Beschreibung der Studie

Cochlea-Implantat-Träger*innen haben oft größere Schwierigkeiten bei der Kommunikation, wenn die Akustik eines Raumes ungünstig ist. In dieser Studie soll herausgefunden werden, unter welchen raumakustischen Bedingungen das Zuhören als angenehmer empfunden wird. Hierzu wird ein Hörversuch mit Cochlea-Implantat-Trägern durchgeführt. Die teilnehmenden Patienten hören Testsätze, die über ein Kabel in ihr Cochlea-Implantat eingespielt werden. So beurteilen sie die Angenehmheit der Testsätzen und geben ihre Bewertung am Computer ein. Die Studie richtet sich an volljährige Cochlea-Implantat-Träger*innen, die seit mindestens 6 Monaten über ein Cochlea-Implantat hören und damit mindestens 60% Einsilberverstehen erreichen. Es ist bekannt, dass die Sprachverständlichkeit für CI-Träger*innen mit steigender Nachhallzeit stärker verringert wird als bei Normalhörenden. Jedoch ist bisher nicht bekannt, ob die Empfehlungen in der aktuellen deutschen Norm zur Raumakustik (DIN 18041:2016-03) für "inklusive Nutzung" für CI-Träger*innen angemessen sind. Die Studie widmet sich dieser und des Weiteren den Fragen: Ist die Nachhallzeit überhaupt das einzig entscheidende Kriterium, oder ist der Abstand des Hörenden zum Sprechenden nicht mindestens ebenso entscheidend? Darüber hinaus wird die Unterscheidbarkeit von einfachen Musik-Klängen in verschiedenen raumakustischen Umgebungen evaluiert.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt nach Durchführung eines Hörversuchs: - Angenehmheit von auralisierten Testsätzen aus Oldenburger Satztest (OLSA) nach MUSHRA-Methode mit browserbasierter Plattform "webMUSHRA" (Audiolabs, Frauenhofer IIS) - Paarvergleich von auralisierten Dreiklängen mit browserbasierter Plattform "webMUSHRA" (Audiolabs, Frauenhofer IIS) - Fragebogen zur Verständlichkeit von auralisierten Testsätzen des OLSA Der Test kann vom Probanden jederzeit ohne Angabe von Gründen abgebrochen werden. Messungen haben stattgefunden vom 23.02.2017 bis 06.03.2017 (abgeschlossen).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 10
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Hörzentrum, Universitätsklinikum Düsseldorf

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Versorgungsdauer 6 Monate; Einsilberverstehen > 60 % bei 65 dB SPL, Ertaubungsdauer < 10 Jahre

Ausschlusskriterien

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Taubheit-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die Hörwahrnehmung von Cochlea-Implantat-Trägern wird durch diverse Einflussfaktoren erheblich erschwert (Capretta & Moberly 2016). Eine wesentliche Rolle spielen in diesem Zusammenhang häufig die raumakustischen Begebenheiten. Selbst bei Personen ohne Hörbeeinträchtigung sind raumakustische Faktoren für die Wahrnehmung der auditiven Szene (z.B. hinsichtlich der Sprachverständlichkeit oder der Hörsamkeit) von großer Bedeutung (J. Meyer 2004; Zahorik & Brandewie 2016). Bei CI-Trägern sind komplexe Hörumgebungen meist mit besonders starken Einbußen verbunden (Iglehart 2016; Kokkinakis & Loizou 2011; Roy, Vigeant et al. 2015). Ziel der Studie ist es, jene raumakustischen Kriterien und deren Ausprägung zu ermitteln, die auf die Hörsamkeit und Verständlichkeit bei CI-Trägern besonderen Einfluss nehmen. Hierzu wurden sowohl Sprachsignale aus dem Oldenburger Satztest (OLSA), als auch einfache musikalische Stimuli mit der Software Auratorium auralisiert. Dabei dienten normgemäße kleine bis mittelgroße Räume (DIN 18041:2016-03) für sprachliche Kommunikation bzw. Konzertsäle für Musikdarbietung als Grundlage. Die räumlichen Eigenschaften wurden hinsichtlich Primär- und Sekundärstrukturen bzw. Absorptionsverhalten der Oberflächen variiert. Die erstellten Stimuli wurden 10 Probanden über den Audio-Eingang ihres Cochlea-Implantats präsentiert. Mittels eines adaptierten MUSHRA-Tests (Schoeffler et al. 2016) wurden Hörsamkeitsbewertungen und mittels Multiple-Choice bzw. Paarvergleich Differenzierungsvermögen ermittelt. Es wurde eine starke Präferenz kleiner Abstände zur Schallquelle, jedoch keine signifikante Präferenz von über die Normempfehlung hinausgehender raumakustischer Bedämpfung festgestellt. Musikalische Stimuli wurden ohne Raumfluss besser differenziert. Die gewonnenen Aussagen sollen helfen, die Einflüsse bestimmter raumakustischer Verhältnisse auf die Qualität des Hörerlebnisses bei CI-Trägern zu beurteilen und zu verbessern.

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