Beschreibung der Studie

Bei der zervikalen Spinalkanalstenose liegt eine Verengung (Stenose) des knöchernen Kanals im Bereich der Halswirbelsäule (zervikal) vor, in dem das Rückenmark liegt. Eine Verengung dieses Kanals kann zu einer Schädigung des Rückenmarks (Myelopathie) führen. Symptome einer Myelopathie sind unter anderem Gefühlstörungen oder Kraftminderungen im Bereich der Arme und Beine, Gehstörungen oder auch Probleme mit Wasserlassen und Stuhlgang oder Sexualfunktionsstörungen. Die Spinalkanalstenose ist meist bedingt durch Abnutzung oder Folge des fortschreitenden Alters des Patienten (degenerativ). Gelegentlich kommt die Stenose nicht nur an einem Bewegungssegment der Halswirbelsäule vor (monosegmental), sondern sie betrifft mehrere Segmente (multisegmental). Bei einer multisegmentalen zervikalen Spinalkanalstenose mit passenden klinischen Beschwerden kann dann eine Entlastung des Rückenmarks von „hinten“ (dorsal), also vom Nacken aus, erforderlich sein mit anschließender Stabilisierung der knöchernen Strukturen mit einem Schrauben- und Stab-System (Spondylodese). Dieser Eingriff wird in unserer Abteilung seit über zehn Jahren routinemäßig durchgeführt. Dennoch handelt es sich um einen komplexen, mehrstündigen Eingriff. Durch die notwendige Stabilisierung der Halswirbelsäule über mehrere Bewegungssegmente kommt es nach der Operation auch zu einer dauerhaften Bewegungseinschränkung. Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens ist die retrospektive Erfassung des peri- und kurzfristigen postoperativen Behandlungsverlaufs von Patienten, die aufgrund einer degenerativen, multisegmentalen zervikalen Spinalkanalstenose mittels langstreckiger dorsaler Spondylodese von 2004 bis 2016 behandelt wurden, sowie die Erhebung von Daten über Langzeitverläufe und aktueller Befunde mittels Einbestellung der Patienten in unsere Ambulanz oder mittels Zusendung von Fragebögen bzw. Telefoninterviews.

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Studiendetails

Studienziel Eintreten von Major-Komplikationen innerhalb von 30 Tagen nach langstreckiger, dorsaler Spondylodese: Tod, Myokardinfarkt, Vertebralisverletzung, Insult, Lungenembolie, schwere Pneumonie mit Beatmungspflichtigkeit, Re-Operation, neues motorisches Defizit KG ≤ 3/5. Eintreten von Komplikationen im weiteren postoperativen Verlauf (z.B. Revisionsoperationen). Die o.g. Komplikationen nach der OP werden retrospektiv aus den Krankenakten erhoben. Aktuelle Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule / Schmerzen auf der numeric rating scale (NRS). Die aktuellen Beschwerden werden in der Ambulanz oder über Fragebogen bzw. Telefoninterviews erhoben. Objektive Messung von Parametern der HWS-Beweglichkeit (Inklination, Reklination, Seitneigung und Rotation). Für die objektive Messung wird ein bereits in mehreren Studien validiertes, nicht invasives Messgerät (CROM3, Performance Attainment Associates) verwendet.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinik für Neurochirurgie Universitätsklinikum Freiburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten ≥ 18 Jahre mit degenerativ bedingter, multisegmentaler zervikaler Spinalkanalstenose, die im Zeitraum von 2004 bis 2016 mittels langstreckiger dorsaler Stabilisierung operativ behandelt wurden.

Ausschlusskriterien

  • Allgemein: Alter des Patienten < 18 Jahre.
  • Für die Beweglichkeitsmessung bei der ambulanten Untersuchung: Unkooperative Patienten; Patienten, die aufgrund von sonstigen körperlichen Einschränkungen nicht auf einem Untersuchungsstuhl sitzen können; Patienten mit Herzschrittmacher und Defibrillator.

Adressen und Kontakt

Klinik für Neurochirurgie, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Bestehen bereits deutliche klinische Anzeichen einer Rückenmarksschädigung infolge einer zervikalen Spinalkanalstenose, so wird nach aktueller Studienlage eine operative Behandlung empfohlen (1,2). Wenn eine Verengung des Spinalkanals über drei oder mehr Bewegungssegmente (multisegmental) vorliegt, kann eine Entlastung des Rückenmarks von hinten (dorsale Dekompression) durchgeführt werden mit anschließender Stabilisierung der knöchernen Strukturen über ein Schrauben-Stab-System (3). Alternativen zu dieser Operationstechnik sind z.B. eine Laminoplastie oder ein ventraler Zugang über mehrere Segmente. Bei der Laminoplastie werden die knöchernen Strukturen nicht vollständig entfernt und wieder z.B. mit kleinen Metallplättchen und Schrauben befestigt, um die Verwendung eines Schrauben-Stab-Systems zu vermeiden. Bei dem ventralen („von vorne“) Zugang, erfolgt die Entlastung des Rückenmarks über die Bandscheibenfächer mit anschließendem Einbringen von Platzhaltern (Cage) und ggf. auch Platten-/Schrauben-Systemen. Über das optimale Behandlungsverfahren besteht in der Literatur bisher keine Einigkeit (4,5). 1. Fehlings MG, Wilson JR, Yoon ST, Rhee JM, Shamji MF, Lawrence BD. Symptomatic progression of cervical myelopathy and the role of nonsurgical management: a consensus statement. Spine (Phila Pa 1976). 2013;38:S19-S20. 2. Karadimas SK, Erwin WM, Ely CG, Dettori JR, Fehlings MG. Pathophysiology and natural history of cervical spondylotic myelopathy. Spine (Phila Pa 1976). 2013;38:S21-S36. 3. Cabraja M, Abbushi A, Koeppen D, Kroppenstedt S, Woiciechowsky C. Comparison between anterior and posterior decompression with instrumentation for cervical spondylotic myelopathy: sagittal alignment and clinical outcome. Neurosurg Focus. 2010;28:E15. 4. Lawrence BD, Jacobs WB, Norvell DC, Hermsmeyer JT, Chapman JR, Brodke DS. Anterior versus posterior approach for treatment of cervical spondylotic myelopathy: a systematic review. Spine. 2013;38:S173-S182. 5. Farrokhi MR, Ghaffarpasand F, Khani M, Gholami M. An Evidence-Based Stepwise Surgical Approach to Cervical Spondylotic Myelopathy: A Narrative Review of the Current Literature. World Neurosurg. (2016) 94:97-110.

Quelle

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