Beschreibung der Studie

Störungen der Blasen- und Darmkontrolle im Kindesalter werden als Ausscheidungsstörungen bezeichnet, wenn eine organische Krankheitsursache ausgeschlossen wurde. Schätzungsweise 2-3% der 7-Jährigen nässen tagsüber ein und 10% während der Nacht. Etwa 1-3% aller Schulkinder koten noch ein. Ausscheidungsstörungen sind sowohl für die Kinder als auch für die Eltern mit einem hohen Leidensdruck verbunden. In der bisherigen Forschung wurden bereits verschiedene Reifungsverzögerungsprozesse des Gehirns als Ursache von Ausscheidungsstörungen diskutiert. Eine genaue Lokalisierung von betroffenen Zentren im kindlichen Gehirn ist jedoch noch nicht abschließend untersucht und aufgeklärt. In der vorliegenden Studie befassen wir uns mit der Untersuchung von Wahrnehmungs- und Empfindungsprozessen des Geruchssinns bei Kindern mit und ohne Ausscheidungsstörungen. Hierbei dient der Geruchssinn als wichtige Informationsquelle für zugrundeliegende Verarbeitungsprozesse in frontalen Gehirnarealen. Vergleicht man die Geruchsleistung von Kindern, die an Einnässen tagsüber und nachts oder Einkoten tagsüber leiden, mit der Leistung typisch entwickelter Kinder ohne Ausscheidungsstörung ist es möglich, systematische Abweichungen zu erkennen. Hierzu werden Patienten mit Ausscheidungsstörungen und gesunde Kontrollprobanden gebeten, zu drei Testzeitpunkten im Abstand von drei Monaten an der Geruchstestung teilzunehmen. Parallel zur Geruchstestung der Kinder der jeweiligen Patienten- oder Kontrollgruppe werden die Eltern gebeten, Fragebögen zu Verhaltensauffälligkeiten des Kindes auszufüllen. Hierbei wird angenommen, dass Kinder mit Ausscheidungsstörungen und/oder (zusätzlichen) psychischen Erkrankungen eine schlechtere Geruchsleistung und eine abweichende Geruchsempfindung aufweisen als Kinder ohne Ausscheidungsstörung. Weiterhin wird angenommen, dass es zwischen dem Ausmaß an Verhaltensauffälligkeiten und der Geruchsleistung einen Zusammenhang gibt.

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Studiendetails

Studienziel Quantitative Olfaktorische Performanz: 1) absolute olfaktorische Schwelle, 2) Diskriminationsfähigkeit, 3) Identifikationsfähigkeit 4) olfaktorische Gesamtleistung Olfaktorische Wahrnehmungsempfindung: 1) Valenz 2) Intensität Die Messung der olfaktorischen Performanz findet zu drei Testzeitpunkten statt: t1 (Baseline) t2 (nach 3 Monaten), t3 (nach 6 Monaten). Die Erfassung der olfaktorischen Performanz erfolgt mittels der standardisierten Testbatterie der Sniffin‘ Sticks. Hierbei werden mit den Probanden die drei Untertests (Schwellentest, Diskriminationstest und Identifikationstest) durchgeführt. Hierbei werden folgende Kennwerte erhoben a) olfaktorische Wahrnehmungsschwelle, b) Diskriminationsleistung, c) Identifikationsleistung, d) Gesamtscore der olfaktorischen Leistung, e) olfaktorische Valenzeinschätzung und f) olfaktorische Intensitätseinschätzung.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 102
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter zwischen 6,0 und 17,11 Jahren
  • In der Patientengruppe: Gesicherte Diagnose einer Enuresis nocturna (F98.0), einer funktionellen Harninkontinenz (N39.4) oder einer Enkopresis (F98.1).
  • In der Kontrollgruppe: Ausschlussdiagnose einer Enuresis nocturna (F98.0), einer funktionellen Harninkontinenz (N39.4) oder einer Enkopresis (F98.1).

Ausschlusskriterien

  • Alle Kinder, die an Krankheiten leiden, die mit einer reduzierten Geruchsleistung assoziiert sind: z.B.akute entzündlich obstruktive Erkrankungen (z.B. Rhinitis, Sinusitis oder Rhinosinusitis), internistische Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Leberfunktionsstörungen, chronische Niereninsuffizienz), neurologische Erkrankungen (z.B. Epilepsie, Z.n. SHT), onkologische Erkrankungen, Sjögren-Syndrom, alle Kinder deren kognitives Leistungsniveau die valide Durchführung der Riechuntersuchung nicht gewährleisten kann (Global-IQ < 70), Einnahme bestimmter Medikamente wie Kalziumantagonisten (z.B. Nifedipin, Felodipin, Amlodipin, Dilitiazem), Antibiotika, Chemotherapeutika (z.B. Methotrexat, Doxycyclin, Terbinafin, D-Penicillamin), Betarezeptoren-Blocker, Dihydropyridine, ACE-Hemmer, sonstige Medikamente (z.B. Lovastatin, Amitriptylin, Enalapril, Amiodaron), chronischer Gebrauch von vasokonstruktiven Substanzen (z.B. Xylometazolin)

Adressen und Kontakt

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Homburg

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Häufig gestellte Fragen

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Störungen der Blasen- und Darmkontrolle, die nicht auf eine organische Erkrankung zurückzuführen sind, werden im Kindesalter als Ausscheidungsstörungen bezeichnet. Hierbei unterscheidet man Störungen der Blasenkontrolle tagsüber und nachts von Störungen der Darmkontrolle tagsüber. Nässt ein Kind ab einem Alter von 5 Jahren für eine Dauer von mindestens 3 Monaten und unter Ausschluss organischer Ursachen nachts noch ein, bezeichnet man dies als Enuresis nocturna (EN). Nässt ein Kind ab einem Alter von 5 Jahren für eine Dauer von mindestens 3 Monaten und unter Ausschluss organischer Ursachen tagsüber ein, wird dies als funktionelle Harninkontinenz (FHI) bezeichnet. Kotet ein Kind ab einem Alter von 4 Jahren unter Ausschluss organischer Ursachen tagsüber ein, wird dies als Enkopresis bezeichnet. Schätzungsweise 2-3% der 7-Jährigen nässen tagsüber ein und 10% während der Nacht. Vom nächtlichen Einnässen sind schätzungsweise 1-2% der Jugendlichen betroffen. Etwa 1-3% aller Schulkinder koten noch ein. Ausscheidungsstörungen sind sowohl für die Kinder als auch für die Eltern mit einem hohen Leidensdruck verbunden. Verschiedene Gehirnzentren sind beim gesunden Menschen mit dafür verantwortlich, eine intakte Blasen- und Darmkontrolle tagsüber und nachts zu gewährleisten. Hierbei sind sowohl Zentren in Regionen des Hirnstammes als auch frontale Gehirnregionen beteiligt. In der bisherigen Forschung wurden bereits verschiedene Reifungsverzögerungsprozesse des Gehirns als Ursache der EN diskutiert. Eine genaue Lokalisierung von betroffenen Zentren im kindlichen Gehirn ist jedoch noch nicht abschließend untersucht und aufgeklärt. Eine hirnorganische Lokalisation der FHI und der Enkopresis ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Die geplante Studie befasst sich mit der Untersuchung von Wahrnehmungs- und Empfindungsprozessen des Geruchssinns. Hierbei dient der Geruchssinn als wichtige Informationsquelle für zugrundeliegende Verarbeitungsprozesse in frontalen Bereichen des Gehirns. Anhand verschiedener Geruchsaufgaben lassen sich Rückschlüsse auf beteiligte Gehirnregionen ziehen. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, verschiedene Geruchsleistungen und die Wahrnehmungsempfindung bei Kindern mit und ohne Ausscheidungsstörungen zu untersuchen. Vergleicht man die Geruchsleistung von Kindern mit EN, FHI und Enkopresis mit der Leistung typisch entwickelter Kinder ohne Ausscheidungsstörung ist es möglich, systematische Abweichungen zu erkennen und diese in ein Ursachenmodell der Ausscheidungsstörung zu integrieren. Hierzu werden Patienten mit Ausscheidungsstörungen und gesunde Kontrollprobanden gebeten, zu drei Testzeitpunkten im Abstand von drei Monaten an der Geruchstestung teilzunehmen. Parallel zur Geruchstestung der Kinder der jeweiligen Patienten- oder Kontrollgruppe werden die Eltern gebeten, Fragebögen zur psychopathologischen Symptombelastung auszufüllen. Es werden im Wesentlichen fünf unterschiedliche Hypothesen überprüft: 1) Die Patientengruppe mit Ausscheidungsstörungen unterscheidet sich von der gesunden Kontrollgruppe durch eine schlechtere Riechleistung. 2) Die Riechleistung ist bei Kindern mit (komorbiden) psychiatrischen Erkrankungen schlechter als bei Kindern ohne psychiatrische Diagnose. 3) Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Riechleistung und der psychopathologischen Symptombelastung. 4) Kinder der Patientengruppe haben im Vergleich zu Kindern der gesunden Kontrollgruppe eine veränderte Intensitäts- und Valenzeinschätzung von Gerüchen 5) Innerhalb der Patientengruppe gibt es zwischen mit EN, FHI und Enkopresis Unterschiede in der Geruchsleistung.

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