Beschreibung der Studie

Die Charakterisierung und Klassifikation von Querschnittlähmungen basiert auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, welche speziell für die Anwendung an Menschen mit Querschnittlähmung entwickelt wurde. Teil dieser „Internationalen Standards zur neurologischen Klassifikation von Querschnittlähmungen (ISNCSCI)“ ist die Untersuchung sensibler Funktionen mit ihren verschiedenen Bahnsystemen innerhalb sämtlicher Dermatome. Diese Untersuchungen sollen möglichst gut die Topographie des Rückenmarks widerspiegeln, um eine topodiagnostische Einordnung der Rückenmarkläsion zu ermöglichen. Die Auswertung der Untersuchungsergebnisse dient in der Forschung zudem auch der Festlegung von beispielsweise Outcome-Parametern. Die Untersuchung der Spitz-Stumpf-Diskriminationsfähigkeit (PP), welche dem spinothalamischen Trakt (Schmerzempfindung) zugeordnet wird, weist dabei gemäß verschiedener klinischer Studien eine relativ geringe Inter- und Intrarater-Reliabilität auf. (Teil-)Ursächlich hierfür kann die Tatsache sein, dass im Rahmen der klinischen Routine, aber auch innerhalb klinischer Studien, verschiedene Untersuchungsinstrumente verwendet werden. Es existiert jedoch eine klare Empfehlung zur Verwendung einer aufgebogenen Sicherheitsnadel. In der Konsequenz kann dies die Beurteilung und richtige Einschätzung von Patienten beeinflussen, aber auch nachteilige Effekte auf die Bewertung von Studienergebnissen haben. Das Ziel dieser Studie ist es zu überprüfen ob die Anwendung verschiedener Untersuchungsinstrumente einen nachweislichen Einfluss auf die Ergebnisse des PP hat, in wieweit die Inter- und Intrarater-Reliabilität beeinflusst wird und mit welchem der verwendeten Instrumente die höchste Reliabilität erreicht werden kann. Hierzu sollen sowohl gesunde Probanden, als auch Menschen mit Querschnittlähmung gemäß ISNCSCI von verschiedenen Untersuchern mittels der am häufigsten in der klinischen Routine für PP verwendeten Untersuchungsinstrumente untersucht werden. Für die geplanten Untersuchungen ist pro Proband mit einem Zeitaufwand von circa 90 bis 120 Minuten zu rechnen. Davon entfallen 20 bis 30 Minuten auf die reguläre Untersuchung gemäß ISNCSCI sowie dreimalig 30 Minuten auf die PP Untersuchungen für alle teilnehmenden Probanden.

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Studiendetails

Studienziel Korrektheit der Untersuchungsergebnisse bezogen auf die spitz und stumpf Unterscheidung sowie die Reliabilität der PP(pin prick)-Untersuchung nach ISNCSCI in Abhängigkeit von den verwendeten Untersuchungsinstrumenten.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Paraplegiologie - Querschnittzentrum

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Individuen mit und ohne Querschnittlähmung mindestens 3 Monate nach Eintritt der Querschnittlähmung.
  • Alter: >18 Jahre.

Ausschlusskriterien

  • Hauterkrankungen (Entzündungen/Infektionen, Psoriasis, Neurodermitis, Verbrennungen, etc.).
  • Vorerkrankungen des peripheren und/oder zentralen Nervensystems.
  • Höhere kognitive Einschränkungen oder psychiatrische Erkrankungen.
  • Bekannte Besiedelung oder Infektion mit multiresistenten Keimen.
  • Fehlende Einwilligungsfähigkeit.

Adressen und Kontakt

Klinik für Paraplegiologie, Heidelberg

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Häufig gestellte Fragen

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ISNCSCI wird weltweit routinemäßig im klinischen und wissenschaftlichen Kontext angewandt. Nichtsdestotrotz kommt es immer wieder zu kontroversen Diskussionen über den Inhalt und die Ausführung dieser Standards. Insbesondere die Untersuchung der sensorischen Funktionen und hier vor allem die Untersuchung der spitz/stumpf Diskriminationsfähigkeit (PP) spielen in dieser Auseinandersetzung eine zentrale Rolle. Gemäß ISNCSCI-Handbuch kommt es infolge der PP Untersuchung zur Aktivierung des lateralen spinothalamischen Trakts im Rückenmark. Dieser Trakt repräsentiert demnach einen Teil des Vorderseitenstrangsystems, welches neben Schmerz (spitz) und groben Druck (stumpf), auch die Wahrnehmung von Temperatur vermittelt. Der jüngsten Revision von ISNCSCI aus dem Jahre 2011 folgend, soll PP mit einer aufgebogenen Einwegsicherheitsnadel durchgeführt werden. Tatsächlich wurden bereits mehrfach Unstimmigkeiten bezüglich Reliabilität und Validität in der Untersuchung von PP im Rahmen von ISNCSCI beschrieben. Als ursächlich wurden unter anderem Unterschiede der angewandten Drücke in den verschiedenen Körperregionen ebenso wie variierende Schwellenwerte für die einzelnen Reize diskutiert. Darüber hinaus legt die Tatsache, dass eine jüngst durch unser Zentrum durchgeführte Umfrage innerhalb des europaweiten Forschungsverbundes EMSCI (European Multicenter Study about Spinal Cord Injury) den Verdacht nahe, dass die Anwendung unterschiedlicher Untersuchungsinstrumente zur PP-Testung Einfluss auf die Untersuchungsergebnisse und Reliabilität haben könnte. Eine einheitliche Bestimmung und verlässliche Unterscheidung der Bahnqualitäten erscheint sowohl in der Klinik wie auch in der Wissenschaft sehr wichtig. So spielen diese Unterscheidungen beispielsweise unter topodiagnostischen Gesichtspunkten, wie auch bei der Erforschung neuropathischer Schmerzen eine wichtige Rolle. Das Ziel der Studie ist es herauszufinden inwieweit die Anwendung unterschiedlicher Untersuchungsinstrumente an gesunden und querschnittgelähmten Probanden das Untersuchungsergebnis bzgl. der PP-Testung beeinflusst. Überprüft werden die Korrektheit der Untersuchungsergebnisse bezogen auf die spitz und stumpf Unterscheidung sowie die Reliabilität der PP-Untersuchung nach ISNCSCI in Abhängigkeit von verschiedenen Untersuchern, den verwendeten Untersuchungsinstrumenten und unter Berücksichtigung des neurologischen Niveaus bei Menschen mit Querschnittlähmung. Zunächst sollen 20 gesunde Probanden und im Anschluss 20 Menschen mit Querschnittlähmung gemäß ISNCSCI von drei verschiedenen, geschulten ISNCSCI Untersuchern mittels der am häufigsten in der klinischen Routine für PP verwendeten Untersuchungsinstrumente untersucht werden. Die PP-Untersuchung wird gemäß den Vorgaben nach ISNCSCI durchgeführt. Zur Anwendung kommen Untersuchungsinstrumente, welche gemäß einer durchgeführten Umfrage in allen EMSCI-Zentren in der klinischen Routine zur Anwendung kommen. Die zu untersuchenden Hautareale bzw. Schlüsselpunkte gemäß ISNCSCI wurden unter klinischen Gesichtspunkten ausgewählt. Darunter befinden sich Dermatome aus allen Körperregionen (zervikal, thorakal, abdominell, lumbal, sakral) die behaarte oder unbehaarte Haut aufweisen. Es werden sieben Dermatome (C5, T1, T4, T10, L4, L5, S1) einer zufällig ausgewählten Körperseite untersucht. Unter ethischen Gesichtspunkten wird auf die Untersuchung der analen (S4/5) und perinanalen (S3) Dermatome verzichtet. Die Reihenfolge der Untersucher, der zu untersuchenden Dermatome, der verwendeten Untersuchungsinstrumente und der applizierten Reize (spitz/stumpf) wird mit Hilfe eines eigens hierfür in unserem Hause erstellten Computerprogramms randomisiert.

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