Beschreibung der Studie

Menschen, die in ihrem Leben traumatische Erfahrungen gemacht haben, können auch Jahre später noch unter den Folgen dieser Erlebnisse leiden (z. B. in Form einer Traumafolgestörung). Betroffene einer chronischen Traumafolgestörung berichten teilweise auch zusätzlich Veränderungen in ihrer Empfindung und Wahrnehmung, wie z. B. das Gefühl, dass man die Welt nur noch wie durch einen Schleier wahrnimmt oder sich der eigene Körper merkwürdig und fremd anfühlt. Dabei sind diese Symptome zumeist ausschließlich über subjektive Berichte erfassbar. Was bisher fehlt, ist ein physiologischer Marker, um diese Symptome in ihrer Schwere objektiv abzubilden. Ein möglicher Indikator hierfür ist die Herzmuskelaktivität. Sind die Wahrnehmungs- und Empfindungsveränderungen durch bestimmte Auslösereize provoziert, dann kann darauf auch eine körperliche Reaktion folgen. Dies geschieht über die Stressreaktion des vegetativen Nervensystems, welches für die unwillkürliche Regulation der Organe verantwortlich ist. Darum möchten wir das Auftreten und die Intensität solcher Phänomene bei Patientinnen auf einer Traumaspezialstation mit Hilfe einer Smartphone-App bis zu 10 Tage lang erfassen. Zeitgleich tragen die Patientinnen ein mobiles Gerät zur Erfassung der elektrischen Herzmuskelaktivität. Mit dieser Studie möchten wir untersuchen, ob es zu einer Veränderung in der Herzmuskelaktivität kommt, wenn die Patientinnen genau in diesem Moment die oben beschriebenen Symptome berichten.

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Studiendetails

Studienziel Veränderungen der Herzrate und Herzratenvariabilität unter berichteter Dissoziation (zeitliche Orientierung für die Auswertung des entsprechenden EKG-Abschnittes durch die in der Smartphone-Applikation integrierten Zeitstempel).
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 70
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Vorliegen der Einwilligungserklärung; Stationärer Klinikaufenthalt; Gute Deutschkenntnisse; Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)

Ausschlusskriterien

  • Schwere Schädelverletzungen sowie neurologische Störungen
  • Komorbide Diagnosen: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen (F00-F09); Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F10-F19); Schizophrene, schizotype und wahnhafte Störungen (F20-F29); Emotional instabile Persönlichkeitsstörung – Borderline-Typ (F60.31)
  • Behandlung mit Beta-Blockern in den letzten 4 Wochen

Adressen und Kontakt

Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Dresden

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Häufig gestellte Fragen

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Dissoziation ist ein psychologisches Phänomen, welches im Rahmen verschiedener psychischer Störungen in einem pathologischen Ausmaß auftreten kann. Wiederkehrende posttraumatische Dissoziationen, lange nach Ende eines traumatischen Ereignisses sind ein bekanntes Phänomen bei Betroffenen mit chronischer Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Dabei werden üblicherweise Symptome der Depersonalisation (das Gefühl, dass der eigene Körper nicht zu einem gehört oder außerkörperliche Erfahrungen), Derealisation (gekennzeichnet von dem Gefühl, dass die Umwelt sich unecht anfühlt) und Veränderungen der Zeitwahrnehmung sowie des Emotionserlebens berichtet. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um eine negative Symptomatik, d. h. eine Abschwächung des sensorischen und emotionalen Selbsterlebens. Die Mehrzahl der bisher veröffentlichten Studien zu posttraumatischer Dissoziation nutzte das subjektive Empfinden als Korrelat um solche Veränderungen zu identifizieren. Aufgrund dieser negativen Symptomatik ist jedoch anzunehmen, dass introspektive Berichte über die Symptomatik selbst erschwert sind. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen keine empirischen Daten vor, welche eine objektivierbare Quantifizierung der Dissoziationsschwere erlauben würden. Befragt man Patienten hinsichtlich ihres Dissoziationserlebens so erwähnen sie teilweise auch Symptome, die auf kardiovaskuläre Veränderungen hindeuten. Dies steht im Einklang mit Laborstudien, die eine Absenkung der Herzrate berichten. Analogstudien an Gesunden weisen zudem auf einen negativen Zusammenhang zwischen Dissoziationsstärke und Herzrate hin, es gibt jedoch vergleichsweise wenig empirische Literatur zu objektivierten Veränderungen der Herzrate bei PTBS-Patienten. Da die Herzrate sowie ihre Variabilität dank neuer tragbarer Geräte auch ambulant sehr leicht erfassbar geworden ist, soll sie hier als potentieller Marker der Dissoziation untersucht werden. Ein Hauptziel dieser Studie ist es Dissoziationen und damit assoziierte physiologische Reaktionen (der Herzrate und der Herzratenvariabilität) zu erfassen. Da es sich dabei um spontane Dissoziationen unter nicht-experimentellen Bedingungen handelt, soll dies zugleich einen Beitrag zur ökologischen Validität leisten, um bisher vorliegende Erkenntnisse zu ergänzen. Dazu sind folgende Hypothesen formuliert: H1: Spontane dissoziative Episoden sind im Vergleich zur Baseline durch signifikante Veränderungen der Herzrate und der Herzratenvariabilität charakterisiert. H2: Die von den Patientinnen berichtete Intensität (Schwere) der Dissoziation korreliert mit den Veränderungen der Herzrate und der Herzratenvariabilität. Nach Einholung der informierten Einwilligungserklärung der Studienteilnehmerinnen wird eine – die klinischen Routinedaten-ergänzende – psychopathologische Diagnostik durchgeführt. Im Anschluss bekommen die teilnehmenden Patientinnen der Traumaspezialstation ein Smartphone mit einer installierten Applikation, die immer dann aktiviert werden soll, wenn sie bei sich ein dissoziatives Phänomen wahrnehmen (event-basiertes Erhebungsdesign). Über maximal 10 Tage (zwischen 7 und 19 Uhr) tragen die Patientinnen dann sowohl das Smartphone bei sich, wie auch ein mobiles EKG-Gerät. Die Smartphone-Applikation umfasst neben der Erfassung der Zeiträume der erlebten Dissoziation (Klick-Angabe, wenn das Symptom wahrgenommen wird sowie wenn es als beendet wahrgenommen wird) auch Fragen zur genaueren Beschreibung des erlebten Phänomens, der Intensität, möglichen Auslösern (Trigger), der Angabe dazu, ob die Patientin selbst die Zeitangaben der Dissoziation gesetzt hat und der kurz zuvor nachgegangenen Tätigkeit.

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