Beschreibung der Studie

Die Depression ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung, die hohe individuelle und gesellschaftliche Kosten verursacht. Störungen von Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis sind Teil dieser Erkrankung und werden zusammenfassend als kognitive Defizite bezeichnet. Da kognitive Defizite häufig als sehr störend von den Betroffenen empfunden werden, einen negativen Einfluss auf ihre soziale und berufliche Rehabilitation haben und auch lange nach Abklingen der depressiven Symptomatik noch fortbestehen können, ist die Erforschung von Ursachen, Diagnostik und Therapie dieser Symptome relevant. Eine Theorie vermutet eine Störung des Wachstumsfaktors BDNF. Dieser ist an verschiedenen Prozessen beteiligt, die biologischen Modellen des Lernens zugrunde liegen, wie Nervenwachstum und -anpassungsfähigkeit. BDNF steht auch im Zusammenhang mit der Depression, denn depressive Menschen haben durchschnittlich niedrigere BDNF-Serumkonzentrationen als Gesunde. Darüberhinaus ist BDNF leicht aus dem Blut zu messen, was es interessant als möglicher Marker für Diagnostik und Therapie macht. In dieser Studie wollen wir nutzen, dass BDNF im Blut nach körperlicher Aktivität einen kurzfristigen Anstieg erfährt. Ziel ist es, diesen Anstieg herbeizuführen und zu messen, wie groß er ist. Weiterhin vermuten wir, dass das Ausmaß des Anstiegs eine Vorhersage über die kognitive Leistungsfähigkeit zulässt. Wir untersuchen daher Menschen zwischen 18 und 60 Jahren mit einer aktuellen oder vergangenen depressiven Episode (teilremittiert), die unter subjektiven kognitiven Defiziten leiden in zwei Gruppen. Die erste Gruppe führt einen Belastungstest auf einem Ergometer durch, die zweite Gruppe einen Geschicklichkeitstest. Wir entnehmen Blut jeweils vor und nach dieser Aktivität. Anschließend wird mit beiden Gruppen eine kognitive Testung durchgeführt. Zusätzlich wollen wir mithilfe von Fragebögen Informationen über die subjektiven kognitiven Defizite, das Ausmaß der Depression und die Lebensqualität unserer Probanden erfassen.

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Studiendetails

Studienziel BDNF-Serumkonzentration in ng/ml, erhoben am Tag der Testung, je vor und nach körperlicher Belastung
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Stiftung der Landesbank Baden-Württemberg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Ambulante Patient*innen mit aktueller oder früherer Diagnose einer depressiven Episode
  • Alter 18-60
  • IQ>80, gemessen mithilfe des Merfachwahl-Wortschatztests B (MWTB)
  • Klinisch stabile, einwilligungsfähige Patient*innen
  • Subjektive kognitive Defizite

Ausschlusskriterien

  • Komorbide psychiatrische Störungen, identifiziert mithilfe des Mini international neuropsychiatric interviews: aktueller Substanzabusus oder -abhängigkeit (Drogen oder Alkohol)
  • Selbst berichtete aktuelle oder chronische neurologische Erkrankungen
  • Hamilton Rating Scale for Depression <20
  • Körperliche Fitness: Es werden alle Patient*innen ausgeschlossen, die aufgrund von körperlichen Erkrankungen die Belastungstestung nicht durchführen können oder ein erhöhtes Risiko hätten. Dazu zählen instabile Angina pectoris, symptomatische Rhythmusstörungen, symptomatische Aortenstenose, Herzinsuffizienz, akute Lungenembolie, akute Myokarditis, akute Perikarditis, akute Aortendissektion, hochgradige KHK, unkontrollierte Hypertension (RR>200/110mmHg), hypertrophe Kardiomyopathie, Endokarditis, symptomatische oder erworbene Herzfehler, COPD, schweres Asthma, schwere Adipositas (Körpergewicht >180kg, Gewichtsgrenze des Heimtrainers), orthopädische Behinderungen.

Adressen und Kontakt

Zentrum für psychosoziale Medizin - Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Heidelberg

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Häufig gestellte Fragen

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Major Depression (MD) ist eine schwerwiegende psychiatrische Störung, die einen hohen Grad der Behinderung sowie individuelle und gesellschaftliche Kosten zur Folge hat. Kognitive Störungen sind ein Symptom der MD, das auch bis in der Zustand der Remission anhalten sowie die Alltagsfunktionalität und Lebensqualität beeinträchtigen kann, weshalb es ein wichtiges Ziel für rehabilitative Ansätze ist. Die Ätiologie kognitiver Einschränkungen bei MD ist nicht abschließend geklärt. Das Protein Brain-derived neurotrophic factor (BDNF) das bei MD regelmäßig erniedrigt ist, zeigt sowohl im Tiermodell als auch bei Menschen eine Verbindung zu Neuroplastizität und Neurogenese. Auf dieser Grundlage wird ein Zusammenhang von BDNF und kognitiven Einschränkungen vermutet. Die Evidenz dafür ist allerdings bis jetzt widersprüchlich. Durch eine akute körperliche Belastung, zum Beispiel einen Belastungsstufentest, lässt sich ein transienter Anstieg des Serum-BDNFs provozieren. Dieser Anstieg wird nur von wenigen Studien im Zusammenhang mit kognitiver Leistungsfähigkeit betrachtet. Diese Studie dient der Untersuchung kurzfristiger, aktivitätsinduzierter Fluktuationen des BDNF-Spiegels und ihrer Bedeutung für kognitive Leistung. Hypothesen: Primär: Die Differenz zwischen Serum-BDNF vor und nach körperlicher Aktivität (ΔBDNF) ist in einer Gruppe, die eine wenig anstrengende Aktivität durchführt geringer, als in einer Gruppe, die eine moderat anstrengende Aktivität durchführt. Sekundär: Der BDNF-Wert in Ruhe wird ein Prädiktor für die Leistung in den Tests der Exekutivfunktion beider Gruppen sein. Zusätzlich wird ΔBDNF einen signifikanten Anteil der Varianz kognitiver Leistung, dargestellt durch einen globalen kognitiven Index, in der Interventionsgruppe aufklären können, nicht jedoch in der Kontrollgruppe. Teilnehmer*innen: Geeignet für die Teilnahme an dieser Studie sind Erwachsene (18-60) mit teilremittierter MD und subjektiven kognitiven Defiziten. Ausgeschlossen von der Teilnahme sind Menschen mit schweren, komorbiden psychiatrischen oder neurologischen Störungen (z.B. Psychose, Sucht und Bipolare Störung) sowie alle Menschen mit schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen, die das Risiko eines Belastungstests erhöhen (z.B. KHK). Methode: Die Studie ist als randomisiert-kontrollierter Vergleich zweier Gruppen geplant. Alle Teilnehmer*innen werden bezüglich ihrer Psychopathologie, Lebensqualität und subjektiven und objektiven kognitiven Defiziten untersucht. In der Interventionsgruppe wird ein moderat anstrengender Belastungsstufentest auf einem Fahrradergometer durchgeführt, wohingegen Teilnehmer*innen der Kontrollgruppe leichte Übungen zur Dehnung und Beweglichkeit absolvieren müssen. Zur Analyse des BDNF wird jeder Teilnehmer*in vor und nach dieser Aktivitätsphase Blut entnommen und BDNF mittels ELSIA bestimmt.

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