Beschreibung der Studie

Im menschlichen Gehirn finden sich zahlreiche Gruppen von Nervenzellen. Diese stehen miteinander in Verbindung und bilden so verschiedene Gehirn-Netzwerke. Nach derzeitigem Forschungsstand geht man davon aus, dass bei Patienten mit einer Zwangsstörung insbesondere ein Gehirn-Netzwerk krankhaft verändert ist, das für die Handlungsplanung und Handlungsanpassung verantwortlich ist. Dieses Netzwerk ist von besonders großer Bedeutung wenn z.B. Sie mit Ihrer üblichen Strategie gegen einen neuen Mitspieler ein Spiel verlieren und Ihre Strategie anpassen müssen um wieder zu gewinnen. Bei Patienten mit einer Zwangsstörung zeigt sich eine Störung in diesem Netzwerk z.B. durch das ritualisierte Verhalten. Dabei wird die Handlung/ Strategie trotz negativer Konsequenzen (Verlieren des Spiels) stets durchgeführt und nicht angepasst. Das hierbei relevante Netzwerk wollen wir mit verschiedenen Untersuchungen im Rahmen unserer Studie besser verstehen und die beteiligten Hirnareale identifizieren. Dabei möchten wir erfahren, wie sich die Netzwerke zwischen Patienten mit einer Zwangsstörung und gesunden Kontrollprobanden unterscheiden. Außerdem möchten wir untersuchen welchen Effekt eine Stimulation des Netzwerks mittels Tiefer Hirnstimulation (THS) aufweist. Daher werden an dieser Studie drei Probandengruppen teilnehmen: 25 Gesunde Kontrollprobanden, 20 Patienten mit einer Zwangsstörung ohne THS, 10 Pateinten mit einer Zwangsstörung mit THS.

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Studiendetails

Studienziel Es wird die kognitive Flexibilität und insbesondere Verhaltensanpassung mithilfe des Task-switching Paradigmas erfasst. Ein Wechsel zwischen kognitiven Aufgaben ist mit Wechselkosten assoziiert. Höhere Wechselkosten äußern sich durch verlängerte Reaktionszeit und sind ein Hinweis auf verringerte kognitive Flexibilität. Es soll ein Vergleich der Wechselkosten und der begleitenden elektrophysiologischen Potentiale (P3) zwischen Patienten mit einer Zwangsstörung, THS-Patienten mit einer Zwangsstörung (akuten Effekt der On/Off Bedingung) sowie gesunden Kontrollprobanden erfolgen.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 55
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Marga und Walter Boll -Stiftung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten müssen einwilligungsfähig sein und eine Einwilligungserklärung (Informed consent) unterschreiben können
  • Patienten müssen geschäftsfähig sein

Ausschlusskriterien

  • Klinisch relevante psychiatrische Erkrankung
  • Aktuell psychotische Symptomatik
  • Fremdaggressivität und Suizidalität in den letzten 4 Wochen
  • Schwere und instabile internistische Erkrankung und Gehirntumore
  • Aktuell sedierende Medikation mit Benzodiazepinen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Unterbringung nach PsychKG §14

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum, Köln

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Häufig gestellte Fragen

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Die Zwangsstörung ist eine neuropsychiatrische Erkrankung, welcher eine Dysfunktion der kortiko-striato-thalamo-kortikalen (CSTC) Regelkreise zugrunde liegt. Spezifisch wird vor allem eine Hyperkonnektivität zwischen kortikalen Strukturen und dem Striatum als charakteristisch für die Zwangsstörung beschrieben. Damit einher geht eine Hyperaktivität des dorsalen anterioren zingulären Kortex (dACC), welcher eine zentrale Funktion in der Entscheidungsfindung und Handlungsanpassung einnimmt. Diese funktionellen Veränderungen resultieren bzw. kommen in einer veränderten Handlungsüberwachung und Entscheidungsfindung bei Patienten mit Zwangsstörung zum Ausdruck. Insbesondere sind bei Patienten mit Zwangsstörung habituelle (erlernte, auch ritualisierte) Verhaltensweisen stärker ausgeprägt als zielorientierte (flexible, an Umstände angepasste) Handlungen. Einen Wechsel von habituellem zu zielgerichtetem Verhalten können die Patienten mit Zwangsstörung schwerer umsetzen als gesunde Probanden und können somit schlechter auf eine sich ständig verändernde Umwelt reagieren. Dieses Projekt zielt darauf ab die Dysregulation des dACCs und die defizitären Verhaltensanpassungen bei Patienten mit Zwangsstörung zu charakterisieren und besser zu verstehen. Zu diesem Zweck sollen im Rahmen des vorliegenden Projektes bei Patienten mit einer Zwangsstörung und gesunden Kontrollprobanden computergestützte Entscheidungsaufgaben in Kombination mit elektroenzephalografischen Messungen (EEG) erhoben werden. Im zweiten Teil des Projektes sollen die Effekte einer Modulation des CSTC-Regelkreises durch chronische Stimulation des Ncl. accumbens (mittels Tiefer Hirnstimulation, THS) untersucht werden. Die THS ist eine für die Zwangsstörung zugelassene und vielversprechende Behandlungsmethode, die sowohl zu klinischen als auch kognitiven Verbesserungen bei der Zwangsstörung führen kann. Durch diesen Ansatz erhoffen wir uns, relevante grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse über den Einfluss der THS auf die Dysregulation von Handlungs- und Entscheidungsprozessen zu gewinnen.

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