Beschreibung der Studie

Seit der Entdeckung der Wirkung von Penicillin durch Alexander Fleming 1928 wurden verschiedene Antibiotikaklassen mit unterschiedlicher Wirkungsweise entwickelt und in der Medizin eingesetzt. Die letzten Jahrzehnte sind jedoch von einer anhaltenden Stagnation in der Entwicklung bedeutender, neuer Antibiotikaklassen geprägt: Seit den 1970er Jahren sind kaum Neuentwicklungen wirksamer Antibiotika zu verzeichnen. Zugleich sind zunehmend Resistenzen gegen bereits eingesetzte Antibiotika auszumachen – die Medizin befindet sich in diesem Zusammenhang in einer bedrohlichen Sackgasse. In der Mundhöhle konnten bisher mehr als 700 verschiedene Bakterienarten identifiziert werden. Die Mundhöhle stellt eine ideale Nische zur Ausbildung komplexer mikrobieller Gemeinschaften durch die Organisation von Bakterien in sogenannten Biofilmen. Der orale Biofilm ist die Ursache für Karies und Parodontitis – die häufigsten Erkrankungen weltweit. Jahrzehntelang wurden Parodontitis-Patienten mit Antibiotika behandelt. Mittlerweile werden Breitspektrumantibiotika bundesweit eingesetzt, ohne dass die Parodontitis-Keime vorher nachgewiesen werden. Aufgrund von zunehmenden Antibiotikaresistenzen verschiedenster, klinisch relevanter Keime mehren sich die kritischen Stimmen bezüglich des Einsatzes von Antibiotika in der Zahnmedizin. Keime, die in Kontakt mit der oralen Mikroflora kommen (z.B. über die Ernährung) und sich in den oralen Biofilm einnisten, könnten über verschiedene Mechanismen Antibiotikaresistenzgene auf orale Mikroorganismen übertragen. Ziel der Studie ist die Evaluierung der Rolle des oralen Biofilms als Reservoir für antibiotikaresistente Keime und Antibiotikaresistenz-Gene. Aus Zahnbelag werden Mikroorganismen im Labor angezüchtet, isoliert, identifiziert und auf ihre Antibiotikaresistenzen untersucht. Parallel dazu wird die DNA aus den Biofilmproben isoliert und die Antibiotikaresistenzen werden mittels Metagenomanalyse analysiert. Der orale Biofilm wird aus verschiedenen Patientenkollektiven (Kariespatienten, Parodontitis-Patienten) sowie von gesunden Probanden gewonnen. Insgesamt sollen die Ergebnisse dieses Projekts Empfehlungen zum Einsatz von Antibiotika zur Behandlung von Krankheiten der Mundhöhle ergeben. Zudem soll die Suche nach alternativen antimikrobiell wirksamen Medikamenten bzw. Behandlungsmethoden vorangetrieben werden.

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Studiendetails

Studienziel 1. Beschreibung des Mikrobioms in den Subgruppen 2. Beschreibung des Resistoms (Gesamtheit der genetischen Resistenzinformation) in den Subgruppen 3. Darstellung der phänotypischen Resistenz im oralen Biofilm mittels Agardiffusionstest
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 180
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Sonderlinie Medizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Die Untersuchung soll an jeden Standort bei 20 zahngesunden Probanden, 20 Patienten mit akutem Kariesbefall und bei 20 Patienten mit Parodontalerkrankung durchgeführt werden.
  • Die Teilnehmer sind soweit bekannt allgemeinmedizinisch gesund.
  • Die letzte Antibiotikaeinnahme soll mindestens 6 Monate zurückliegen.
  • Definition zahngesunder Proband:
  • Der Proband ist parodontal gesund und weist einen DMFT-Wert von 0 auf, das heißt, er weist 28 karies- und restaurationsfreie Zähne auf.
  • Definition Patient mit hohem Kariesbefall:
  • Der Proband weist aktuell mindestens zwei Dentinkaries-Läsionen auf und hat in den letzten zwei Jahren mindestens zwei invasive restaurative Maßnahmen (Füllungen, Kronen o.a.) aufgrund von kariösen Läsionen erhalten.
  • Definition Patient mit Parodontalerkrankung:
  • Vorliegen einer generalisiert moderaten lokalisiert schwer chronischen Parodontitis oder einer generalisiert schweren chronischen Parodontitis (n. Armitage, 1999).
  • Wenn schon eine systematische Parodontitistherapie erfolgt ist, dann soll diese mindestens 24 Monate zurückliegen, zwischenzeitlich darf keine Unterstützende Parodontitistherapie (UPT = Recall) erfolgt sein.

Ausschlusskriterien

  • Antibiotikaeinnahme im Studienzeitraum
  • Bekanntes Vorliegen einer Schwangerschaft
  • Bekannter Diabetes
  • Pathologische Veränderungen der oralen Mukosa, wie z.B. akute ulzerierende Gingivitis, herpetische Gingivostomatitis, aphtöse Ulzerationen
  • Bekannte schwerwiegende Allgemeinerkrankungen (z.B. HIV, Immunsuppression)
  • Medikamenteneinnahme mit bekannten Nebenwirkungen auf die gingivalen Verhältnisse (Antiepileptika, Antihypertonika)
  • Raucher (Einschluss von Rauchern auf 20% pro Gruppe beschränkt)

Adressen und Kontakt

Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, Freiburg im Breisgau

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Poliklinik für Zahnerhaltung, Tübingen

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Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Heidelberg

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Es ist beschrieben, dass die Mundhöhle ein Reservoir für antibiotikaresistente Keime (ARKs) und/oder Antibiotikaresistenzgene (ARGs) sein kann. Die im oralen Biofilm vorhandenen ARKs und ARGs können sich lokal in den Nasen-Rachen-Raum ausbreiten oder über systemische Ausbreitung in den Körper streuen. Hier führt der Weg über das Verschlucken in den Gastrointestinaltrakt, oder über entzündliche Prozesse in der Mundhöhle (periapikale, parodontale Entzündung, ulzerierende Wundflächen oder Abszesse) in die Blutbahn. Dies wiederum fördert Arteriosklerose und Diabetes und stellt eine ernste Gefahr für die systemische Gesundheit und den ganzen Körper dar. Die Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer zum Einfluss der oralen Gesundheit auf die Allgemeingesundheit (2012) unterstreicht diese kausalen Zusammenhänge. Aus diesem Grund verfolgt diese Verbundstudie das Ziel, die Rolle der Mundhöhle als Reservoir für antibiotikaresistente Keime sowie für Antibiotikaresistenz-Gene zu evaluieren. Hierfür werden in einem Verbundprojekt an drei Forschungsstandorten (Freiburg, Heidelberg, Tübingen) Proben gewonnen. Die untersuchten Gruppen sind a) gesunde Probanden; b) Patienten mit Karies; und c) Patienten mit Parodontitis. An jedem Standort werden jeweils 20 Teilnehmer pro Gruppe eingeschlossen. Von Ihnen werden orale Biofilmproben, Speichelproben und Stuhlproben gewonnen. Diese werden gemäß standardisierten Protokollen entnommen und mit mehreren Methoden analysiert. Es erfolgen eine Metagenomanalyse, bildgebende Verfahren mittels CLSM und Kulturtechnik mit Testung auf phänotypischer Antibiotikaresistenz. Anhand dieses Spektrums an Analyseverfahren soll das sogenannte „Resistom“, das heißt die Gesamtheit der in den Proben befindlichen genetischen Resistenzinformationen beschrieben werden. Aufbauend auf dieses Projekt soll anschließend eine Forschungsgruppe etabliert werden, die offene assoziierte Fragestellungen und alternative Behandlungsmethoden (z.B. antimikrobielle photodynamische Therapie, Einsatz von Naturstoffen) untersucht.

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