Beschreibung der Studie

Das wiederholte Aufschieben von lästigen, schwierigen oder belastenden Aufgaben wird als Prokrastination bezeichnet und ist den meisten Studierenden gut bekannt. Nimmt das Prokrastinationsverhalten jedoch Überhand, kann es sich negativ auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken. Obwohl Prokrastination ein weit verbreitetes Phänomen ist, nehmen nur wenige Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch. Ein internetbasiertes Training zur Behandlung von Prokrastination ist ein vielversprechender neuer Ansatz, mit dem Potential, viele Studierende zu erreichen. Diese Studie soll daher die Wirksamkeit eines speziell für Studierende entwickelten, durch einen Online-Coach begleiteten internetbasierten Trainings gegen Prokrastination an einer Studierendenstichprobe untersuchen. In der Studie wird die Wirksamkeit des Trainings im Vergleich zu einer Wartelistenkontrollgruppe untersucht, die später Zugang zum Training erhält. Das Training besteht aus 5 Modulen und basiert auf bewährten verhaltenstherapeutischen Prinzipien. Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) werden über das Internet und vor Ort an den Universitäten angeworben. Vor und nach dem Training sowie nach drei Monaten finden Befragungen statt, um die Wirksamkeit des Trainings hinsichtlich Prokrastination, Depression, Angst, Selbstwirksamkeit, Impulsivität, Wohlbefinden und Zufriedenheit und Akzeptanz des Trainings zu erfassen. Die Ergebnisse sollen das noch spärliche Wissen bezüglich der Wirksamkeit internetbasierter Interventionen für Prokrastination bei Studierenden erweitern und tragen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Studierenden mit diesem weit verbreiteten Problem bei.

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Studiendetails

Studienziel Prokrastination, gemessen an der Irrational Procrastination Scale (IPS); drei Messzeitpunkte vor sowie 6 und 12 Wochen nach Randomisierung
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 120
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Barmer GEK
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • ausgeprägtes Prokrastinationsverhalten (IPS >32); eingeschriebener Studierender; ausreichende Deutschkenntnisse; unterschriebene Einverständniserklärung; Internetzugang

Ausschlusskriterien

  • aktuelle Psychotherapie oder andere Intervention gegen Prokrastination

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Prokrastination ist definiert als das irrationale und freiwillige Aufschieben oder Verzögern von Aufgaben, trotz des Wissens, dass man gegen die eigenen Interessen handelt. Trotz der hohen Prävalenz von Prokrastination und den negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden nehmen Betroffene nur selten professionelle Hilfe in Anspruch. In der wissenschaftlichen Forschung gilt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als Behandlungsstandart für Prokrastination. Internet- und mobilbasierte Interventionen (IMIs) bieten einen vielversprechenden neuen Präventions- und Behandlungsansatz, der eine vergleichbare Wirksamkeit wie traditionelle Therapie aufweist und das Potential hat, eine große Anzahl Studierender zu erreichen. Das Ziel dieser Studie ist die Evaluation der Wirksamkeit und Akzeptanz einer KVT-basierten IMI für Prokrastination (StudiCare-P). Methode: Der Hauptrekrutierungsweg ist die Versendung von Rundmails an alle Studierenden durch zahlreiche kooperierende Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zusätzlich werden die Studierenden via Social-Media, Poster und Flyer kontaktiert. In dieser zweiarmigen randomisiert-kontrollierten Studie mit einer berechneten Stichprobengröße von N = 120 wird die Interventionsgruppe mit einer Wartelisten-Kontrollgruppe verglichen. Die Interventionsgruppe (IG) erhält ein 5-wöchiges begleitetes IMI zum Thema Prokrastination. Eine Wartelisten-Kontrollgruppe (WL) erhält 12 Wochen nach der Randomisierung Zugriff auf das unbegleitete IMI. Die Datenanalyse wird auf Intention-to-Treat-Basis durchgeführt. Der primäre Outcome ist Prokrastination. Diese wird mit der Irrational Procrastination Scale (IPS) gemessen. Sekundäre Outcomevariablen sind Impulsivität (STS), Depression (PHQ-9), Angst (GAD-7), Wohlbefinden (WHO-5), Selbstwirksamkeit (WIRKSTUD), Patientenzufriedenheit (ZUF-8), Adhärenz und Akzeptanz. Darüber hinaus werden die Behandlungserwartung sowie mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Intervention erfasst. Exploratorisch werden zudem verschiedene potentielle Moderatorvariablen sowie Mediatorvariablen untersucht. Alle Variablen werden anhand von Selbstauskünften in einem Online-Fragebogen vor sowie sechs und 12 Wochen nach Randomisierung erhoben. Diskussion: StudiCare-P ist die erste deutsche IMI, die speziell für Studierende mit Prokrastinationsverhalten entwickelt wurde. Die Ergebnisse dieser Studie erweitern die spärliche Evidenz zur Wirksamkeit internetbasierter Interventionen für Prokrastination. Wenn sich die Intervention als effektiv erweist, könnte sie eine kosteneffiziente Möglichkeit bieten, Studierenden mit Prokrastinationsverhalten dabei zu unterstützen, ihre psychische Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verbessern.

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