Beschreibung der Studie

Das geriatrische Frailty-Syndrom bezeichnet einen Zustand körperlicher Gebrechlichkeit, der mit verminderter Lebenserwartung und erhöhten Risiken für Verwirrtheitszustände, Stürze und Krankenhauseinweisungen verbunden ist. Die medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Frailty ist komplex, da viele einzelne Gesundheitsprobleme gleichzeitig bestehen und der Nutzen vieler medikamentöser und nichtmedikamentöser Therapien für diese Patientengruppe nicht gesichert ist. Eine besondere Rolle kommt der Polypharmazie (Einnahme von fünf oder mehr Wirkstoffen) zu, die als verstärkender Faktor für das geriatrische Frailty-Syndrom angesehen wird. Die Reduktion von Polypharmazie stellt daher eine vielversprechende Intervention zur Stabilisierung des gesundheitlichen Zustands dar. Das Projekt COFRAIL zielt darauf, die hausärztliche Versorgung ambulanter Patientinnen und Patienten zu verbessern. In sogenannten Familienkonferenzen sollen Hausärzte gemeinsam mit den Patienten und Patientinnen und ihren pflegenden Angehörigen besprechen, welche Behandlungsziele mit welchen Mitteln verfolgt werden sollen. Das Ziel ist ein gemeinsamer Beschluss darüber, welche medizinischen Maßnahmen weitergeführt oder ergriffen werden sollen und auf welche Maßnahmen verzichtet werden soll. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Verbesserung der Arzneimitteltherapie gelegt werden. In das Projekt werden 136 Hausärzte und 676 Patienten eingeschlossen. In der Interventionsgruppe werden je Patient drei Familienkonferenzen zu Beginn sowie nach 3 und 9 Monaten mit 30-45 min Dauer durchgeführt. Dazu erhalten die Hausärztinnen und Hausärzte 3 Fortbildungen. Es erfolgt die Datenerhebung bei Hausärzten und Patienten um Veränderungen hinsichtlich der Zahl der Krankenhausaufenthalte, der Versorgung mit Medikamenten, der Ausprägung von Frailty und weiterer patientenrelevanter Punkte wie z.B. der Lebensqualität zu messen. Im Erfolgsfall können Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen das Konzept in die ärztliche Aus- und Fortbildung sowie Programme zur strukturierten Versorgung geriatrischer Patienten einbauen.

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Studiendetails

Studienziel Hospitalisierungsrate nach Angaben der Patienten, erhoben durch study nurses in Interviews mit Hausbesuch zu Studienbeginn (t0), nach 6 Monaten (t1) und nach 12 Monaten (t2).
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 676
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Positives Screening auf frailty durch den Hausarzt im Screening-Fragebogen CSHA Clinical Frailty Scale. Patienten in den Stufen 5-7 sind für die Studienteilnahme geeignet
  • Regelmäßige Einnahme von fünf oder mehr verschiedenen Wirkstoffen täglich (Polypharmacy)
  • Pflegebedürftigkeit (Pflegestufe 1 oder höher) oder vergleichbarer Zustand
  • Pflege in der Häuslichkeit durch Angehörige oder ambulanten Pflegedienst

Ausschlusskriterien

  • mittelgradige oder schwere Demenz
  • Patient steht unter gesetzlicher Betreuung
  • reduzierte Lebenserwartung von weniger als 6 Monaten (Palliativbehandlung)
  • Patient lebt im Pflegeheim
  • keine ausreichenden Deutschkenntnisse von Patient und Angehörigen ODER Nichtverfügbarkeit eines Dolmetschers

Adressen und Kontakt

Institut für Allgemeinmedizin, Düsseldorf

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Institut für Allgemeinmedizin, Rostock

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Das geriatrische Frailty-Syndrom ist mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Stürzen und Verwirrtheitszuständen sowie für Hospitalisierung und Mortalität verbunden. Polypharmazie wird wiederum als bedeutender pathogenetischer Faktor für das geriatrische Frailty-Syndrom angesehen. Die Reduktion von Polypharmazie (Deprescribing) stellt eine vielversprechende Intervention zur Verbesserung der Patientensicherheit und zur Stabilisierung des gesundheitlichen Zustands von Frailty-Patienten dar. Diese Studie hat zum Ziel, den Nutzen einer gemeinsamen Entscheidungsfindung von Hausarzt, Patient und Angehörigen zur Begrenzung und Priorisierung der Pharmakotherapie im Rahmen von Familienkonferenzen zu evaluieren. Intervention: Es erfolgt eine komplexe Intervention in zwei Stufen. 1) Die Hausärzte erhalten 3 Fortbildungen zu den Themen Frailty, Polypharmazie und Priorisierung. 2) Es erfolgen pro Patient 3 Familienkonferenzen mit Hausärzten, Patient und Angehörigen zu Beginn, nach 3 und 9 Monaten über 30-45 min. Die Kontrollgruppe erhält care as usual. Methoden: Cluster-randomisierte multizentrische Interventionsstudie mit 136 Hausärzten und 676 ambulanten Patienten mit geriatrischem Frailty-Syndrom ((≥ 70 Jahre) mit Polypharmazie (Einnahme von ≥ 5 drugs per day). Die Datenerhebung erfolgt durch Study Nurses bei Hausbesuch zu Studienbeginn und nach 6 und 12 Monaten. Primärer Endpunkt ist die Hospitalisierungsrate. Sekundäre Endpunkte sind die Anzahl der Medikamente, Geriatrisches Assessmentparameter mit körperlicher Schwäche (Handkraft), Mobilität, Aktivitäten des täglichen Lebens, Kognition, Psychologischer Status, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Gewicht, Anzahl der berichteten Stürze sowie sozioökonomische Parameter. Erwartete Ergebnisse/Ertrag: Im Erfolgsfall könnte das Konzept der Familienkonferenz als Instrument zur gemeinsamen Entscheidungsfindung bei geriatrischen Patienten mit Polypharmazie in Routineversorgung eingeführt werden. Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen könnten das Konzept in die ärztliche Aus- und Fortbildung sowie Programme zur strukturierten Versorgung geriatrischer Patienten einbauen.

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