Beschreibung der Studie

Traumatische Kindheitserfahrungen wie zum Beispiel Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit oder Jugend stellen nicht nur schwerwiegende akute Belastungen dar. Sie können auch langfristig, also bis ins Erwachsenenalter hinein, erhebliche Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit haben. So wissen wir inzwischen, dass Menschen mit traumatischen Kindheitserfahrungen ein deutlich höheres Risiko haben, irgendwann in ihrem Leben psychisch zu erkranken. Das betrifft unter anderem Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörungen und auch Somatische Belastungsstörungen, drei Erkrankungen, die auch häufig gemeinsam auftreten. Aber nicht alle Personen, die in ihrer Kindheit traumatische Erfahrungen gemacht haben, erkranken psychisch. Trotzdem können diese Erfahrungen „Narben“ hinterlassen, d.h. eine Person besonders sensibel für bestimmte Informationen machen. Inzwischen ist zum Beispiel bekannt, dass Personen mit traumatischen Kindheitserlebnissen besonders sensibel für zwischenmenschliche Reize sind und sehr schnell auf negative Gesichtsausdrücke anderer Menschen reagieren. Im vorliegenden Projekt wollen wir genauer die Auswirkungen von traumatischen Kindheitserfahrungen auf die Verarbeitung zwischenmenschlicher Informationen untersuchen. Dabei interessiert uns vor allem, ob es allgemeine Veränderungen in der Verarbeitung von und Reaktion auf zwischenmenschliche Informationen infolge von traumatischen Kindheitserfahrungen gibt. Auch wollen wir untersuchen, inwieweit sich Personen mit und ohne traumatische Kindheitserfahrungen und einer Depression, Posttraumatischen Belastungsstörung oder Somatischen Belastungsstörung von denen ohne eine solche Erkrankung in der Verarbeitung von und Reaktion auf zwischenmenschliche Informationen unterscheiden. Hierzu kommen sowohl psychologische (also Fragebögen, Interviews und Verhaltensmessungen) als auch neurowissenschaftliche Methoden (Kernspintomographie) zum Einsatz. Wir erhoffen uns, in dieser Studie neue Kenntnisse über die Schwierigkeiten von Menschen mit traumatischen Kindheitserlebnissen zu erhalten. Hierbei interessiert uns besonders, ob bestimmte Schwierigkeiten nur bei bestimmten Erkrankungen auftreten. Dies stellt einen vielversprechenden Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer und spezifischerer Therapien dar.

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Studiendetails

Studienziel Interaktionseffekt (Intensität traumatischer Kindheitserfahrungen x Funktionsdomäne): Patientinnen und Patienten und gesunde Kontrollprobandinnen und -probanden mit hoher Intensität traumatischer Kindheitserfahrungen zeigen auf behavioraler und neuraler Ebene eine erhöhte Bedrohungssensitivität, eine reduzierte Belohnungssensitivität und eine reduzierte Theory of Mind-Kapazität im Vergleich zu Patientinnen und Patienten und gesunden Kontrollprobandinnen und -probanden mit niedriger Intensität traumatischer Kindheitserfahrungen. Die Messungen finden an einem Tag statt.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 180
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Für Patientinnen und Patienten: akute Posttraumatische Belastungsstörung, Somatische Belastungsstörung oder Depression als lebenszeitbezogene Erstdiagnose und aktuelle Diagnose. Für gesunde Kontrollprobandinnen und -probanden: keine akute und zurückliegende psychiatrische Achse I-Störung (SKID-I Interview)

Ausschlusskriterien

  • Für Patientinnen und Patienten: Nicht einwilligungsfähig, Schwangerschaft, psychotrope Medikation mit Ausnahme von SSRIs und SSNRIs, akute/ frühere Bipolar I Störung oder Schizophrenie, akute/ frühere Epilepsie, bekannte Hirntraumata, -tumore o.a. signifikante neurologische/ medizinische Faktoren, Substanzabhängigkeit in den vergangenen 2 Jahren vor Studienteilnahme, aktueller Substanzmissbrauch, Linkshändigkeit. Für gesunde Kontrollprobandinnen und -probanden: Nicht einwilligungsfähig, Schwangerschaft, psychotrope Medikation, akute / frühere Epilepsie, bekannte Hirntraumata, - tumore o.a. signifikante neurologische / medizinische Faktoren, Substanzabhängigkeit in den vergangenen 2 Jahren vor Studienteilnahme, aktueller Substanzmissbrauch, Linkshändigkeit

Adressen und Kontakt

Zentrum für Psychosoziale Medizin, Heidelberg

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Häufig gestellte Fragen

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Traumatische Kindheitserlebnisse (engl.: adverse childhood experiences, ACE) gelten als wichtigster singulärer Prädiktor für psychische Störungen, welcher mit enormen gesamtgesellschaftlichen Kosten einhergeht. Ein Grund könnte sein, dass ACE zu massiven Veränderungen in der Verarbeitung sozialer Reize führen. Allerdings liegen bislang nur wenige Studien vor, in denen diagnosenübergreifende und diagnosenspezifische Effekte von ACE auf soziale Kognitionen untersucht wurden. Aus diesem Grund sollen im vorliegenden Projekt in mehreren Experimenten die Auswirkungen von ACE auf die Verarbeitung sozialer Reize bei Personen mit akuter Posttraumatischer Belastungsstörung, Somatischer Belastungsstörung oder Depression untersucht werden. Diese Störungen sind hoch prävalent und treten häufig infolge von ACE auf. Außerdem liegt eine hohe Komorbidität zwischen diesen Störungen vor. Die Verarbeitung sozialer Reize soll mittels validierter Verhaltensexperimente untersucht werden, welche die Bedrohungssensitivität, Belohnungsverarbeitung sowie Theory of Mind erfassen. Neben den Verhaltensmarkern sollen die zugrundeliegenden neuronalen Korrelate mittels funktioneller Magnetresonanztomographie ermittelt werden. Zusätzlich sollen im Rahmen einer explorativen Datenanalyse Zusammenhänge zwischen Art und Intensität der ACE, Maßen für intra- und interpersonelle Emotionsregulation sowie Indikatoren der interozeptiven Körperwahrnehmung untersucht werden. Mit der vorliegenden Untersuchung können wichtige Erkenntnisse über die mit ACE assoziierten Mechanismen bei drei hoch prävalenten klinischen Diagnosegruppen gewonnen werden. Dies stellt einen vielversprechenden Ausgangspunkt für die Entwicklung effektiver, transdiagnostischer Therapieansätze dar. Zusätzlich werden wir eine gesunde Kontrollgruppe rekrutieren.

Quelle

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