Beschreibung der Studie

Der spastische Spitzfuß zählt zu den häufigsten Deformitäten bei infantiler Zerebralparese. Die schwache und verkürzte Wade erschwert das Gehen maßgeblich. Aktuell ist die Langzeitdehnung mit Orthesen eine gängige nicht-invasive Maßnahme bei noch flexiblen Spitzfüßen. Hierbei wird die Wadenmuskulatur gedehnt und die Gelenkbeweglichkeit verbessert. Es gibt unterschiedliche Orthesenkonzepte, welche zur Therapie eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich darin, ob sie tagsüber und/oder nachts getragen werden. Bisher wurde jedoch nicht der spezifische Effekt einer zusätzlichen Tagorthese untersucht. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Compliance der Patienten bezüglich der Tragedauer der Orthese und die dynamische Belastung des Beines haben. Ziel dieser longitudinalen Studie ist daher, den Effekt einer orthetischen Langzeitdehnung der Wadenmuskulatur auf Gangbild, Muskelsehnenmorphologie, Kraftproduktion und Gelenksteifigkeit zu untersuchen. Im Rahmen dieser Studie sollen dazu zwei Konzepte verglichen werden: erstens eine reine Nachtversorgung und zweitens eine Tag- und Nachtversorgung. Insgesamt sollen 86 gehfähige Kinder (n=43 pro Gruppe) mit spastischer Zerebralparese und dynamischer Spitzfußpathologie teilnehmen. Erkenntnisse dieser Studie könnten unmittelbar in den klinischen Alltag integriert werden und zur individuellen Optimierung der Orthesenversorgung beitragen. Damit kann man die Behandlung so optimieren, dass sie bei größtmöglicher Wirksamkeit, möglichst wenig Einschränkung für das Kind darstellt.

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Studiendetails

Studienziel Als primäre Zielgröße zur Bewertung der Orthesenbehandlung auf den spastischen Spitzfuß wurde der Sohlenwinkel beim initialen Bodenkontakt aus der instrumentellen Ganganalyse gewählt. Messzeitpunkte sind vor und nach der Intervention
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 86
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Förderverein rege e.v.

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Uni- und bilateral spastische infantile Zerebralparese, frei gehfähig (GMFCS I-II),
  • Alter von 5 bis 14 Jahren, Spitzfußpathologie mit einem min. ROM Defizit von 10° und einem max. MAS-Score von 3

Ausschlusskriterien

  • Unfähigkeit, verbalen Anweisungen zu folgen,
  • orthopädische Voroperation an der unteren Extremität innerhalb des letzten Jahres,
  • Injektion von Botulinum Toxin in den Unterschenkel innerhalb der letzten sechs Monate,
  • Beinlängenunterschied > 2cm wegen Ausschluss von kompensatorischen Spitzfüßen,
  • klinische Kniebeugekontrakturen von mehr als 10°

Adressen und Kontakt

Orthopädische Kinderklinik Aschau, Aschau im Chiemgau

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Der spastische Spitzfuß zählt zu den häufigsten Deformitäten bei infantiler Zerebralparese (IZP). Die schwache und verkürzte Wade erschwert das Gehen maßgeblich. Ohne Behandlung entwickelt sich eine strukturelle Fehlstellung. Frühzeitige konservative Maßnahmen sollen operative Verlängerungen an der Wade abwenden. Aktuell ist die Langzeitdehnung mit Orthesen eine gängige nicht-invasive Maßnahme bei noch flexiblen Spitzfüßen. Die Therapie zielt u.a. auf eine Verbesserung der Gelenkexkursion durch eine Verlängerung des Muskelsehnenkomplexes ab. Bisherige Studien zeigen, dass sich das passive Bewegungsausmaß verbessert sowie der initiale Bodenkontakt sich von einem Vorfuß- zu einem Fersenkontakt entwickelt. Der Dehnungsreiz wird aber vor allem durch eine höhere Nachgiebigkeit des ohnehin zu langen Sehnenanteils des Gastrocnemius kompensiert. Zudem kommt es nicht wie gewünscht zu einer Verlängerung der Muskelfasern des Gastrocnemius. Bislang gibt es in diesem Zusammenhang keine bildgebende Information über die Reizantwort des M. Soleus. Ebenso wurde die Tragedauer der Orthesen nicht-instrumentell kontrolliert und auch nicht spezifisch der Einfluss einer zusätzlichen Tagorthese untersucht. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Compliance der Patienten bezüglich der Tragedauer der Orthese und die dynamische Belastung des Beines haben. Zudem erscheint es sinnvoll nachts mit einer bi-artikulären Versorgung zu arbeiten, da der M. Gastrocnemius ansonsten bei kurzer Länge immobilisiert wird. Ferner wurde bisher keine Information zur passiven Gelenksteifigkeit oder zu den kraftproduzierenden Fähigkeiten der Plantarflektoren erhoben. Ziel dieser longitudinalen Studie ist daher, den Effekt einer orthetischen Langzeitdehnung der Plantarflektoren auf Gangbild, Muskelsehnenmorphologie, Kraftproduktion und Gelenksteifigkeit zu untersuchen. Im Rahmen dieser Studie sollen dazu zwei Konzepte verglichen werden: erstens eine reine Nachtversorgung und zweitens eine Tag- und Nachtversorgung. Insgesamt sollen 86 gehfähige Kinder (n=43 pro Gruppe) mit spastischer Zerebralparese und dynamischer Spitzfußpathologie teilnehmen. Wir nehmen an, dass sich der Sohlenwinkel beim initialen Bodenkontakt signifikant mehr bei einer Tag- und Nachtversorgung verbessert. Wir gehen ebenso davon aus, dass sich das Muskelvolumen sowie die Faszikellänge des M. Gastrocnemius durch eine Nacht- mit zusätzlicher Tagversorgung mehr als durch eine reine Nachtversorgung verringern, da die Patienten tagsüber in der Orthese keinen exzentrischen Belastungen ausgesetzt werden, welche die Sarkomergenese positiv beeinflussen. Durch das reduzierte Muskelvolumen und Faszikellänge verringert sich die aktive Muskelkraft der Plantarflexoren bei einer zusätzlichen Tagversorgung mehr als bei einer reinen Nachtversorgung. Erkenntnisse dieser Studie könnten unmittelbar in den klinischen Alltag integriert werden und zur individuellen Optimierung der Orthesenversorgung beitragen. Damit kann man die Behandlung so optimieren, dass sie bei größtmöglicher Wirksamkeit, möglichst wenig Einschränkung für das Kind darstellt.

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