Beschreibung der Studie

Hintergrund: Gang ist ein hoch automatisierter Prozess, der bei Menschen, die an neurodegenerativen Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) leiden, häufig eingeschränkt ist. Bisher gibt es viele Studien über die motorische Leistungsänderung (Gehgeschwindigkeit, Schrittlänge, Minimaler Zehenabstand und deren Variabilität) aber nur einige wenige über die kognitiven Prozesse beim Gehen. Methoden: Diese Studie wird sich auf die Zuverlässigkeit der Messtechnik, die Zuverlässigkeit des Messprotokolls und die Unterscheidung zwischen MS Patienten und einer gesunden Kontrollgruppe (KG) konzentrieren, da nach unserem besten Wissen keine diesbezüglichen Studien vorliegen. Alle TeilnehmerInnen (20 MS / 20 KG) gehen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen über 6 Minuten eine 12 m lange Strecke in einer ruhigen Umgebung auf und ab. Die Aktivierung des präfrontalen Kortex (fNIRS), die Gangparameter (Beschleunigungssensoren), Fragebögen zu Fatigue und subjektivem Gehvermögen sowie der 6-Minuten-Gehtest und die qualitative Analyse des Gangbildes durch Experten (Video) zur Fatigability werden erfasst. Ziele: Das Ziel dieser Studie ist es, die Veränderung der Gangautomatizität bei MS Patienten zu untersuchen, indem die Aktivierung des präfrontalen Kortex (PFC) mit funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS), also über Infrarotlicht, analysiert wird. Hypothesen: Wir erwarten, dass fNIRS zuverlässig zum Analysieren der kognitiven Prozesse während des Gehens bei MS Patienten und HC (Healthy Controls) eingesetzt werden kann. Zudem nehmen wir an, dass zwischen beiden Gruppen zuverlässig unterschieden werden kann anhand der fNIRS Daten. Diskussion / Schlussfolgerung Es gibt viele Versuche, kognitive Prozesse durch Dual-Task Aufgaben während des Gehens zu erfassen (z.B. Gehen und Reden), aber es gibt nur eine Studie, in der die PFC-Aktivierung tatsächlich mit fNIRS bei MS Patienten während des Gehens gemessen wird. Dabei ist das Verständnis dieser kognitiven Prozesse enorm wichtig, um Therapiestrategien bewerten und die Selbsteinschätzung der Patienten verbessern zu können und damit das MS-bedingte Sturzrisiko zu reduzieren.

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Studiendetails

Studienziel In dieser Studie wird ein tragbares fNIRS-System (NIRSport, NIRx Medical Technologies, NY, USA) verwendet, um die hämodynamische Reaktion im präfrontalen Kortex zu bewerten. Die erfassten Bereiche sind der rechte und linke dorsolaterale präfrontale Kortex (DLPFC) (Bereich Brodmann (BA) 9 & 46), der rechte und linke frontopolare Kortex (FPC) (BA10) und der rechte und linke Pars triangularis des Broca-Areals (BA45). Daher sind die primären Ergebnisse die OxyHb- und die DesoxyHb-Konzentrationen in diesen Bereichen. Die Erfassung der Fatigability ist immer noch eine Herausforderung, da es an Referenzdaten fehlt. Daher werden wir zwei verschiedene Methoden verwenden, um eine grobe Kategorisierung der Ermüdbarkeit von MS Patienten vorzunehmen. Die erste Methode ist der modifizierte 6-Minuten-Gehtest von Leone et al. 2016. Hier wird nicht nur die Entfernung über die gesamten sechs Minuten, sondern auch die in jeder einzelnen Minute zurückgelegten Entfernung notiert. Basierend auf diesen Werten wird der „Distance Walk Index (DWI = ([Gehstrecke bei Minute n - Gehstrecke bei Minute1] / Gehstrecke bei Minute1) × 100)“ (Leone et al. 2016) berechnet. Die zweite Methode zur Einstufung ist die Expertenmeinung, die auf den während der Messungen erstellten Videos basiert (GoPro Hero 4, GoPro Inc., CA, USA). Basierend auf vordefinierten Kriterien werden die Videos von zwei unabhängigen Beobachtern (medizinisches Fachpersonal) auf Anzeichen der Fatigability bewertet.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Institut III, Bereich Sportwissenschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien Multiple Sklerose Patienten:
  • 18-60 Jahren
  • gesicherte MS Diagnose entsprechend den revidierten McDonald Kriterien von 2010 (Polman et al. 2011)
  • Expanded Disability Status Scale (EDSS) 0-4.5 bzw. eine Gehfähigkeit von mind. 200 m am Stück
  • Einschlusskriterien gesunde Kontrollgruppe:
  • 18-60 Jahre
  • Uneingeschränkt gehfähig

Ausschlusskriterien

  • MS:
  • weniger als 30 Tage nach akutem Schub bzw. letzter Kortisongabe
  • Sehstörungen
  • Aphasie
  • Epilepsie
  • Kontrollgruppe:
  • neurologische und orthopädische Einschränkungen

Adressen und Kontakt

MEDIAN Klinik, Flechtingen

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Hintergrund: Gang ist ein hoch automatisierter Prozess, der bei Menschen, die an neurodegenerativen Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) leiden, häufig eingeschränkt ist. Bisher gibt es viele Studien über die motorische Leistungsänderung, aber nur einige wenige über die kognitiven Prozesse beim Gehen. Das Ziel dieser Studie ist es, die Veränderung der Gangautomatizität bei MS Patienten zu untersuchen, indem die hämodynamische Reaktion im präfrontalen Kortex (PFC) mit funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) analysiert wird. Methoden / Design Diese Studie wird sich auf die Test-Retest-Zuverlässigkeit, die Zuverlässigkeit des Messprotokolls und die Unterscheidung zwischen MS Patienten und einer gesunden Kontrollgruppe (KG) konzentrieren, da nach unserem besten Wissen keine diesbezüglichen Studien vorliegen. Alle TeilnehmerInnen (20 MS / 20 KG) gehen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen über 6 Minuten eine 12 m lange Strecke in einer ruhigen Umgebung auf und ab. Die hämodynamische Reaktion (fNIRS), die Gangparameter (Inertialsensoren), Fragebögen zu Fatigue und subjektivem Gehvermögen sowie der 6-Minuten-Gehtest und die qualitative Analyse des Gangbildes durch Experten (Video) zur Fatigability werden erfasst. Diskussion / Schlussfolgerung Es gibt viele Versuche, kognitive Prozesse durch Dual-Task Aufgaben während des Gehens zu erfassen, aber es gibt nur eine Studie, in der die PFC-Aktivierung tatsächlich mit fNIRS bei MS Patienten während des Gehens gemessen wird. Dabei ist das Verständnis dieser kognitiven Prozesse enorm wichtig, um Therapiestrategien bewerten und die Selbsteinschätzung der Patienten verbessern zu können und damit das MS-bedingte Sturzrisiko zu reduzieren.

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