Beschreibung der Studie

In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 10.000 Menschen durch Suizid. Suizid und Suizidalität (auch Suizidgefährdung genannt) sind nach wie vor häufig ein Tabuthema. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert mehr Programme, die suizidales Verhalten frühzeitig vorbeugen können, z.B. durch Information zu Suizidalität, zu Hilfsangeboten und dem Aufzeigen von Möglichkeiten mit schwierigen Situationen umzugehen. Die Online-Intervention, die in diesem Projekt entwickelt wird, ist solch ein vorbeugendes Programm. Die internetbasierten psychologischen Interventionen, auch E-Mental-Health-Interventionen genannt, sollen helfen, Wissen zu Suizidalität zu verbessern und Stigmatisierung zu reduzieren. Die Wirksamkeit des Programms soll durch einen Vorher-Nachher-Vergleich überprüft werden. Das Projekt trägt den Titel „Entwicklung und Evaluation von E-Mental-Health-Interventionen zur Entstigmatisierung von Suizidalität“, also die Entwicklung und Bewertung von mehreren psychologischen Online-Interventionen zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit Suizidgedanken oder Suizidversuchen sowie deren Angehörigen. Das Vorhaben gliedert sich in drei Ziele: Ziel 1: Durchführung einer Bevölkerungsbefragung zum Wissen und Einstellungen der Bevölkerung zum Thema Suizidalität (Ursachen, Anzeichen, Hilfsangebote sowie Behandlungsmöglichkeiten und Stigmatisierungstendenzen): Anhand der Ergebnisse sollen Wissenslücken und stigmatisierende Einstellungen aufgedeckt werden, welche durch die zu entwickelnden E-Mental-Health-Interventionen adressiert werden sollen. Ziel 2: Erstellung von E-Mental-Health-Interventionen zur Verbesserung des Wissens und zur Reduktion von Stigmatisierung von Suizidalität: Zielgruppe der Intervention sind (1) Menschen mit Suizidgedanken oder -versuchen in der Vorgeschichte, (2) deren Angehörige sowie (3) allgemein an der Thematik Interessierte. Die Interventionen sollen in das bereits etablierte, evidenzbasierte E-Mental-Health-Portal psychenet.de integriert werden und folgende Module umfassen: (a) Evidenzbasierte Gesundheitsinformation (sog. „Fact Sheet“) zum Thema Suizidalität (Informationen zu Häufigkeit, Ursachen, Diagnostik und Hilfsangeboten für Betroffene und Angehörige); (b) Selbsttest zu depressiven Störungen (PHQ-9) inkl. einer Frage zu Suizidgedanken; (c) Eine interaktive Online-Intervention mit Erfahrungsberichten (Videos und Postkarten) zur Verbesserung des Wissens über Suizidalität sowie zur Reduktion von Selbst-Stigmatisierung und subjektiv wahrgenommener Fremd-Stigmatisierung; (d) Informationen zu regionalen Hilfsangeboten bei schweren (psychischen/suizidalen) Krisen. Die Interventionen werden trialogisch entwickelt (Zusammenarbeit von Betroffenen, Angehörigen und Experten). Ziel 3: Evaluation der interaktiven Online-Intervention mittels Prä-Post-Befragung und Follow-up-Interviews 12-26 Wochen nach der Intervention.

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Studiendetails

Studienziel Selbst- und Fremdstigmatisierung (SOSS-SF) sowie Wissen über Suizidalität (LOSS-SF) nach Abschluss der Online-Intervention
Status Teilnahme bald möglich
Studienphase 0
Zahl teilnehmender Patienten 344
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Zielgruppe sind Erwachsene (≥ 18 Jahre), die als Betroffene oder Angehörige Erfahrungen mit dem Thema Suizidalität gemacht haben. Andere Interessierte können ebenfalls teilnehmen.
  • Die eigene Erfahrung mit dem Thema (selbst betroffen, Angehörige/r betroffen, anderweitig am Thema interessiert) wird zu Beginn der Intervention erfragt und bei der Auswertung berücksichtigt.
  • Voraussetzung für die Teilnahme an der Intervention ist ein Internetzugang.

Ausschlusskriterien

  • Da die Materialien in deutscher Sprache vorliegen, ist ein Ausschlusskriterium das Nichtbeherrschen der deutschen Sprache.

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum, Hamburg

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Häufig gestellte Fragen

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Im Jahr 2015 starben in Deutschland knapp 10.000 Menschen durch Suizid, die Anzahl der Suizidversuche ist deutlich höher. Die Mehrheit dieser Todesfälle erfolgt in den westlichen Industrieländern vor dem Hintergrund einer psychischen Erkrankung. Angst vor Stigmatisierung, fehlende Angebote und ungenügende Information verhindern oft, dass Hilfe in Anspruch genommen wird. Menschen, die keinen Zugang zur Versorgung finden, sollten barrierefreie Möglichkeiten angeboten werden, sich über die eigene Problematik zu informieren und diese durch eine verbesserte Gesundheitskompetenz besser zu bewältigen. Internetbasierte Anwendungen können helfen, sich zu informieren, das Ausmaß der eigenen Betroffenheit abzuschätzen, lokale Behandlungsangebote zu finden und sich auf Behandler/innenkontakte vorzubereiten. Aufklärungskampagnen können helfen, Stigmatisierung zu reduzieren und die Aufgeschlossenheit gegenüber Hilfsangeboten zu fördern. Zu E-Mental-Health-Ansätzen in der Suizidprävention liegen bislang kaum Studien vor. Ziele und Hauptfragestellungen des Projekts sind 1) Durchführung einer Bevölkerungsbefragung zu Wissen und Einstellungen zu Suizidalität: Was weiß und denkt die Bevölkerung über Suizidalität? 2) Erstellung von E-Mental-Health-Interventionen zur Verbesserung des Wissens und zur Reduktion von Stigmatisierung von Suizidalität 3) Evaluation der interaktiven Online-Intervention: In welchem Ausmaß reduziert eine interaktive Online-Intervention Selbst-Stigmatisierung sowie subjektiv wahrgenommene Fremd-Stigmatisierung und verbessert das Wissen über Suizidalität? Ziel 1) Mithilfe einer telefonischen Querschnittbefragung durch ein professionelles Sozialforschungsinstitut werden in Deutschland N=2000 Personen zu Wissen und Einstellungen bezüglich Suizidalität befragt. Dazu werden acht Fallvignetten (variiert nach Alter, Geschlecht und Krisensituation) eingesetzt, in denen suizidgefährdete Personen beschrieben werden. Jeder/m Befragten wird eine Vignette per Zufall zugeordnet. Dabei kommen Instrumente aus der Stigmaforschung zu psychischen Erkrankungen und Suizidalität zum Einsatz. Die statistische Auswertung erfolgt mit verschiedenen Verfahren: Mann-Whitney-U-Test bzw. t-Test, χ2-Test, multiplen linearen Regressions- und Varianzanalysen. Ziel 2) Unter Berücksichtigung von Qualitätskriterien zur Erstellung von Gesundheitsinformationen (z.B. Manual „Gute Praxis Gesundheitsinformation“) werden evidenzbasierte Informationen zu Suizidalität entwickelt. Als Quellen werden Versorgungsleitlinien und systematische Übersichtsarbeiten herangezogen und neben Expert/innen, auch Betroffene von Suizidalität sowie Angehörige in die Erstellung einbezogen. Zudem wird eine interaktive Online-Intervention erstellt (inkl. Erfahrungsberichten in Videoform von Betroffenen und Angehörigen) – orientiert am australischen Projekt „The Ripple Effect“. Zielgruppe der Intervention sind Menschen mit Suizidgedanken oder -versuchen in der Vorgeschichte, deren Angehörige sowie an der Thematik Interessierte. Ziel 3) Zur Evaluation der Online-Intervention wird eine Interventionsstudie ohne Kontrollgruppe mit Mixed-Methods-Design und drei Messzeitpunkten realisiert. Zu Beginn (t0) sowie zum Ende der Intervention (t1) werden Einstellungen und Wissen zu Suizidalität (Stigma of Suicide Scale (SOSS), Literacy of Suicide Scale (LOSS)) und Selbstwirksamkeitserwartung anhand eines selbst entwickelten Fragebogens erhoben. Zu einem dritten Messzeitpunkt (t2; drei Monate nach Abschluss der Intervention) erfolgen halbstrukturierte Follow-up-Telefoninterviews mit 10 freiwilligen Teilnehmer/innen. Nach einer konservativen Powerkalkulation wird eine Stichprobe von mindestens N=344 angestrebt.

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