Beschreibung der Studie

Obwohl sich die Kognitive Verhaltenstherapie als eine effektive Behandlung bei Patient*innen mit einer Zwangsstörung erwiesen hat, profitiert ein Teil der Patient*innen nicht ausreichend davon. Daher ist es erforderlich zusätzliche Interventionen zu erforschen, die den Effekt einer kognitiven Verhaltenstherapie verbessern können. Bisherige Studien haben gezeigt, dass Leistungsdefizite in bestimmten kognitiven Aufgaben oft mit einem geringeren Behandlungserfolg verknüpft sind. Daher soll in der aktuellen Studie untersucht werden, ob sich diese Funktionen durch ein spezifisches kognitives Training verbessern lassen und ob sich dies auch positiv auf die Zwangssymptomatik auswirkt. Um die zugrundeliegenden Mechanismen eines solchen Trainingseffektes besser zu verstehen, werden Methoden der Gehirnbildgebung (funktionelle Magnetresonanztomographie und Elektroenzephalographie) eingesetzt.

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Studiendetails

Studienziel • Leistung (Reaktionszeiten und Fehlerraten) und neuronales Aktivierungsmuster (blood-oxygen-level-dependent Signal) im Arbeitsgedächtnis gemessen mit funktionaler Magnetresonanztomographie (fMRT) während der n-back Aufgabe zu den Messzeitpunkten t1 (vor Training) und t2 (nach Training). • Leistung (Reaktionszeiten und Fehlerraten) und ereigniskorrelierte Potentiale in der Handlungsüberwachung gemessen mit Elektroenzephalographie (EEG) während der Flanker-Aufgabe zu t1 und t2.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Diagnose ICD10, F42 (Zwangsstörung)

Ausschlusskriterien

  • Folgende Ausschlusskriterien werden für alle Patienten angewandt (aktuell und Lebenszeit): Komorbide Abhängigkeit von psychotropen Substanzen, Schizophrenie-Spektrumsstörung, wahnhafte Störung, bipolare Störung, neurologische Erkrankungen des ZNS, verbal-IQ < 85. Weiterhin erfolgt bei Einnahme von Benzodiazepinen innerhalb der letzten Woche sowie von Neuroleptika innerhalb der letzten drei Monate kein Einschluss.
  • Folgende Ausschlusskriterien werden für alle gesunden Kontrollprobanden angewandt (aktuell und Lebenszeit): Diagnose einer psychischen Störung nach DSM-5, neurologische Erkrankungen des ZNS, verbal-IQ < 85. Weiterhin erfolgt bei Einnahme von Benzodiazepinen innerhalb der letzten Woche sowie von Neuroleptika innerhalb der letzten drei Monate kein Einschluss.
  • Alle Probanden müssen MRT-tauglich sein und dürfen keine Sprachprobleme oder nicht-korrigierbare Seh- oder Höreinschränkungen haben, um in die Studie eingeschlossen werden zu können.

Adressen und Kontakt

Hochschulambulanz am Institut für Psychologie, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin

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Häufig gestellte Fragen

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Die Zwangsstörung (OCD) führt zu deutlichen Beeinträchtigungen und Leid bei den Betroffenen und ist mit erheblichen gesellschaftlichen Kosten verbunden. Obwohl sich die Kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsverhinderung als eine effektive Intervention etabliert hat, brechen ca. 50% der Patienten die Behandlung ab oder profitieren nicht ausreichend davon. Aus diesem Grund sind zusätzliche Augmentationen der Psychotherapie erforderlich. Patienten mit OCD weisen häufig Störungen exekutiver Funktionen, insbesondere des Arbeitsgedächtnisses und der Handlungsüberwachung, auf. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass das Ausmaß exekutiver Defizite vor Behandlungsbeginn den Behandlungserfolg beeinflusst. Defizite exekutiver Funktionen bei OCD zeigen sich dabei primär in einer verringerten neurokognitiven Adaptivität, die mit veränderten neuronalen Aktivierungsmustern assoziiert ist. So wurde gezeigt, dass Patienten mit OCD im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden bereits bei geringer Aufgabenschwierigkeit aufgabenrelevante Strukturen verstärkt aktivieren. Bei höheren Aufgabenanforderungen wurden hingegen reduzierte Aktivierungen und schlechtere Verhaltensleistungen beobachtet. Das zentrale Ziel des Projekts ist es, mit Hilfe schwierigkeitsmodulierter Arbeitsgedächtnis- und Handlungsüberwachungsaufgaben grundlegende Mechanismen einer neurokognitiven Adaptivität bei OCD zu beschreiben und zu testen, in welchem Ausmaß sich diese Abweichungen durch ein spezifisches kognitives Training verändern lassen. Somit kann in diesem Projekt erstmalig die trainingsinduzierte Plastizität defizitärer neurokognitiver Funktionen bei OCD untersucht werden. Es wird erwartet, dass durch ein spezifisches Training eine neurokognitive Flexibilisierung exekutiver Funktionen bei Patienten mit OCD erreicht werden kann. Darüber hinaus werden Defizite der Handlungsüberwachung und des Arbeitsgedächtnisses insbesondere im Rahmen des Endophänotypenkonzepts als kausal mitbedeutsam für die Entstehung der OCD-Symptome angesehen. Davon ausgehend wird in diesem Projekt getestet, ob eine trainingsinduzierte Erhöhung der neurokognitiven Adaptivität mit einer Abnahme der OCD-Symptome einhergeht. Somit könnten Ergebnisse dieser Studie ein besseres Verständnis für die neurokognitiven Grundlagen der OCD liefern und einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung effektiver Augmentations-Strategien in der Behandlung von OCD leisten.

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