Beschreibung der Studie

Hintergrund: Appendizitis ist eine der häufigsten Ursachen für ein akutes Abdomen (Prävalenz Frauen 6,7% Addiss, 1990). Eine vorangegangene Appendizitis birgt das Risiko von Langzeitschäden. Auf Grund der Lage der Appendix und der räumlichen Nähe zu den Ovarialtuben konnten postoperative Verwachsungen zu Immobilität der Ovarialtuben führen oder Infektionen sich im Abdomen und Pelvis ausbreiten, sodass darüber eine mögliche Infertilität entstehen könnte. Material und Methoden: Wir untersuchten den Zusammenhang zwischen Appendektomie und Tubendurchgängigkeit in einem großen deutschen universitären Kinderwunschkollektiv. Nach Zustimmung durch die Ethikkommission wurden Patientinnen retrospektiv zwischen 2006-2016 eingeschlossen. Informationen über vorangegangene Appendektomie entnahmen wir den Patientenakten und Anamnesebögen. Die Tubenpathologie wurde mit Hilfe einer diagnostischen Laparoskopie und Chromopertubation untersucht. Ergebnisse: In unserem Kollektiv (n=237) lag bei 24.9% (n=59) eine vorangegangene Appendektomie vor (Vgl. Normalbevölkerung 6,7%). Es gab keinen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer Tubenpathologie und einer vorherigen Appendektomie (p=0.727). Adhäsionen zeigten eine Tendenz häufiger bei Patientinnen aufzutreten, die eine Tubenpathologie hatten (p=0.050) und waren positiv mit einer vorherigen Appendektomie assoziiert (p<0,001). Andere Risikofaktoren für Infertilität (Adnexitis, Chlamydien) lagen in diesem Kollektiv nicht vermehrt vor. Zusammenfassung: Eine vorangegangene Appendektomie lag in unserem Kollektiv 3-mal so häufig vor wie in der Normalbevölkerung. Interessanter Weise hatte die Appendektomie keinen Einfluss auf die Tubenpathologie, allerdings waren Adhäsionen positiv mit vorheriger Appendektomie assoziiert und tendierten zu einer vermehrten Häufung bei Patienten mit Tubenpathologien. Da viele Differentialdiagnosen der Appendizitis gynäkologischer Natur sind könnte die erhöhte Appendektomie Rate in unserem Kollektiv ein Hinweis auf mögliche Negativappendektomien sein. Da andere mögliche Mechanismen für das Entstehen einer Infertilität nicht näher untersucht wurden, könnte dies ein Ansatz für weitere Studien sein.

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Studiendetails

Studienziel Die Beurteilung der Ovarialtuben erfolgte mit Hilfe einer diagnostischen Laparoskopie und wurde standardisiert durch den Chirurgen intraoperativ klassifiziert. Alle OP-Berichte wurden ausgewertet.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 187
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Else-Kröner Fresenius Stiftung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Diagnostische Laparoskopie mit Chromopertrubation

Ausschlusskriterien

  • fehlende Zustimmung

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Unfruchtbarkeit der Frau-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Eine "Blinddarmentzündung" ist eine der häufigsten Ursachen für einen akuten Bauchschmerz (Prävalenz Frauen 6,7% Addiss, 1990). Eine vorangegangene "Blinddarmentzündung" birgt das Risiko von Langzeitschäden. Auf Grund der Lage des Blinddarms und der räumlichen Nähe zu den Eierstöcken könnten nach Operation Verwachsungen zu einer Unbeweglichkeit der Eierstöcke führen oder Entzündungen sich im Bauchraum und kleinen Becken ausbreiten, sodass darüber eine mögliche Unfruchtbarkeit entstehen könnte. Material und Methoden: Wir untersuchten den Zusammenhang zwischen "Blinddarmentfernung" und der Durchgängigkeit der Eierstöcke in einem großen deutschen universitären Kinderwunschkollektiv. Nach Zustimmung durch die Ethikkommission wurden Patientinnen rückwirkend zwischen 2006-2016 eingeschlossen. Informationen über vorangegangene Appendektomie entnahmen wir den Patientenakten und Anamnesebögen. Die Durchgängigkeit der Eierstöcke wurde mit Hilfe einer diagnostischen Bauchspiegelung und Blauprobe untersucht. Ergebnisse: In unserem Kollektiv (n=237) lag bei 24.9% (n=59) eine vorangegangene "Blinddarmentfernung" vor (Vgl. Normalbevölkerung 6,7%). Es gab keinen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer Eierstockveränderung und einer vorherigen "Blinddarmentfernung "(p=0.727). Adhäsionen zeigten eine Tendenz häufiger bei Patientinnen aufzutreten, die eine Eierstockveränderung hatten (p=0.050) und waren positiv mit einer vorherigen "Blinddarmentzündung" assoziiert (p<0,001). Andere Risikofaktoren für Unfruchtbarkeit (Adnexitis, Chlamydien) lagen in diesem Kollektiv nicht vermehrt vor. Zusammenfassung: Eine vorangegangene "Blinddarmentfernung" lag in unserem Kollektiv 3-mal so häufig vor wie in der Normalbevölkerung. Interessanter Weise hatte die "Blinddarmentfernung" keinen Einfluss auf die Rate der Eierstockveränderungen, allerdings waren Verwachsungen positiv mit vorheriger Blinddarmentfernung assoziiert und tendierten zu einer vermehrten Häufung bei Patienten mit Eierstockveränderungen. Da viele Differentialdiagnosen der "Blinddarmentzündung" gynäkologischer Natur sind könnte die erhöhte "Blinddarmentfernungs-" Rate in unserem Kollektiv ein Hinweis auf mögliche Fehl-"Blinddarmentfernungen" sein. Da andere mögliche Mechanismen für das Entstehen einer Unfruchtbarkeit nicht näher untersucht wurden, könnte dies ein Ansatz für weitere Studien sein.

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