Beschreibung der Studie

Das Delir äußert sich bei einem Patienten durch (meist) vorübergehende Verwirrtheit. Es gibt Patienten, die einen unkontrollierbaren Bewegungsdrang haben, andere liegen anteilnahmslos im Bett. Die meisten Patienten verstehen nicht, was um sie herum passiert, können sich keine Dinge merken und sind nicht mehr in der Lage, die einfachsten Handlungen durchzuführen. Komplikationen sind nicht selten. Ca 20% aller Patienten in einem Akutkrankenhaus entwickeln ein Delir. In der Gastroenterologie sind Patienten mit Lebererkrankungen häufig in einem verwirrten Zustand. Das Delir wird jedoch selten erkannt. Das Problem ist, dass es für Lebererkrankte andere Diagnosen gibt, die ähnlich sind wie die des Delirs. Die Therapie ist jedoch nur dann umfassend, wenn das Delir erkannt wird. Das Problem wird verschleiert und die Patienten nicht adäquat versorgt. Das Ziel der Studie ist eine Prävalenzerhebung. Es soll mit Hilfe eines einfachen Tests festgestellt werden, wie viele Patienten in der Gastroenterologie ein Delir haben. Dafür soll über einen Zeitraum von 2 Monaten in regelmäßigen Abständen (alle 12 Tage) für alle Patienten auf drei gastroenterologischen Stationen 4 Items eines Testinstruments ausgefüllt werden. Wenn die Patienten laut des Tests (maximal 2 Minuten Dauer) ein Delir haben, dann kann mit einer weiteren Skala der Delir-Typ festgestellt werden (hyperaktiv/hypoaktiv/…) Hat ein Patient ein Delir, so kann das behandelnde Team informiert werden, der Teilnehmer hat einen direkten Nutzen davon. Die gewonnenen Daten sollen dann einer beschreibenden Darstellung dienen. Alter, Geschlecht, Dauer des Aufenthalts bis zur Befragung und Begleiterkrankungen dienen der Erstellung des beschreibenden Profils. Außerdem kann die Tendenz eines Zusammenhangs zwischen Delir, Lebererkrankung, Alter, geschlecht und Dauer des stationären Aufenthalts betrachtet werden. Durch die Erhebung der Prävalenz soll die Sensibiliierung des pflegerischen und ärztlichen Personals für das Thema Delir erhöht werden. Das Problem Delir soll wieder in den Vordergrund gerückt werden.

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Studiendetails

Studienziel Delirprävalenz anhand des 4AT (Delirassessmentinstrument) im Zeitraum von 2 Monaten zu 6 Zeitpunkten (alle 12 Tage)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 211
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Epidemiologische Studie
Finanzierungsquelle Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Deutsche Sprache
  • Stationäre Behandlung im Zeitraum der Erhebung auf einer der drei ausgewählten Stationen in der Gastroenterologie

Ausschlusskriterien

  • Patienten im präfinalen Status
  • komatöse Patienten
  • unzureichende Verständigung in deutscher Sprache

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Das Delir ist die häufigste Ursache akuter kognitiver Dysfunktionen älterer, stationärer Patienten. In Akutkrankenhäusern wird von einer Delirprävalenz von ca 22% ausgegangen. In der Gastroenterologie werden u.a. Patienten mit Leberzirrhose behandelt. Diese sind Durchschnittlich 52 Jahre alt, 30-40% entwickeln im Verlauf eine Hepatische Enzephalopathie. Neue Erkenntnisse in der Pathophysiologie erklären, dass die Hepatische Enzephalopathie ein unter dem Begriff Delir zu verstehendes Syndrom ist. Daraus lässt sich die Hypothese ableiten, dass das Delir in der Gastroenterologie eine höhere Prävalenz hat. Ziel der Studie ist die Ermittlung der Prävalenz des Delirs stationärer Patienten in der Gastroenterologie. Unterziel ist die Analyse des Delir-Subtyps. Die Korrelation von Delir und Lebererkrankung, Alter, stationärer Aufenthaltsdauer und Geschlecht soll ermittelt werden. In dieser monozentrischen epidemiologischen Querschnittstudie soll in einem Zeitraum von zwei Monaten zu sechs Zeitpunkten die Punktprävalenz erhoben werden. Es handelt sich um eine Vollerhebung auf drei gastroenterologischen Normalstationen mit 59 Planbetten im Akutsetting des Universitätsklinikums Freiburg. Eingeschlossen werden alle erwachsenen, deutschsprachigen Patienten, welche zu den Erhebungszeitpunkten stationär auf einer der drei gastroenterologischen Stationen aufgenommen sind. Eine Informierte Einwilligung ist Voraussetzung. Ausgeschlossen werden präfinale oder komatöse Patienten. Errechnet wurde eine erforderliche Stichprobengröße von 211 Teilnehmern. Das Delir wird anhand des validierten 4AT erfasst werden. Der Delir-Subtyp wird bei positivem Delir mit Hilfe der validierten deutschen Version der Delirium Motor Subtype Scale ermittelt werden. Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen und Länge des stationären Aufenthalts werden erfasst. Die Auswertung mittels IBM SPSS 22 erfolgt hinsichtlich Delirprävalenz und Delirsubtyp. In einer Subgruppenanalyse wird die Korrelation von Delir und Lebererkrankung, Alter, Dauer des stationären Aufenthalts und Geschlecht mittels Mann-Whitney-U Test berechnet. Reliabilität und Validität des 4AT werden durch Testung der Internen Konsistenz (Cronbachs α) und Konstruktvalidität (Spearman) berechnet. Das Studienprotokoll wurde durch die Ethikkommission des Universitätsklinikums Freiburg genehmigt.

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