Beschreibung der Studie

Bei Patienten mit bösartigen Erkrankungen des Knochenmarks liegt häufig aufgrund von wiederholten Bluttransfusionen eine chronische Eisenüberladung vor, da mit jedem Erythrozytenkonzentrat auch eine größere Menge Eisen übertragen wird. Durch eine Chemotherapie - wie sie beispielsweise als Konditionierungstherapie vor einer Stammzelltransplantation notwendig ist - kommt es zudem zu einem gewollten Untergang von Zellen und dadurch in vielen Fällen zu einer akuten Freisetzung von Eisen (so genanntes „labiles Plasmaeisen“, abgekürzt LPI) aus den zerstörten Zellen. Der menschliche Körper ist nicht in der Lage Eisen aktiv auszuscheiden und so einer Eisenüberladung entgegen zu wirken. Eine akute oder chronische Eisenüberladung kann zu einer Schädigung von Organen führen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass eine Eisenüberladung das Auftreten von Infektionen begünstigt. In der hier beschriebenen Studie soll als Hauptziel untersucht werden, ob eine Therapie mit Deferasirox (einem zugelassenen Medikament, das bei chronischer Eisenüberladung eingesetzt wird), das akut freigesetzte labile Plasmaeisen während der Konditionierungstherapie vor einer Stammzelltransplantation abfangen und damit unschädlich machen kann. Des Weiteren soll die Verträglichkeit von Deferasirox im Rahmen der Konditionierungstherapie beurteilt werden. Zudem soll untersucht werden, ob die Therapie mit Deferasirox einen zusätzlichen Einfluss auf die Blutspiegel von Busulfan (einem im Rahmen der Konditionierungstherapie häufig eingesetzten Chemotherapeutikum) hat. Die Dosis von Busulfan wird routinemäßig für jeden Patienten individuell, basierend auf gemessenen Blutspiegeln im Rahmen des therapeutischen Drug Monitorings (TDM) berechnet. Als Studienteilnehmer eignen sich erwachsene Patienten mit einer chronischen Eisenüberladung, die aufgrund einer bösartgien Erkrankung des Knochenmarks eine Stammzelltransplantation erhalten sollen und bei denen die Gabe von Busulfan im Rahmen der Konditionierungstherapie geplant ist. Das Vorliegen einer chronischen, transfusionsbedingten Eisenüberladung kann mittels eines Laborwertes (Ferritin) festgestellt werden. Die Studienteilnehmer erhalten von Beginn der Konditionierungstherapie bis drei Tage nach der Stammzelltransplantation einmal täglich das Medikament Deferasirox (Exjade Filmtabletten) zum Einnehmen. Um den Einfluss von Deferasirox auf das Auftreten von labilem Plasmaeisen während der Konditionierungstherapie zu bestimmen, werden an den Tagen der Konditionierungschemotherapie und an den Tagen 4, 7 und 14 nach der Stammzelltransplantation das labile Plasmaeisen (LPI), das Serum-Eisen, das Serum-Ferritin und das Transferrin (zur Berechnung der Transferrin-Sättigung) im Blut gemessen. Dazu wird an diesen Tagen - im Rahmen der routinemäßigen täglichen Blutentnahmen - eine zusätzliche Blutprobe (ca. 10ml) über den zentralen Venenkatheter entnommen. Die Resultate der Blutuntersuchungen werden mit den klinischen Daten (z.B. Auftreten von Nebenwirkungen, Auftreten von Infektionen, Auftreten von Spender-gegen-Wirt-Reaktion [GvHD], Blutspiegel von Busulfan und anderen Medikamenten etc.), die routinemäßig im Rahmen der Therapie erhoben werden, kombiniert und hinsichtlich der oben ausgeführten Fragestellung ausgewertet.

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Studiendetails

Studienziel 1. Labiles Plasmaeisen (Gesamtexposition und Maximalwert) gemessen an allen Tagen der Konditionierung und an Tag +4, +7 und +14 nach allogener Stammzelltransplantation 2. Einfluss von Deferasirox auf die Busulfan-Pharmakokinetik (therapeutisches Drug Monitoring an Tagen der Busulfan-Applikation)
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 25
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Hamburg-EppendorfKlinik für Stammzelltransplantation

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • chronische transfusionsbedingte Eisenüberladung (Ferritin ≥ 1000ng/ml), wenn eine Deferoxamin-Therapie kontraindiziert oder unangemessen ist; Konditionierung mit Busulfan vor geplanter allogener Stammzelltransplantation

Ausschlusskriterien

  • eingeschränkte Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min), eingeschränkte Leberfunktion (≥ Child-Pugh B), gleichzeitige Gabe von starken UGT-Induktoren (z.B. Phenytoin, Rifampicin, Phenobarbital, Ritonavir)

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

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Häufig gestellte Fragen

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Patienten mit hämatologischen Erkrankungen leiden häufig unter Anämien, so dass wiederholt Erythrozytentransfusionen notwendig sind. Dies kann zu einer transfusionsbedingten Eisenüberladung führen, welche mit Organtoxizität, erhöhter Infektanfälligkeit und schlechterer Prognose assoziiert ist. Bei Patienten unter Chemotherapie kommt hinzu, dass durch den therapieinduzierten Zelluntergang massiv zelluläres Eisen freigesetzt wird. Dies führt zu einer transienten Überflutung der Eisentransportwege und Speicherungskapazität, sodass eisenspezifische, akut toxische Prozesse ablaufen können. Eine Eisenüberladung kann einerseits direkt, andererseits über die Generierung von reaktiven Sauerstoff-Spezies zu einer Begünstigung von Infektionen und Spender-gegen-Wirt-Erkrankung (graft-versus-host-disease, GvHD) und letztlich über eine chronische Eisenüberladung zu einer Schädigung von Leber und Herz sowie einer Dysfunktion von Pankreas und Hypophyse führen und somit das Outcome bei Patienten nach allogener Stammzelltransplantation (allo-SZT) negativ beeinflussen. Zu den verschiedenen Markern der Eisenüberladung (z.B. Serumferrin oder Lebereisen) existieren teilweise widersprüchliche Resultate im Hinblick auf die prognostische Relevanz. Eisenfreisetzung, gemessen als nicht-transferrin-gebundenes Eisen (NTBI) unter Konditionierung vor allo-SZT ist korreliert mit einem höheren Mortalität und einer höheren Rate an frühen Infektionen. Zwischen NTBI und Ferritin besteht jedoch lediglich eine sehr schwache Korrelation, so dass das Serumferritin keinen aussagekräftigen Parameter darstellt. Im Rahmen der Studie soll evaluiert werden, ob bei Patienten mit chronischer Eisenüberladung eine Therapie mit dem Eisenchelator Deferasirox in der Lage ist, während der Konditionierungstherapie die Exposition des Patienten mit labilem Plasmaeisen (LPI) zu reduzieren. Weiterhin soll der Einfluss von Deferasirox auf die Pharmakokinetik von Busulfan, welches in der Konditionierungstherapie zur Anwendung kommt, untersucht werden. Die Verträglichkeit von Deferasirox während der Konditionierungstherapie vor allogener Stammzelltransplantation sowie der Einfluss auf klinische Outcomeparameter sollen als sekundäre Ziele untersucht werden. In die Studie eingeschlossen werden können erwachsene Patienten mit einer Indikation für eine allogene Stammzelltransplantation und Busulfan-haltiger Konditionierungschemotherapie sowie chronischer transfusionsbedingter Eisenüberladung (definiert als Serumferritin > 1000 μg/l). Die Studienteilnehmer erhalten von Beginn der Konditionierungstherapie bis Tag +3 nach allogener Stammzelltransplantation einmal täglich 14mg/kg Deferasirox als Filmtablette (Exjade) im Rahmen der zugelassenen Indikation. Um den Einfluss auf das Auftreten vom LPI unter der Konditionierung zu untersuchen, wird während allen Tagen der Konditionierung sowie an den Tagen +4, +7 und +14 nach allogener Stammzelltransplantation das labile Plasmaeisen (LPI), das Serum-Ferritin und die Transferrinsättigung bestimmt. Potentielle Auswirkungen von Deferasirox auf die Pharmakokinetik von Busulfan werden mittels des routinemäßig durchgeführten therapeutischen Drug Monitoring (TDM) erfasst. Zur Beurteilung der Verträglichkeit von Deferasirox während der Konditionierungstherapie vor allogener Stammzelltransplantation werden berichtete Nebenwirkungen sowie die Veränderung von Laborparametern - klassifiziert analog der Common Terminology Criteria for Adverse Events (NIH/NCI) - herangezogen. Das Auftreten von Infektionen wird anhand der während des stationären Aufenthalts erhobenen mikrobiologischer und klinischer Befunde beurteilt. Dabei werden nur Bakteriämien (positive Blutkulturen) und invasive Pilzinfektionen (IFI) – klassifiziert analog der EORTC-Kritierien – berücksichtigt.

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