Beschreibung der Studie

Schädigungen des zentralen Nervensystems (ZNS) können zu Gangunsicherheiten führen. Das nicht normale Gangbild führt langfristig oft zu Rücken- oder Gelenkschmerzen, die die Mobilität der Betroffenen weiter einschränken. Daher besteht ein großer Bedarf für Therapien, die auf eine Verbesserung der Bewegungsabläufe hin zum normalen Gehen abzielen. Eine besondere therapeutische Herausforderung stellt bei diesen Patienten die Einschränkung des Lageempfindens dar. Zum Ausgleich des gestörten körpereigenen Lage- und Gelenkstellungsempfindens und damit zur Gangbildverbesserung wird erfolgreich durch Therapeuten oder Geräte vermittelte Bewegungsrückmeldung angewandt, welches über eine Bewusstmachung der Abweichung von einem normalen Gangmuster eine aktive Korrektur ermöglicht. Der Therapieerfolg ist daher stark von der Fähigkeit zur bewussten Korrektur der Fehlaktivierungen der Beinmuskeln abhängig. Eine Möglichkeit, die bewusste Wahrnehmung von Gelenkstellungen zu verändern und/oder eine unbewusste Aktivierung von Muskeln zu erreichen, besteht in der propriozeptiven (Propriozeption = Eigenwahrnehmung, z.B. Stellungsempfinden eines Gelenkes) Stimulation über Vibrationsreize. Bisher wurden diese Vibrationsreize allerdings nur unter statischen Bedingungen eines konstant gehaltenen Gelenkwinkels angewandt und nicht zur Gangbildkorrektur während des Gehens eingesetzt. Im Vorfeld einer Studie an Patienten werden an gesunden Probanden zunächst in Sitzposition und am Oberschenkel verschiedene Vibrationsparameter (Amplitude, Frequenz, Ort (Sehne/Muskel)) hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Kniewinkel systematisch untersucht. Zur Messung des Kniegelenkwinkels über ein Kamerasystem wird das ausgewählte Bein mit 7 reflektierenden Kugeln beklebt. Während des Experimentes sitzt der Proband auf einem mit einer bequemen Unterlage versehenen Tisch und trägt eine Augenbinde. Zur Erzeugung der Vibrationen auf dem Oberschenkel wird ein kommerziell erhältliches System eingesetzt. Der Vibrator wird vom Studienpersonal mit einer definierten Kraft für eine bestimmte Zeit auf die entsprechende Hautstelle (Muskel oder Sehnenanteil des Oberschenkels) aufgedrückt. Bei bestimmten Teilen des Experimentes wird der Proband gebeten, bestimmte Aufgaben zu erfüllen, z.B. „Versuchen Sie, einen Kniewinkel von +30° einzustellen, sobald ein verbales Startsignal gegeben wurde!“. Es werden insgesamt 48 Messungen mit einer Dauer von je 30 Sekunden und 32 Messungen mit einer maximalen Dauer von je 5 Sekunden stattfinden.

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Studiendetails

Studienziel "passiv statisch" und "aktiv statisch": Änderung im Kniewinkel relativ zur Ausgangsstellung über 25 Sekunden Vibration. "aktiv dynamisch": Abweichung des vom Probanden eingestellten Winkels vom Zielwinkel.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 25
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Klinik für Paraplegiologie - Expermimentelle Neurorehabilitation

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Probanden:
  • Alter 18 - 50 Jahre
  • Patienten:
  • Alter 18 – 60 Jahre
  • Inkomplette Querschnittlähmung (AIS C, D) oberhalb Th11
  • Zeit nach Lähmungseintritt > 6 Wochen
  • Mindestens 5 Min. ohne Pause ggfs. mit Hilfsmitteln gehfähig

Ausschlusskriterien

  • Schwangerschaft, Implantate im untersuchten Bein, Schmerzen / neurologische (= periphere Nervenschädigungen) / orthopädische Vorerkrankungen im untersuchten Bein, akute und chronische Verletzungen an Sehnen oder Bändern im untersuchten Bein, nicht vollständig abgeheilte Knochenbrüche im untersuchten Bein, Hautirritationen / Ekzeme / Entzündungen / (Schürf-)wunden am Oberschenkel des untersuchten Beines.
  • Zusätzlich bei Patienten:
  • Starke Spastik (MAS ≥ 10) im untersuchten Bein

Adressen und Kontakt

Klinik für Paraplegiologie, Heidelberg

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Häufig gestellte Fragen

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Schädigungen des zentralen Nervensystems (ZNS) können zu Gangunsicherheiten führen. Das nicht normale Gangbild führt langfristig oft zu Überlastungsproblemen wie Rücken- oder Gelenkschmerzen, die die Mobilität der Betroffenen weiter einschränken. Daher besteht ein großer Bedarf für Therapien, die auf eine Verbesserung der Bewegungsabläufe hin zum normalen Gehen abzielen. Eine besondere therapeutische Herausforderung stellt bei diesen Patienten die Einschränkung der Propriozeption dar. Zur Kompensation der gestörten Propriozeption und damit zur Gangbildverbesserung wird erfolgreich durch Therapeuten oder Geräte vermitteltes Bewegungsfeedback angewandt, welches über eine Bewusstmachung der Abweichung von einem normalen Gangmuster eine aktive Korrektur ermöglicht. Der Therapieerfolg ist daher stark von der Fähigkeit zur bewussten Korrektur der Fehlaktivierungen der Beinmuskeln abhängig. Eine Möglichkeit, die bewusste Wahrnehmung von Gelenkstellungen zu verändern und/oder eine unbewusste, reflexbedingte Aktivierung von Muskeln zu erreichen, besteht in der propriozeptiven Stimulation über Vibrationsreize. Bisher wurde diese Art der Stimulation allerdings nur unter statischen Bedingungen angewandt und nicht zur Gangbildkorrektur während des Gehens eingesetzt. Darüber hinaus ist sie bisher nicht im Rahmen eines closed-loop Feedbackalgorithmus angewendet worden. Im Vorfeld einer Studie an Patienten werden an gesunden Probanden zunächst in Sitzposition und am Oberschenkel verschiedene Vibrationsparameter (Amplitude, Frequenz, Ort (Sehne/Muskel)) hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Kniewinkel systematisch untersucht. Zur Messung des Kniegelenkwinkels über ein Kamerasystem wird das ausgewählte Bein mit 7 reflektierenden Markern beklebt. Während des Experimentes sitzt der Proband auf einem mit einer bequemen Unterlage versehenen Tisch und trägt eine Augenbinde. Zur Erzeugung der Vibrationen auf dem Oberschenkel wird ein kommerziell erhältliches System eingesetzt. Der Vibrator wird vom Studienpersonal mit einer definierten Kraft für eine bestimmte Zeit auf die entsprechende Hautstelle (Muskel oder Sehnenanteil des Oberschenkels) aufgedrückt. Bei bestimmten Teilen des Experimentes wird der Proband gebeten, bestimmte Aufgaben zu erfüllen, z.B. „Versuchen Sie, einen Kniewinkel von +30° einzustellen, sobald ein verbales Startsignal gegeben wurde!“. Es werden insgesamt 48 Messungen mit einer Dauer von je 30 Sekunden und 32 Messungen mit einer maximalen Dauer von je 5 Sekunden stattfinden.

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