1 identifizierten, Automatismen vermittelnden Hirnarealen kognitive Kontrollfähigkeiten verbessert (und vice versa). Dies soll sowohl an gesunden Kontrollprobanden, als auch an Patienten mit moderater Alkoholkonsumstörung untersucht werden (Studienzweig 2).

Quelle

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