Beschreibung der Studie

Genesungsbegleitung ist ein anerkanntes Verfahren in der Versorgung psychischer Erkrankungen und wird bereits in zahlreichen ambulanten und stationären Einrichtungen eingesetzt. Genesungsbegleiter*innen sind Menschen, die selbst in psychiatrischer Behandlung waren und auf Basis ihrer persönlichen Erfahrungen im Genesungsprozess nun ihrerseits Menschen in psychischen Krisen helfen wollen. Ziel der vorliegenden Studie ist herauszufinden, ob und wie die Arbeit von Genesungsbegleiter*innen auf Akutstationen Patient*innen und Stationsmitarbeiter*innen beeinflusst. Um dies überprüfen zu können, befragen wir Patient*innen und Mitarbeiter unserer Klinik, bevor Genesungsbegleitung verfügbar ist sowie zwölf Monate nachdem diese eingeführt wurde. Die Studie dauert für einen Patienten insgesamt sechs Monate. Bei der ersten Befragung wird ein/e Studienmitarbeiter*in verschiedene Fragebögen mit dem Patienten/der Patientin durchgehen und diese*n dabei zu seiner/ihrer Haltung gegenüber dem eigenen Gesundungs- bzw. Genesungsprozess, dem Selbstbild, den Lebensperspektiven und der Selbstwirksamkeit befragen. Außerdem wird der Patient/die Patientin dazu befragt, wie er/sie das Personal, die Räumlichkeiten und die Stimmung auf der Akutstation erleben. Die Befragung wird ungefähr 30 Minuten in Anspruch nehmen und kann bei Bedarf unterbrochen oder auf mehrere Tage verteilt werden. Sechs Monate nach der Entlassung von der Akutstation wird es eine weitere Befragung geben, bei der ein/e Studienmitarbeiter*in mit dem Patienten/der Patientin einen Fragebogen zu seiner/ihrer Nutzung von Versorgungsangeboten durchgehen wird. Diese 2. Befragung dauert ungefähr 15 min und kann auch telefonisch durchgeführt werden.

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Studiendetails

Studienziel Recovery: Zwölf Monate nach Einführung von Genesungsbegleitung auf der Akutstation wird bei dort behandelten Patienten (Untersuchungsgruppe post t0) eine höhere individuelle Recovery-Orientierung erwartet als bei Patienten, die vor Einführung von Genesungsbegleitung auf dieser Station behandelt wurden (Untersuchungsgruppe prä t0). Zudem wird erwartet, dass sich dieser Parameter im selben Beobachtungszeitraum auf einer Akutstation ohne Genesungsbegleitung (Kontrollgruppe) nicht verändert.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 197
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Vivantes Klinikum am Urban; Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patient*innen:
  • Patient*in hat eine der folgenden Diagnosen als Hauptdiagnose: Psychotische Erkrankung (F2X), Stimmungserkrankungen (F3X), neurotische Erkrankungen (F4X), Persönlichkeitsstörungen (F6X)
  • Patient*in befindet sich seit 7 Tagen oder länger auf der Station.
  • Patient*in verfügt über ausreichende psychische Stabilität sowie sprachliche und intellektuelle Fähigkeiten (ausreichend Deutschkenntnisse, keine Intelligenzminderung, kein dementielles Syndrom), um an der Studie teilnehmen zu können.
  • Patient*in ist einwilligungsfähig.
  • Mitarbeiter*innen:
  • Alle in der Versorgung tätigen Mitarbeiter*innen der Akutstationen

Ausschlusskriterien

  • Patient*in oder Mitarbeiter lehnt Teilnahme an Studie ab.

Adressen und Kontakt

Vivantes Klinikum Am Urban, Berlin

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Genesungsbegleitung (engl. peer support) ist als Innovation in der psychiatrischen Versorgung und Behandlung ein anerkanntes Verfahren und wird bereits in zahlreichen ambulanten und stationären Einrichtungen eingesetzt. Menschen, die sowohl Erfahrungen mit psychischer Erkrankungen als auch deren Behandlung gemacht haben (sogenannte Genesungsbegleiter, Erfahrungsexperten oder engl. peers), können eine neue Qualität der lebensnahen, lebensorientierten, nicht-stigmatisierenden Unterstützung in psychiatrische Versorgungssysteme einbringen, wie zahlreiche empirische Daten zeigen. Auch die Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde greift Genesungsbegleitung auf und empfiehlt, dieses Versorgungsangebot in der Routinebehandlung umzusetzen. Die Einstellung und Integration von Genesungsbegleiter*innen ist jedoch vielerorts eine Herausforderung und mit vielfältigen organisatorischen Veränderungen verbunden. Auf psychiatrischen Akutstationen sind Genesungsbegleiter*innen bislang kaum vorhanden und selten in bestehende Behandlerteams integriert. Ziel der Studie ist deshalb eine Evaluation der Wirksamkeit von Genesungsbegleitung auf Akutstationen einer psychiatrischen Versorgungsklinik. Es soll überprüft werden, ob Genesungsbegleitung bei Patienten mit psychischen Erkrankungen zu einer höheren individuellen Recovery-Orientierung, einer höheren Selbstwirksamkeit, zu weniger freiheitseinschränkenden Maßnahmen sowie zu einer bedarfsgerechteren Inanspruchnahme und besseren Bewertung von Versorgungsangeboten beiträgt. Des Weiteren soll erforscht werden, ob mit der Einführung von Genesungsbegleitung eine Verbesserung der Recovery-Orientierung der Akutstation einhergeht. Schließlich soll überprüft werden, ob dies zudem zu einer Verbesserung des Stationsklimas sowie einer Erhöhung der Arbeitszufriedenheit unter Stationsmitarbeitern beitragen kann. Es wird ein prospektives kontrolliertes klinisches Mixed-Methods-Design mit insgesamt vier Messzeitpunkten (prä t0, prä t1, post t0, post t1) realisiert.

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