Beschreibung der Studie

Die gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland wird heute immer stärker durch psychische und psychosomatische Erkrankungen bestimmt. Mangelnde sozio-emotionale Kompetenzen bilden einen ersten Indikator dysfunktionaler, psychischer Verhaltensmuster. Die Förderung dieser Kompetenzen dient demnach der Herausbildung der personalen und sozialen Widerstandsfähigkeit (Resilienz), die den erfolgreichen Umgang mit belastenden Lebensumständen und negativen, stressbezogenen Folgen unterstützt. Innerhalb der Studie wird der Frage nachgegangen, ob sozio-emotionale Kompetenzen bei Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren effektiv mit dem Tablet-basierten Trainingsprogramm Zirkus Empathico gefördert werden können. Für die Einschätzung der Wirksamkeit werden vor und nach dem Training die Fähigkeit zur Empathie als Hauptaugenmerk, das Benennen und Beschreiben von Emotionen sowie prosoziales Verhalten mithilfe von Fragebögen und der Erfassung von Gehirnströmen mittels Elektroenzephalografie (EEG) gemessen. Das Studiendesign umfasst eine Trainingsgruppe, welche eine Förderung mit Zirkus Empathico erhält und eine aktive Kontrollgruppe, die das Englisch-Trainingsprogramm Squirrel & Bär durchläuft. Die Zuteilung zu den Gruppen erfolgt zufällig. Um die Wirksamkeit zu überprüfen, werden alle Fragebogenmaße zu zwei Messzeitpunkten erfasst. Zwischen diesen Terminen erhalten die Familien einen Tablet-PC, auf dem sich eines der beiden Programme befindet, mit welchem die Kinder unter Anleitung der Eltern über einen Zeitraum von sechs Wochen, zweimal pro Woche für etwa 30 Minuten trainieren sollen. Das Programm Zirkus Empathico beinhaltet Übungen zur Emotionserkennung anhand emotionaler Gesichtsausdrücke und kontextueller Hinweise sowie empathisches Mitempfinden und Handeln. Innerhalb des Programms Squirrel & Bär wird den Kindern ein erster Kontakt, der Aufbau des Wortschatzes und erster grammatischer Regeln mit der englischen Sprache ermöglicht. Es wird erwartet, dass sich die Trainingsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe in der Fähigkeit zur Empathie, dem Emotionswissen sowie prosozialem Verhalten verbessert. Überdies wird angenommen, dass Komponenten des EEGs durch die Teilnahme an dem Training beeinflusst werden.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel 1. Trainingskomponente: Empathie •Die Fähigkeit zur Empathie wird aus der Perspektive der Eltern mithilfe des Griffith Empathy Measure (GEM; Dadds, et al., 2008, Greimel et al., 2011) und dem Untertest zur Empathie des Inventars zur Erfassung emotionaler Kompetenzen bei Drei- bis Sechsjährigen (EMK 3-6; Petermann & Gust, 2016) aus der Perspektive der Eltern und des Kindes erfasst. •Der Elternfragebogen GEM erfasst anhand von 23 Items das Empathie-Konstrukt. Der EMK 3-6 Screening-Fragebogen enthält 4 Items zur Empathie. Innerhalb der EMK 3-6 Testung des Kindes werden mithilfe von Puppen verschiedene, kindgerechte Situationen nachgespielt. Das Kind soll sich in die Situation der Puppe hineinversetzen und darauf basierend über Gefühle und passende Handlungen sprechen. •GEM und EMK 3-6 werden in der Vor- (T1) und Nachuntersuchung (T2) eingesetzt.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 74
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Humboldt-Universität zu Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Deutsch als Muttersprache, keine Zweisprachigkeit (Englisch)

Ausschlusskriterien

  • nonverbaler IQ <=70 (Coloured progressive matrices intelligence test; Raven, Bulheller & Häcker, 2001)
  • unzureichendes Sprachverständnis (verbales Alter < 4;0 Jahre; Peabody Picture Vocabulary Test;
  • Lenhard et al., 2015)
  • neurologische oder psychologische Störungen
  • andere trainings- oder EEG-beeinträchtigende Störungen/Erkrankungen/Medikation
  • parallele Teilnahme an Sozialkompetenztrainings
  • parallele Teilnahme an klinischen Studien

Adressen und Kontakt

Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin

Vielen Dank! Wir haben Ihnen die angeforderten Kontaktdaten aus Berlin via E-Mail geschickt.

Bitte überprüfen Sie auch Ihren SPAM Ordner.

Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, helfen wir Ihnen gerne. Unsere E-Mail-Adresse lautet kontakt@viomedo.de. Schreiben Sie uns Ihre Anregungen, Fragen und Tipps – auch Kritik und Probleme können Sie gerne äußern.

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Wir senden Ihnen die Kontaktdaten des Studienarztes und Informationen über mögliche nächste Schritte an Ihre E-Mail-Adresse

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Durch das Absenden erkläre ich mich ausdrücklich damit einverstanden, dass Viomedo meine Daten, einschließlich Gesundheitsdaten, verarbeitet, um mir die Kontaktdaten der Studie zuzusenden und um mir Informationen (z.B. über klinische Studien) per E-Mail zuzusenden. Mein Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Die Datenschutzerklärung, insbesondere die Hinweise zum Anfordern von Kontaktdaten und zum Studienberater, habe ich zur Kenntnis genommen.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Erfolgreich sozial und emotional zu interagieren ist positiv mit unserer Lebenszufriedenheit, psychischer und körperlicher Gesundheit sowie akademischen Leistungen und dem Berufserfolg korreliert. Sozio-emotionale Kompetenzen werden als wichtige personale und soziale Resilienzfaktoren angesehen, die den erfolgreichen Umgang mit belastenden Lebensumständen und negativen, stressassoziierten Folgen unterstützt. Obgleich ihrer Bedeutung für das soziale Miteinander, zeigen sich bereits erste Defizite in sozio-emotionalen Kompetenzen im Kindesalter. Innerhalb der Längsschnittstudie soll die Wirksamkeit der Förderung dieser Kompetenzen bei Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren mithilfe des computer-gestützten Programms Zirkus Empathico untersucht werden. Zur Erfassung der Effektivität des Trainingsprogramms erfolgt vor und nach dem Training eine Betrachtung der Empathiefähigkeit als primärer Endpunkt sowie des Benennens und Beschreibens von Emotionen und einer Einschätzung des prosozialem Verhalten als sekundäre Endpunkte. Die sozio-emotionalen Kompetenzen werden sowohl behavioral anhand von Elternfragebögen (GEM, EMK 3-6, SDQ) und Testungen (EMK 3-6) als auch mit elektroenzephalografischen (EEG) Messmethoden erfasst. Die vorliegende Studie untersucht, ob (1) Probanden der Trainingsgruppe nach dem Training gesteigerte Werte in Maßen der Empathie, im Emotionswissen sowie prosozialem Verhalten im Vergleich zur Kontrollgruppe aufweisen und (2) Amplituden der ereigniskorrelierten Potentiale (EKP) der frühen sensorischen Verarbeitung (P1, N170) und späten Verarbeitung (P300) des EEG durch die Teilnahme an dem Training moduliert werden. Behaviorale Korrelate werden im Prä/Post-Test Design mit einer Trainingsgruppe und einer aktiven Kontrollgruppe erhoben. Die Messung der EEG-Korrelate erfolgt ausschließlich während des Post-Tests. Die Trainingsgruppe durchläuft das Programm Zirkus Empathico, in welchem sozio-emotionale Kompetenzen gefördert werden. Die Kontrollgruppe erhält das Programm Squirell & Bär, welches ein erstes Auseinandersetzen mit der englischen Sprache ermöglicht. Die Förderung durch das jeweilige Programm erfolgt über einen Zeitraum von sechs Wochen, zweimal pro Woche für etwa 30 Minuten Die Zuteilung zu den Gruppen erfolgt randomisiert. Für die Kontrolle von möglichen Entwicklungseffekten wird eine Kovariaten-adaptive Randomisierung angewandt, bei der das Verfahren Minimisierung mit einer Randomisierungsratio von 0.7 und zwei Stratifizierungsvariablen (Alter [zweigestuft], Geschlecht [zweigestuft]) eingesetzt wird (Software MinimPy: (http://minimpy.sourceforge.net). Die Abschätzung der benötigten Stichprobengröße wurde mithilfe des Programms G*Power vorgenommen. Anhand vorheriger Studien im Bereich computer-basierter Trainings der Emotionserkennung bei Kindern (z.B. Grynszpan et al., 2014) wurde ein kleiner Effekt angenommen. Als Basis der Stichprobenschätzung diente weiterhin eine messwiederholte ANOVA mit den Parametern Gruppe (zweigestuft) und Zeitpunkt der Messung (zweigestuft), α = 0.05, Power = 0.80 und der Korrelation zwischen den beiden Messzeitpunkten für den primären Endpunkt GEM von 0.69 (Neumann et al., 2014). Die Analyse ergab eine Probandenanzahl von 31 Probanden pro Gruppe (Stichprobengröße insgesamt: 62 Probanden). Zusätzlich wird eine Drop-Out Rate von 20 % angenommen (basierend auf Drop-Out Raten vorangegangener Studien in dieser Altersgruppe). Die zu erhebende Stichprobengröße beträgt insgesamt 74 Probanden.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: