Beschreibung der Studie

Eine Aphasie bedeutet nicht nur Einschränkungen in der Sprache. Es kann auch zu Veränderungen in der Stimmung, der Lebensqualität und des Stresserlebens kommen. Viele Menschen erleben sich z.B. als weniger belastbar. Zusätzlich werden Kommunikationssituationen als unangenehm empfunden. In dieser Studie untersuchen wir den Zusammenhang zwischen Stress und Sprache bei Aphasie. Hierbei wollen wir herausfinden, ob belastende Faktoren (wie Lärm oder anstrengende Aufgaben) einen Einfluss auf das Sprachverstehen und das Sprechen hat. Darüber hinaus wollen wir auch schauen, ob man durch Entspannungsübungen das Stresserleben in Bezug auf Sprache verringern kann. Das ist wichtig, um die Lebensrealität von Menschen mit Aphasie besser zu verstehen und eine bestmögliche Behandlung zu garantieren. [Phase 1] Um detaillierte Informationen über das Stresserleben in Sprachsituationen zu erhalten sind verschiedene Untersuchungen nötig. Die Untersuchungen werden in 3 Sitzungen durchgeführt. Jede Sitzung dauert circa 60 - 90 Minuten. Optional (nach Absprache) kann eine weitere Untersuchung in ebenfalls 3 Sitzungen erfolgen. Dies wird der Leiter der Studie mit Ihnen im persönlichen Gespräch festlegen. Die Untersuchungen in diesen weiteren Sitzungen sind identisch mit Sitzung 1 bis 3 und stellen lediglich eine Wiederholungsmessung dar. [Phase 2] Um detaillierte Informationen über das Stresserleben in Sprachsituationen zu erhalten sind verschiedene Untersuchungen nötig. Die Untersuchungen werden in 9 Sitzungen durchgeführt. Jede Sitzung dauert circa 60 - 90 Minuten. Die ersten 3 Sitzungen finden zu Beginn des stationären Aufenthaltes statt (Woche 1). Weitere 3 Sitzungen erfolgen in Woche 4 in der Mitte des Aufenthaltes. Die letzten 3 Sitzungen finden am Ende des Aufenthaltes in Woche 7 statt. Dazwischen findet eine Gruppentherapie in 2 x 10 Sitzungen (je ca. 30- 45 Minuten) statt. Die Durchführungsdauer kann je nach Proband leicht abweichen.

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Studiendetails

Studienziel 1. physiologischer Stress: Herzratenvariabilität, gemessen über die Ableitung der Herzfrequenz während der UVs (Progressive Muskelentspannung, kognitiver Stress und physiologischer Stress [Lärm]) und der AVs (Sprachproduktion und Sprachrezeption) 2. subjektiv empfundener Stress: gemessen über Änderungen in Valenz und Arousal auf den nonverbalen SAM-Skalen jeweils vor und nach den UVs und AVs (s.o.) gemessen in Phase 1 jeweils zu drei direkt aufeinanderfolgenden Messzeitpunkten (querschnittliches Design) und in Phase 2 zu drei direkt aufeinanderfolgenden Messzeitpunkten vor und am Ende der Intervention bzw. Kontrollgruppe (insgesamt 3x3 Messungen über 7 Wochen, längsschnittliches Design) 3. chronischer Stress und verwandte Parameter: Fragebögen - Depression und Angst: Hospital Anxiety Depression Scale (HADS), Beck’s Depressionsinventar (BDI-II) - Lebensqualität: Aachener Lebensqualitätsinventar (ALQI) - Stress: o Fragebogen zum Umgang mit Stress (SCI), Perceived Stress Questionnaire (PSQ-20) Gemessen in Phase 1 am ersten der drei aufeinanderfolgenden Messzeitpunkte und in Phase 2 jeweils zu Beginn der drei Messblöcke (vor, nach und zwischen den Gruppen)
Status Teilnahme bald möglich
Studienphase 2
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Klinik für Neurologie der Uniklinik RWTH Aachen

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter: >18
  • Einwilligungsfähig
  • Diagnostizierte Aphasie in der post-akuten (2 - 12 Monate nach dem Infarkt/Trauma) oder chronischen Stadium (ab 12 Monate nach dem Infarkt/ Trauma)
  • Situativ angemessenes Sprachverständnis: AAT Untertest auditives Sprachverständnis: Prozentrang >10 oder klinischer Eindruck eines erhaltenen Verständnisses für einfache Sätze/ Aufgabenverständnis
  • Stationärer Aufenthalt auf der Aphasie-Spezialstation

Ausschlusskriterien

  • nicht-kompensierbare visuellen Beeinträchtigungen (z.B. Neglect, Hemianopsie)
  • motorische oder sensorische Einschränkungen auf der linken Körperseite
  • Asthma
  • psychotische, zwanghafte oder hypochondrische Störung
  • einschränkende Hörminderung bzw. hohe auditive Sensibilität

Adressen und Kontakt

Klinik für Neurologie, Aachen

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Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

In der Studie „Der Zusammenhang zwischen Stress und Sprache bei Aphasie“ soll der Einfluss subjektiver und physiologischer Stressparameter auf die Sprachleistungen bei Menschen mit Aphasie und dessen Veränderbarkeit im Längsschnitt untersucht werden. Ziel ist es den Zusammenhang zwischen subjektiven (Fragebögen) sowie physiologischen Stressparametern (Herzratenvariabilität abgeleitet über die Herzfrequenz) und krankheitsbedingt veränderter Sprache besser zu verstehen. Weiterhin soll durch die Entwicklung einer aphasiegerechten Entspannungsintervention ein praktikabler Beitrag für die klinische Arbeit mit Aphasie-Patienten geschaffen werden. Bislang wurde der Zusammenhang zwischen Stress und Sprache in dieser Patientengruppe noch nicht eingehend untersucht. Ebenfalls fehlen Interventionen, welche wissenschaftlich fundiert und Aphasie-gerecht (also spracharm) darauf abzielen Stress zu reduzieren. Diese Studie wird folgende Probleme mit Hilfe eines experimentellen Interventionsdesigns thematisieren. Es werden folgende Fragestellungen untersucht: • Haben subjektive und physiologische Stressparameter einen Einfluss auf die Sprachleistung bei Menschen mit Aphasie? • Ist dieser Einfluss durch Sprachtherapie und Entspannungsinterventionen veränderbar? In der ersten Phase des vorgestellten Projektes soll der Zusammenhang zwischen Stress und Sprache bei bestehender Sprachstörung (Aphasie) eingehender in einem experimentellen Design untersucht werden. In einem zweiten Schritt wird die Veränderbarkeit der Beziehung zwischen Stress und Sprache durch eine intensive stationäre Sprachtherapie (Aachener Aphasie-Spezialbehandlung) untersucht. In dieser zweiten Phase der Studie wird eine Entspannungsintervention (PMR, in einer sprachfreien Form adaptiert) über zwei Wochen in Form einer Gruppentherapie durchgeführt. Weiterhin werden in die Studie auch Konstrukte wie chronisches Stresserleben, Depression, Angst und Lebensqualität aufgenommen. Wir erwarten, dass durch kognitiven und physiologischen Stress (Lärm) die produktiven und rezeptiven Sprachleistungen negativ beeinflusst werden und ebenfalls die mit der Sprache assoziierten Stressparameter erhöht sind. Weiterhin erwarten wir, dass sich diese Stressparameter durch Priming m.H. einer aphasiegerechten Entspannungsintervention reduziert werden können und somit auch indirekt die Sprachleistungen verbessern. Wird dieser Zusammenhang und die Veränderbarkeit der Stressparameter durch die Entspannungsmethode gezeigt, soll als Schlussfolgerung die bereits bestehende intensive Sprachtherapie um die in dieser Studie entwickelte Aphasie-gerechte Entspannungsintervention ergänzt und somit unterstützt werden. Weiterführend wäre eine Implementierung und Verbreitung der Entspannungsintervention in der Routineversorgung denkbar. Da hier eine spracharme Entspannungsintervention entwickelt wird, wäre auch eine Applikation in anderen Bereichen, in welchen Sprache eine Barriere darstellt, denkbar (z.B. Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten).

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