Beschreibung der Studie

In der geplanten Studie soll die Hypothese geprüft werden, ob ein städtisches Aufwachsen mit regelmäßigem Hundekontakt zu einer verbesserten Immunregulation und somit einer geringeren Sekretion proinflammatorischer Zytokine in psychosozialen Stresssituationen führt als bei städtischem Aufwachsen ohne Hundekontakt. Ebenfalls soll die Hypothese getestet werden, dass sich zwar die körperliche Reaktion in den beiden Testgruppen unterscheidet, nicht jedoch das emotional und kognitiv erlebte Angstempfinden. Diese Fragestellung beruht auf einer Vorgängerstudie in der gezeigt wurde, dass städtisches Aufwachsen ohne Tierkontakt zu einer deutlich gesteigerten Immunantwort bei psychosozialer Stressbelastung geführt hat, verglichen mit ländlichem Aufwachsen mit regelmäßigem Nutztierkontakt. Unbeantwortet blieb hierbei die Frage, ob dieser Effekt auf den Faktor Stadt versus Land oder regelmäßiger versus fehlender Tierkontakt zurückgeht. Dies ist jedoch interessant, da vor allem die durch Tierkontakt erhöhte Exposition mit Umweltmikroorganismen eine wichtige Rolle bei der Prävention von Allergien und Autoimmunkrankheiten zu spielen scheint. Das Ziel dieser Studie ist nun herauszufinden, ob Menschen die in einer städtischen Gegend mit Hund(en) als Haustier aufgewachsen sind, eine geringere proinflammatorische und höhere antiinflammatorische Reaktion nach einer akuten psychosozialen Stressbelastung zeigen als solche, die in einer städtischen Gegend ohne Hund(e) als Haustier aufgewachsen sind. Akuter psychosozialer Stress wird durch den international akzeptierten und standardisierten „Trier Social Stress Test, TSST“ hervorgerufen.

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Studiendetails

Studienziel in vitro Zytokinproduktion von Mononukleären Zellen des Blutes (PBMCs) während Concanavalin A oder Lipopolysaccherid (LPS) Stimulation
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 64
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • BMI zwischen 20 und 30; bis zum 15. Lebensjahr in einer Großstadt (>100.000 Einwohner) aufgewachsen

Ausschlusskriterien

  • aktuelle Infektionen; chronische affektive oder somatische Krankheiten; Rauchen; Leistungssport; akuter Sport, 24h vor Blutentnahme; Drogenkonsum (NSAIDS, Cannabis, etc.); belastendes Lebensereignis wie Trauerfall oder Scheidung

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Ulm

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Häufig gestellte Fragen

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Chronischer Stress ist assoziiert mit einer Reihe von gesundheitlichen Problemen. Obwohl die Ätiologie dieser Krankheiten bisher nicht vollständig verstanden ist, wird eine leicht, aber konstant erhöhte Immunaktivität als Hauptmerkmal für die meisten somatischen und interessanterweise auch die affektiven Krankheitsentitäten beschrieben. Aktuelle prospektive Humanstudien verstärken sogar die Annahme, dass eine höhere Immunaktivität eine ursächliche Rolle in der Entwicklung dieser Pathologien spielt. Dies wird auch durch eine aktuelle Tierstudie unterstützt, welche zeigte, dass akut stressinduziertes IL-6 äußerst hohe Level bei Mäusen annahm, welche einem chronischen Stressor ausgesetzt waren und daraufhin schließlich einen empfindlichen Verhaltensphänotyp entwickelten. Interessanterweise berichtete dieselbe Studie von erhöhten Il-6 Werten bei Patienten mit einer therapieresistenten Majoren Depression. Darüber hinaus wurde aktuell beobachtet, dass die IL-6 Konzentration bei Kindern, gemessen 24 Stunden nach einem Verkehrsunfall, prädiktiv für die Entwicklung einer PTBS 6 Monate später war. Gleichzeitig wurden geringere Zahlen an regulatorischen T-Zellen bei Patienten mit Depression gefunden und Antidepressiva zeigten eine IL-6 verringernde Wirkung bei Menschen und eine regulatorische T-Zell Anzahl steigernde Wirkung bei Mäusen. Ebenso konnte gezeigt werden, dass eine Behandlung mit einer Kombination aus einem Standard-Antidepressivum und einem antiinflammatorischen Medikament effektiver ist, als das gleiche Antidepressivum in Kombination mit einem Placebo. Bemerkenswert ist, dass die Prävalenz für psychische Erkrankungen als auch für andere stressassoziierte inflammatorische Krankheitsbilder in Städten signifikant höher ist als auf dem Land. Obwohl aktuelle Studien bereits eine Verbindung zwischen urbanen Lebensräumen und Verarbeitung sozialer Informationen im Hirn, als auch der Reaktion der HPA-Achse bei akuten sozialen Stressoren zeigen, bleiben die biologischen Stoffwechselvorgänge, welche diesen komplexen Interaktionen zu Grunde liegen, weitestgehend schwer nachvollziehbar. In einer aktuell durch unsere Abteilung veröffentlichten Studie an 40 jungen, männlichen Probanden, konnten weitere Hinweise auf die zugrundeliegenden Mechanismen dieser Prävalenzunterschiede geliefert werden. Es wurden hier 20 Personen, welche ohne Tierkontakt in der Stadt aufgewachsen sind mit 20 Personen, welche mit Kontakt zu Nutztieren auf dem Land aufgewachsen sind, hinsichtlich ihrer akuten immunologischen, physiologischen und mentalen Stressreaktion nach der Teilnahme am „Trier Social Stress Test“ (TSST) verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Probanden, die ohne Tier in der Stadt aufgewachsen sind, eine deutlich höhere Immunaktivierung (Anzahl von mononukleären Zellen im Blut; Plasma IL-6 Spiegel; IL-6 Sekretion aus mononukleären Blutzellen nach in vitro ConA Stimulation) zeigten als Probanden, die auf dem Land aufgewachsen sind und regelmäßigen Tierkontakt hatten. Zudem sezernierten nach dem TSST isolierte und Concanavalin A stimulierte mononukleäre Blutzellen von städtischen Probanden weniger antiinflammatorisches IL-10 verglichen mit Zellen, die vor dem TSST isoliert wurden. Dieser hemmende Effekt auf das immunregulatorische Kompartiment war nicht zu sehen in den ländlichen Probanden. Im Gegensatz zu diesen immunologischen Parametern waren die mit Fragebögen erhobene subjektiv empfundene Stressbelastung und die entstandenen psychischen Symptome (z.B. Ängstlichkeit), sowie die physiologische Stressreaktion (Plasma Cortisol, Alpha Amylase) stärker ausgeprägt in den ländlichen Probanden mit regelmäßigem Nutztierkontakt. Im Einklang mit diesen Erkenntnissen ist bekannt, dass die Entwicklung des sekundär lymphatischen Gewebes und des vielfältigen Repertoires der Lymphozyten nach der Geburt diverse Signale von mikrobiellen Bestandteilen benötigt, während weitere mikrobielle Signale im späteren Leben für eine balancierte Erweiterung der Populationen von Effektorzellen und regulatorischen Zellen zuständig sind. Den größten Anteil an diesen Effekten haben jene, welche sich mit den Säugetieren entwickelten (=“Old friends“). Diese beinhalten 1) die kommensale/symbiotische Flora, 2) Pathogene, welche mit den „alten Infektionen“ assoziiert sind und im gesamten Leben der sich entwickelnden Jäger-Sammler-Populationen eine Rolle spielten (und deshalb vom Immunsystem toleriert werden mussten) und 3) Organismen aus der natürlichen Umwelt, mit denen die Menschen jeden Tag unausweichlich in Kontakt kommen.

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