Beschreibung der Studie

Die Sauberkeitsentwicklung (Blasen- und Darmkontrolle) stellt eine wichtige Phase in der Reifung jedes Menschen dar. Sie spielt im Leben eine bedeutende Rolle bzgl. sozialer Akzeptanz und Eigenständigkeit. Werden Kinder erst sehr spät sauber und trocken, d.h. bestehen Ausscheidungsprobleme (Einkoten, Einnässen), dann ist der Betreuungs- und Pflegeaufwand deutlich größer, was auch für die Belastung der Eltern/Betreuenden von Bedeutung ist. So leiden Kinder mit nächtlichem Einnässen häufig auch unter einer verminderten Schlafqualität. Zur Schlafqualität bei Kindern und Jugendlichen, die tagsüber einnässen, ist zudem bislang wenig bekannt. In der Studie soll die Schlafqualität (z.B. Einschlafschwierigkeiten, verkürzte Schlafdauer) bei Kindern und Jugendlichen mit Harninkontinenz (nachts und / oder tagsüber) untersucht werden. Weiterhin sollen Zusammenhänge zu körperlichen (z.B. BMI) und psychiatrischen (z.B. zusätzliche psychiatrische Erkrankungen) Faktoren nähergehend untersucht werden. Ziel dieser Untersuchung ist es, das Beratungsangebot für Betroffene, Eltern und Betreuende zu verbessern. Deshalb untersuchen wir Kinder und Jugendliche mit Harninkontinenz mithilfe eines sog. Aktimeters, einem Gerät im Format einer Armbanduhr, das die Bewegungen im Schlaf, die Einschlafzeit und nächtliche Unterbrechungen registriert, um so die Schlafqualität beurteilen zu können.

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Studiendetails

Studienziel 1) Einschlaflatenz, 2) Schlafdauer, 3) Schlafqualität Operationalisierung: Aktigraphiemessung über 4 Tage und 4 Nächte, Auswertung über ein quantitatives Softwaremodul mit spezifischem Kinder-Algorithmus
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Epidemiologische Studie
Finanzierungsquelle Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Experimentalgruppe: Alle Kinder im Alter von 5-18 Jahren, die in der Spezialambulanz für Ausscheidungsstörungen vorgestellt werden und eine der folgenden Diagnosen erhalten:
  • 0 (Enuresis), N39.4 (funktionelle Harninkontinenz)
  • Kontrollgruppe: psychisch gesunde, normalintelligente und typisch entwickelte Kinder/Jugendliche mit entsprechend unauffälligen Ergebnissen in den standardisierten Testverfahren (Kinder-DIPS, RIST, Ausscheidungsfragebogen).

Ausschlusskriterien

  • Schwere körperliche Erkrankungen, Erkrankungen mit schwerwiegenden Implikationen für die Schlafqualität (z.B. Asthma, Diabetes mellitus), IQ im Bereich der geistigen Behinderung (IQ <70), Diagnose einer Enkopresis (F98.1)

Adressen und Kontakt

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Homburg / Saar

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Häufig gestellte Fragen

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Enuresis / Harninkontinenz: In der ICD-10 wird Enuresis ab dem Alter von 5 Jahren als unwillkürlicher Harnabgang nach Ausschluss organischer Ursachen definiert (Dilling et al., 1994). Nach den Kriterien der International Children’s Continence Society (ICCS) werden verschiedene Subgruppen des Einnässens nachts und tagsüber unterschieden (Austin et al., 2016). Die Enuresis nocturna bezeichnet jede Form des nächtlichen Einnässens ab einem Alter von 5 Jahren und wird differenziert in primäre (längstes trockenes Intervall<6 Monate), sekundäre (längstes trockenes Intervall>6 Monate), monosymptomatische (keine Blasenfunktionsstörung tagsüber) und nichtmonosymptomatische (Blasenfunktionsstörung tagsüber) Subtypen (Austin et al., 2016). Das Einnässen tagsüber wird als Funktionelle Harninkontinenz bezeichnet und umfasst die Subtypen Dranginkontinenz, Harninkontinenz bei Miktionsaufschub und Harninkontinenz bei Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination (dyskoordinierte Blasenentleerung; Austin et al., 2016). Die Prävalenzraten werden von Equit et al. (2013) bei den 5- bis 6-Jährigen insgesamt mit 15,7 - 13,1% für Enuresis nocturna und mit 2 - 2,9% funktionelle Harninkontinenz angegeben. Schlafqualität und Enuresis nocturna: Vor allem im Zusammenhang mit nächtlichem Einnässen werden Auffälligkeiten des Schlafverhaltens berichtet. Hierzu wurde in verschiedenen Studien vor allem der von Eltern häufig berichtete ungewöhnlich tiefe Schlaf und die erhöhte Aufwach-/ Erregungsschwelle von Kindern mit Enuresis nocturna untersucht (Neveus, 2003). In einer Aktigraphie-Studie von Cohen-Zrubavel et al. (2011) zeigten Kinder mit einer Enuresis nocturna u.a. eine längere Einschlafdauer, einen unruhigeren Schlaf, häufigeres nächtliches Aufwachen und eine erhöhte Tagesmüdigkeit. In weiteren Studien konnten Zusammenhänge zwischen Ausscheidungsstörungen und Schlafapnoen (z.B. Barone et al., 2009) sowie verschiedenen Parasomnien festgestellt werden (z.B. Bader et al., 2002; Neveus et al., 2014; Azevedo Soster et al., 2016). Schlafqualität und funktionelle Harninkontinenz: Der Zusammenhang zwischen Schlafqualität und funktioneller Harninkontinenz wurde bislang noch nicht systematisch untersucht. Diese Tatsache erscheint aus verschiedenen Gründen erstaunlich und wenig nachvollziehbar. Zahlreiche Studien haben sich mit der Analyse von Komorbiditäten der funktionellen Harninkontinenz befasst. So erfüllen ca. 20-40% der Kinder, die tagsüber einnässen, die Kriterien für mindestens eine weitere psychische Störung (nach ICD-10 oder DSM-IV; von Gontard et al., 2011). Dabei scheinen v.a. Kinder mit Miktionsaufschub unter den Kindern mit Ausscheidungsstörungen am häufigsten unter mindestens einer weiteren psychischen Störung zu leiden (Zink et al., 2008). In einer Studie von Joinson et al., (2006) wurden von Eltern 7 bis 9 jähriger, tagsüber einnässender Kinder vor allem Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsprobleme, oppositionelles Verhalten und Bindungsprobleme berichtet. Insgesamt war die Rate an den oben genannten berichteten Problemen fast doppelt so hoch wie die von solchen Eltern, deren Kinder nicht unter einer funktionellen Harninkontinenz litten. Weiterhin scheinen Schlafprobleme umgekehrt auch bei fast jeder Art von psychischer Störung aufzutreten. In einer Studie von Smedje et al. (2001) wurden Assoziationen zwischen Schlaf und Verhalten bei einer Stichprobe vom 635 Kindern zwischen 6 und 8 Jahren untersucht. Hierbei zeigten sich für fast jede Art von Verhaltens- und emotionalen Problemen (z.B. Hyperaktivität, Bindungsprobleme, Probleme mit Peers) spezifische Veränderungen von mit Schlaf assoziierten Faktoren (z.B. Nachtschreck, Einschlafzeit, Schläfrigkeit über Tag). Somit erscheint die Frage durchaus interessant, ob Kinder mit funktioneller Harninkontinenz unter spezifischen Schlafproblemen leiden. Dies wäre anhand der oben beschriebenen Befundlage zu psychischen Komorbiditäten und deren Assoziationen mit Schlafproblemen zu erwarten. Allerdings ist diese Frage anhand der aktuellen Studienlage nicht zu beantworten. Aktigraphiemessung: Die Aktigraphie hat sich seit den 90er Jahren zunehmend als objektives und reliables, nicht-invasives und kostengünstiges Instrument zur Erfassung diverser Schlafparameter (Einschlaflatenz, Schlafdauer, nächtliches Erwachen) über mehrere Tage etabliert. Hierbei tragen die ProbandInnen einen sog. Aktigraphen im Format einer Armbanduhr, der die Bewegungen sowie weitere Parameter (z.B. die Herzrate im Sinne einer Pulsuhr) erfasst. Einer der großen Vorteile ist die Möglichkeit der Schlafparametererfassung im heimischen, gewohnten Umfeld – z.B. im Gegensatz zur Polysomnographie (EEG-. EOG- und EMG-Messung), die über zwei bis drei Tage in einem Schlaflabor erhoben werden muss, was seinerseits ebenfalls bereits eine Auswirkung auf die Schlafstruktur haben kann. Andere subjektive Methoden, wie Schlaftagebücher oder Fragebögen, basieren in der Regel auf Berichten der Eltern und erscheinen zur Erfassung bestimmter Parameter geeignet, z.B. zur Schätzung der Einschlafzeit oder der Schlafdauer (Werner et al., 2008). Allerdings können hier auch ungewollt Fehlinformationen registriert werden, wenn z.B. das Kind sich in einer Wach-Episode nachts nicht bei den Eltern meldet oder der kritische Beurteilungszeitraum so lange zurückliegt, dass sich die Eltern möglicherweise fehlerhaft erinnern (z.B. „Wie gut schlief Ihr Kind mit einem Jahr?“ bei einer Befragung der Eltern von 7-jährigen Kindern). Somit erscheint die Aktigraphie-Messung derzeit als probates Mittel, um die Schlafqualität mit möglichst geringem Aufwand für die StudienteilnehmerInnen sowie möglichst kosteneffizient zu untersuchen und so objektive und reliable Messergebnisse zu erzielen, anhand derer die Forschung zu neuen Erkenntnissen gelangen kann. Aktigraphie, Enuresis nocturna und funktionelle Harninkontinenz: Zahlreiche Studien haben bereits die Aktigraphie-Messung als Methode angewendet, um die Schlafqualität bei Kindern mit psychischen Störungen zu erfassen, z.B. bei Kindern mit ADHS (Gamble et al., 2013; Lee et al., 2014; Lunsford-Avery et al., 2016; für eine Übersicht, s. De Crescenzo et al., 2016). Die oben genannte Studie von Cohen-Zrubavel et al. (2011) untersuchte mithilfe der Aktigraphie zwar inkontinente Kinder, jedoch nur solche mit Enuresis nocturna. Für die funktionelle Harninkontinenz liegen jedoch derzeit noch keine systematischen Untersuchungen zur Schlafqualität vor. Genau diese Zusammenhänge sollen nun im Kontext der geplanten Studie nähergehend beleuchtet werden, um somit objektive und reliable Parameter zu erheben, dabei möglichst wenig in die täglichen Strukturen der Kinder und Jugendlichen einzugreifen und zudem neue Erkenntnisse zur Schlafqualität bei Kindern und Jugendlichen mit Enuresis nocturna und vor allem auch mit funktioneller Harninkontinenz zu gewinnen. Aus genau diesen genannten Faktoren heraus ergibt sich die Relevanz und Wichtigkeit der geplanten Untersuchung. Fragestellungen/Hypothesen: 1. Kinder und Jugendliche mit nächtlichem Einnässen weisen eine geringere Schlafqualität als psychisch gesunde, typisch entwickelte Kinder und Jugendliche auf. 2. Gibt es Unterschiede in der Schlafqualität bei Kindern und Jugendlichen, die nur tagsüber einnässen, zu psychisch gesunden, typisch entwickelten Kindern und Jugendlichen? 3. Gibt es Unterschiede in der Schlafqualität bei Kindern und Jugendlichen mit nächtlichem Einnässen im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen mit Einnässen tagsüber oder typisch entwickelten KontrollprobandInnen? 4. Bestehen weitere Assoziationen zwischen Schlafqualität und somatischen Parametern (BMI, Inkontinenzfrequenz) und psychiatrischen Komorbiditäten bei den Kindern und Jugendlichen mit Ausscheidungsstörung(en)?

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