Beschreibung der Studie

Die Sepsis ist eine durch Krankheitserreger ausgelöste, lebensbedrohliche Entzündungsreaktion des Körpers, die umgehend behandelt werden muss. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig eine frühe Diagnose zu stellen. Der Nachweis der auslösenden Krankheitserreger ist jedoch meist erst einige Tage nach Beginn einer Sepsis, möglich. Es kann daher nur eine mögliche Ursache angenommen und dementsprechend ein Therapiekonzept erstellt werden, welches u.a. die Gabe von Antibiotika beinhaltet. Eine wirksame Therapie gerade in den ersten 48 Stunden der Sepsis ist lebenswichtig. Ein kritisches Problem ist, dass bis zum direkten Nachweis des verursachenden Krankheitserregers nicht sicher beurteilt werden kann, ob die gewählte Antibiotika-Therapie auch geeignet ist. Demnach benötigt man zur Überbrückung bis zum Keimnachweis Laborwerte, die einerseits Rückschlüsse über eine erfolgreiche antibiotische Therapie – gerade in den ersten 48 Stunden – erlauben und andererseits anzeigen, ob ein Antibiotikum nicht mehr benötigt wird. In schon durchgeführten wissenschaftlichen Arbeiten konnte gezeigt werden, dass die Funktion der Blutplättchen ein solcher Laborwert sein könnte. Dieses könnte einen entscheidenden Vorteil für die Sicherheit und die Qualität der Behandlung bedeuten. Der Zusammenhang zwischen der geeigneten Antibiotika-Therapie und der Funktion der Blutplättchen soll im Rahmen dieser Studie näher untersucht werden.

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Studiendetails

Studienziel Verlaufsbeurteilung der Kollagen-aktivierten Thrombozytenfunktion an Tag 0, 1, 2, 3, 4, 5, 8, 11, 14 nach Diagnosestellung einer Sepsis
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 25
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Vorliegen einer akuten Sepsis, anhand der aktuellen Sepsis-III-Definition und
  • Erfüllung der SIRS (Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom) Kriterien (mind. 2 positive Kriterien)

Ausschlusskriterien

  • Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern (ASS, ADP-Rezeptor-Antagonisten und GPIIb/IIIa-Antagonisten) und/oder NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) in den letzten vier Wochen
  • Alter < 18 Jahre
  • Vorliegen von angeborenen oder erworbenen Thrombozytopathien
  • Zustand nach Splenektomie
  • Bestehende Schwangerschaft
  • Patienten mit aktueller immunsuppressiver Therapie (Transplantationspatienten, Chemotherapie)
  • Diagnostisch nachgewiesene Heparin-induzierte (HIT Typ I oder II)

Adressen und Kontakt

Knappschaftskrankenhaus, Bochum

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Häufig gestellte Fragen

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Die Sepsis stellt auf Grund ihrer hohen Morbidität- und Mortalitätsrate gerade in der intensivmedizinischen Behandlung eine große Herausforderung dar. Wesentlich für eine Verbesserung des Outcomes sind eine frühe Diagnose und Therapie. Da eine Identifizierung des auslösenden Keimes meist erst einige Tage nach Beginn der Sepsis gelingt, ist initial eine kalkulierte antibiotische Therapie indiziert. Im Verlauf stellt nun die Evaluation über die Wirksamkeit der gewählten Antibiose ein erhebliches Problem dar - denn auch die aktuell gängigen Infektparameter wie das Procalcitonin (PCT), das C-reaktive Protein (CRP) und die Leukozyten unterliegen gerade im komplexen intensivmedizinischen Setting einigen Limitationen. Während das CRP und die Leukozyten als zu unspezifisch zur Sepsisdiagnostik gelten, gibt es mehrere Studien die belegen konnten, dass PCT Werte zwei bis drei Tage nach Sepsisbeginn mit der Wirksamkeit der Antibiose, sowie des Outcomes assoziiert sind. Die Frühevaluation innerhalb der ersten 48 Stunden ist damit jedoch nicht abgedeckt. Ein möglicher Biomarker für diese Frühevaluation könnte die Thrombozytenfunktion sein. Im Rahmen der Immunreaktion des Körpers während der Sepsis, werden die von den pathogenen Keimen exprimierten Oberflächenstrukturen (Endotoxine, Peptidoglykane, Lipoteichonsäure) vor allem von Toll-like Rezeptoren (TLR) erkannt. Diese lösen eine Signaltransduktion mit Freisetzung von Zytokinen und weiteren Entzündungsmediatoren aus, so dass es zur Aktivierung von Leukozyten, Thrombozyten, des Komplement- und Gerinnungssystems kommt. Es konnte gezeigt werden, dass auch Thrombozyten TLR exprimieren und somit als antigenpräsentierende Zellen an immunologischen Prozessen teilhaben. Desweiteren wird vermutet, dass es durch die Aktivierung der TLR auf den Thrombozyten zu einer Lipopolysaccharid induzierten Thrombozytopenie (und TNF-α Produktion) kommt, so dass die Thrombozytenfunktion und deren Veränderungen im zeitlichen Verlauf, ein vielversprechender Biomarker zur Erfassung von septischen Verläufen, sowie zur Evaluation der antibiotischen Therapie zu sein scheint.

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