Beschreibung der Studie

Voruntersuchungen haben gezeigt, dass suizidales Verhalten (Suizidideen sowie umgesetzte und selbstständig oder durch Fremdintervention abgebrochene Suizidversuche) mit deutlich erhöhtem Risiko für tatsächlich vollendete Suizide verbunden ist. In vielen Fällen findet sich bei den Betroffenen eine Beeinträchtigung der Entscheidungsfindungsprozesse in Risikosituationen. Ziel des geplanten Forschungsvorhaben ist es die Zusammenhänge zwischen den zugrundeliegenden Mechanismen derartiger Beeinträchtigungen sowie die mögliche kausale Verbindung mit anderen Faktoren, die bei der Suizidalität als Risiko gelten, zu untersuchen und somit zu einer Verbesserung der Suizid-Präventionsstrategien beizutragen. In die Studie sollen 20 depressive Patienten mit vorangegangenem suizidalem Verhalten sowie 20 depressive Patienten ohne vorbeschriebene Suizidalität und 20 gesunde Kontrollen eingeschlossen werden. Teilnehmer der drei Gruppen werden ausführlich mittels Fragebögen hinsichtlich vorangegangener Suizidalität, Depression, traumatischer Kindheitserlebnisse, Impulsivität, Perfektionismus, Hoffnungslosigkeit und kognitiver Kontrollmechanismen charakterisiert. Der Hauptteil der Untersuchungen beinhaltet drei computergestützte Experimente: Decision-making task (Dynamically Optimized Sequential Experimentation), Emotional Stroop-Task und Stop-Signal-Response-Task. Erwartet wird, dass sich Patienten mit vorangegangenen suizidalen Verhalten von beiden Vergleichsgruppen unterscheiden hinsichtlich der Vermeidung von Verlust und Risiko in der Entscheidungsfindungsaufgabe, sowie hinsichtlich der Verarbeitungsgeschwindigkeit und Leistung bei kognitivem Konflikt und unter Aufforderungen zur Reaktionsinhibition. Ferner werden die Interaktionen dieser und der mittels Fragebogen erhobener Faktoren untersucht.

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Studiendetails

Studienziel Es erfolgt ein Vergleich zwischen der Gruppe mit vorangegangenem suizidalem Verhalten und der Patientengruppe ohne Suizidalität, sowie mit der gesunden Kontrollgruppe. Dabei sind folgende Hauptzielparameter definiert: • Im Decision-making task (DOSE): loss aversion und risk aversion (Verlust- und Risiko Aversion) • Im Emotional stroop task (EST): Interferenzeffekt • Im Stop-Signal-Response-Task (SSRT): Inhibitionseffekt • Im Childhood Trauma Questionnaire (CTQ): Gesamtscore und einzelne Subscores mit denen gesonderte Bereiche der negativen Kindheitserfahrungen erfasst werden (kör-perlich, emotional, sexuell).
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Epidemiologische Studie
Finanzierungsquelle Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und PsychosomatikUniklinik RWTH Aachen

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Allgemeine Einschlusskriterien:
  • Alter 18 – 60 Jahre
  • Zweifelsfreies Verständnis der Studienaufklärung und eigenhändig unterzeichnete Ein-willigungserklärung.
  • Für Patienten: freiwillige stationäre Behandlung in der Klinik für Psychiatrie, Psychothe-rapie und Psychosomatik der Uniklinik Aachen oder ambulante Behandlung in der hie-sigen Poliklinik, Institutsambulanz und dem Zentrum für Psychische Gesundheit für Studierende (ZPG).
  • Spezielle Einschlusskriterien:
  • Für Gruppe 1 (Gruppe mit vorausgegangenem suizidalem Verhalten):
  • Innerhalb der letzten 6 Monate wurde eine der folgenden Formen von suizidalem Ver-halten gezeigt: umgesetzter/begonnener Suizidversuch, fremd- oder selbstabgebro-chener Suizidversuch, intensive Suizidplanung als Grund für die stationäre Aufnahme.
  • Aktuelles Vorliegen einer der folgenden psychiatrischen Diagnosen: depressive Episo-de (isoliert (F32.x) oder rezidivierend (F33.x)), bipolare Depression (F31.x) oder An-passungsstörung mit depressiver Reaktion (F43.2).
  • Aktuell stabiler psychopathologischer Befund mit klarer Absprachefähigkeit und keiner akuten Suizidalität.
  • Aktuelle weiterhin vorhandenen depressive Symptomatik in der Ausprägung die min-destens einer leichten depressiven Episode entspricht (BDI ≥ 14)
  • Für Gruppe 2 (Gruppe ohne vorausgegangenes suizidales Verhalten):
  • Keine der oben angegebenen Formen des suizidalen Verhalten bestand weder in der jüngeren noch in der weiter zurückliegenden Vergangenheit
  • Für Gruppe 3 (Kontrollgruppe):
  • Gesunde Probanden ohne eine vordiagnostizierte psychische Erkrankung und ohne jegliches suizidales Verhalten in der Vergangenheit.

Ausschlusskriterien

  • Gleichzeitiges Vorliegen komorbider psychischer Störungen aus den nachfolgenden diagnostischen Gruppen: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Stö-rungen (F00-F09), Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen (F20-F29), In-telligenzstörung (F70-F79) sowie Entwicklungsstörungen (F80-89).
  • Schwerwiegende chronische oder akute körperliche Erkrankung.
  • Personen, die in einem Abhängigkeits-/ Arbeitsverhältnis zum Sponsor oder Prüfer ste-hen.
  • Unfähigkeit, das Studienprotokoll einzuhalten, beschränkte oder vollständig aufgeho-bene Geschäftsfähigkeit
  • Vorliegen einer gerichtlichen oder behördlichen Anordnung zur Unterbringung in der Klinik.
  • Akute Suizidaität mit fehlender Absprachefähigkeit.

Adressen und Kontakt

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Aachen

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Häufig gestellte Fragen

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Vorangegangenes suizidales Verhalten (Suizidideen sowie umgesetzte und selbstständig oder durch Fremdintervention abgebrochene Suizidversuche) gehört zu den grundliegenden Risiko-faktoren der tatsächlich vollendeten Suizide. Einige Voruntersuchungen haben gezeigt, dass suizidales Verhalten in vielen Fällen mit einer Beeinträchtigung der Entscheidungsfindungs-prozesse in Risikosituationen verbunden ist. Über die zugrundeliegenden Mechanismen derar-tiger Beeinträchtigungen sowie über die mögliche kausale Verbindung mit anderen Faktoren, die bei der Suizidalität als Risiko gelten (z.B. negative Kindheitserfahrungen, beeinträchtigte kognitive Kontrollmechanismen, verzerrte Aufmerksamkeitsprozesse), ist wenig bekannt. Ein tiefer gehendes Verständnis der bestehenden Zusammenhänge könnte einen wertvollen Bei-trag zur Erarbeitung besserer Suizid-Präventionsstrategien darstellen. Ziel des geplanten Forschungsvorhabens ist eine Untersuchung der Entscheidungsfindungs-prozesse bei depressiven Patienten mit vorangegangenem suizidalem Verhalten (N=20) im Vergleich zu depressiven Patienten ohne vorbeschriebene Suizidalität (N=20) und gesunden Kontrollen (N=20). Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Ermittlung der Rolle kognitiver Steuerungsprozesse und negativer Kindheitserfahrungen als wichtigen Einflussvariablen ge-legt. Teilnehmer der drei Gruppen werden ferner ausführlich mittels Fragebögen hinsichtlich vorangegangener Suizidalität, Depression, Impulsivität, Perfektionismus und Hoffnungslosig-keit charakterisiert. Der Hauptteil der Untersuchungen beinhaltet drei computergestützte Expe-rimente: Decision-making task (Dynamically Optimized Sequential Experimentation, DOSE), Emotional Stroop-Task (EST) und Stop-Signal-Response-Task (SSRT). Erwartet wird, dass sich Patienten mit vorangegangenen suizidalen Verhalten von beiden Vergleichsgruppen un-terscheiden hinsichtlich der Vermeidung von Verlust und Risiko in der Entscheidungsfindungs-aufgabe (DOSE), sowie hinsichtlich der Verarbeitungsgeschwindigkeit und Leistung bei kogni-tivem Konflikt (EST) und unter Aufforderungen zur Reaktionsinhibition (SSRT). Eine Interaktion dieser sowie weiterer untersuchter Faktoren soll mittels pfadanalytischer Modelle erfasst wer-den. Dieses Forschungsvorhaben ist als ein Pilot-Projekt konzipiert. Auf dessen Grundlage soll spä-ter eine weitere Neuroimaging-Studie aufgebaut werden.

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