Beschreibung der Studie

Die präzise Einschätzung der Komplikationsrisiken nach einer anatomischen Lungenresektion ist essentiell für die individuell abgestimmte Behandlung des Lungenkrebs. Mehrere evidente Arbeiten zeigen allerdings die Unzuverlässigkeit der konventionellen Prädiktoren für die Risikoeinschätzung bei Patienten mit eingeschränkter präoperativer Lungenfunktion, oder wenn die Lungenresektion durch minimal-invasivem Verfahren vorgenommen wird. Daher ist die Suche nach neuen Prädiktoren notwendig, um den aktuellen Algorithmus für Risikoeinschätzung optimieren zu können. In dieser prospektiven Studie werden die Vorhersagewerte von B-Typ Natriuretischem Peptid (BNP) und Laktat als potentielle Prädiktoren für postoperative Komplikationen nach anatomischer Lungenresektion überprüft. Rekrutiert werden erwachsene Patienten mit oder Verdacht auf Lungenkrebs, bei denen eine anatomische Lungenresektion vorgenommen wird. Mittels multivariabler Analyse wird der Vorhersagewert der beiden Biomarker untersucht. Diese Studie wird zur Modifizierung des Algorithmus für Risikoeinschätzung beitragen. Als Folge kann die individuell abgestimmte Therapie bei Patienten mit Lungenkrebs optimiert werden.

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Studiendetails

Studienziel Der primäre Endpunkt ist die kardiopulmonale Komplikation 6 Monate nach anatomischer Lungenresektion. Die Verlaufskontrollen der Studienteilnehmenden erfolgen 6 Wochen und 6 Monaten nach der Lungenoperation bei der ambulanten Vorstellung.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 400
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Kommission Klinischer Forschung, Robert-Bosch-Krankenhaus

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit oder Verdacht auf Lungenkrebs, bei denen eine anatomische Lungenresektion (Pneumonektomie, Lobektomie, Bi-Lobektomie oder Segmentektomie) als elektiver Eingriff vorgenommen wird.

Ausschlusskriterien

  • Fehlende Teilnahmebereitschaft oder Einwilligungsfähigkeit,
  • Dringliche oder Notfall-Operation,
  • Re-Eingriff,
  • Alter < 18,
  • Angina pectoris, Myokardinfarkt, Lungenödem, Schlaganfall oder Pneumonie in den letzten 6 Monaten.

Adressen und Kontakt

Klinik Schillerhöhe, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart

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Häufig gestellte Fragen

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Die anatomische Lungenresektion bietet die besten kurativen Chancen für Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Frühstadium [1,2]. Für eine individuell abgestimmte Therapie des Lungenkarzinoms ist vor allem die Identifikation derjenigen Patienten entscheidend, bei denen eine anatomische Lungenresektion mit erhöhtem Risiko für postoperative Komplikationen verbunden ist [3]. Nach dem aktuellen Algorithmus zur Beurteilung der funktionellen Operabilität sind die relative Einsekundenkapazität (FEV1%) und relative Transferfaktoren (DLCO%) sowie die prädiktiven postoperativen (postoperativ zu erwartenden) Werte von FEV1% und DLCO% (ppoFEV1%, ppoDLCO%) die wichtigsten Prädiktoren für postoperative Komplikationen nach anatomischer Lungenresektion [4, 5]. Allerdings hat eine Reihe von klinischen Studien gezeigt, dass die oben genannten Prädiktoren nicht mehr valid sind, wenn die präoperative Lungenfunktion eingeschränkt ist [6-8]. Eine mögliche Erklärung ist der Lungenvolumenreduktionseffekt, durch den Patienten mit Lungenemphysem deutlich weniger Lungenfunktionsverlust, manchmal gar verbesserte Lungenfunktion nach der anatomischen Lungenresektion erleben [6, 7, 9]. Im letzten Jahrzehnt hat die video-assistierte thorakoskopische (VAT) Lobektomie als chirurgische Behandlung für NSCLC im Frühstadium zunehmend an Bedeutung gewonnen [10, 11]. Aufgrund der minimal-invasiven Operationstechnik führt die VAT Lobektomie zu besserer Erhaltung der Lungenfunktion und geringerer postoperativer Morbidität [12]. Diese grundlegende Veränderung der Operationstechnik könnte ebenfalls zu einer Abweichung des aktuell gültigen Algorithmus für präoperative Risikoeinschätzung führen [13, 14]. B-Typ natriuretisches Peptid (BNP) ist ein Protein, das bei Dehnung der Herzkammern, Ischämie und Entzündung sowie anderen neuroendokrinen Stimuli gebildet und sezerniert ist [15]. Bis dato gilt BNP vor allem als diagnostischer Marker für Herzinsuffizienz. Mehrere Studien über die Lungenresektion haben gezeigt, dass der präoperative BNP-Spiegel ein unabhängiger Risikofaktor für postoperatives Vorhofflimmern und kardiopulmonale Komplikationen bei älteren Patienten darstellte [16-19]. In einer kürzlich veröffentlichen prospektiven Studie, die 294 Patienten mit normalen präoperativer Lungenfunktion eingeschlossen hat, war der postoperative Anstieg von BNP der stärkste unabhängige Prädiktor für kardiopulmonale Komplikationen nach anatomischen Lungenresektionen [15]. Darüber hinaus haben klinische Untersuchungen gezeigt, dass BNP mit der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) eng korreliert, die bis jetzt der beste Prädiktor für postoperative Komplikation nach anatomischer Lungenresektion darstellt [20]. Ein anderer vielversprechender Biomarker ist das Serum Laktat, das normalerweise auf eine Minderdurchblutung und Hypoxie des Gewebes hinweist. In einer veröffentlichten prospektiven Studie mit 149 Patienten war der präoperative und postoperative Spiegel des Serum-Laktats hochprädiktiv für pulmonale Komplikationen nach Lungenresektion [21]. In der vorliegenden prospektiven Sstudie werden BNP und Laktat als potentielle Prädiktoren für postoperative Komplikationen gemessen und klinische Daten der anatomischen Lungenresektionen evaluiert. Mittels multivariabler Analyse wird der Vorhersagewert dieser Biomarker untersucht. Die Studienergebnisse werden zur Modifizierung des aktuellen Algorithmus für Risikoeinschätzung beitragen. Als Folge kann die individuell abgestimmte Therapie für Patienten mit Lungenkarzinom optimiert werden. Referenzen 1. Ginsberg RJ, Rubinstein LV. Randomized trial of lobectomy versus limited resection for T1 N0 non-small cell lung cancer. Lung Cancer Study Group. The Annals of thoracic surgery. 1995;60(3):615-22; discussion 22-3. 2. Howington JA, Blum MG, Chang AC, Balekian AA, Murthy SC. Treatment of stage I and II non-small cell lung cancer: Diagnosis and management of lung cancer, 3rd ed: American College of Chest Physicians evidence-based clinical practice guidelines. Chest. 2013;143(5 Suppl):e278S-313S. 3. Egenlauf B, Herth FJ, Kappes J. [Preoperative pulmonary function analysis and cardiorespiratory risk assessment: the current standard]. Zentralbl Chir 2014; 139 Suppl 1: S6-12. 4. Brunelli A. Algorithm for functional evaluation of lung resection candidates: time for reappraisal? Respiration 2009; 78: 117-118. 5. Ferguson M, Vigneswaran WT. Diffusing capacity predicts morbidity after lung resection in patients without obstructive lung disease. Ann Thorac Surg. 2008; 85: 1158-1164. 6. Seok Y, Jheon S, Cho S. Serial changes in pulmonary function after video-assisted thoracic surgery lobectomy in lung cancer patients. Thorac Cardiovasc Surg 2014; 62: 133-139. 7. Varela G, Brunelli A, Rocco G et al. Predicted versus observed FEV1 in the immediate postoperative period after pulmonary lobectomy. Eur J Cardiothorac Surg 2006; 30: 644-648. 8. Taylor MD, LaPar DJ, Isbell JM et al. Marginal pulmonary function should not preclude lobectomy in selected patients with non-small cell lung cancer. J Thorac Cardiovasc Surg 2014; 147: 738-744; Discussion 744-736. 9. D'Amico TA, Niland J, Mamet R et al. Efficacy of mediastinal lymph node dissection during lobectomy for lung cancer by thoracoscopy and thoracotomy. Ann Thorac Surg 2011; 92: 226-231; discussion 231-222. 10. Su S, Scott WJ, Allen MS et al. Patterns of survival and recurrence after surgical treatment of early stage non-small cell lung carcinoma in the ACOSOG Z0030 (ALLIANCE) trial. J Thorac Cardiovasc Surg 2014; 147: 747-752: Discussion 752-743. 11. Flores RM, Park BJ, Dycoco J et al. Lobectomy by video-assisted thoracic surgery (VATS) versus thoracotomy for lung cancer. J Thorac Cardiovasc Surg 2009; 138: 11-18. 12. Paul S, Altorki NK, Sheng S et al. Thoracoscopic lobectomy is associated with lower morbidity than open lobectomy: a propensity-matched analysis from the STS database. J Thorac Cardiovasc Surg 2010; 139: 366-378. 13. Berry MF, Villamizar-Ortiz NR, Tong BC et al. Pulmonary function tests do not predict pulmonary complications after thoracoscopic lobectomy. Ann Thorac Surg 2010; 89: 1044-1051; discussion 1051-1042. 14. Zhang R, Lee SM, Wigfield C et al. Lung function predicts pulmonary complications regardless of the surgical approach. Ann Thorac Surg 2015; 99: 1761-1767. 15. Cagini L, Andolfi M, Leli C et al. B-type natriuretic peptide following thoracic surgery: a predictor of postoperative cardiopulmonary complications. Eur J Cardiothorac Surg 2014; 46: e74-80. 16. Amar D, Zhang H, Shi W et al. Brain natriuretic peptide and risk of atrial fibrillation after thoracic surgery. J Thorac Cardiovasc Surg 2012; 144: 1249-1253. 17. Cardinale D, Colombo A, Sandri MT et al. Increased perioperative N-terminal pro-B-type natriuretic peptide levels predict atrial fibrillation after thoracic surgery for lung cancer. Circulation 2007; 115: 1339-1344. 18. Nojiri T, Inoue M, Yamamoto K et al. B-type natriuretic Peptide as a predictor of postoperative cardiopulmonary complications in elderly patients undergoing pulmonary resection for lung cancer. Ann Thorac Surg 2011; 92: 1051-1055. 19. Nojiri T, Maeda H, Takeuchi Y et al. Predictive value of B-type natriuretic peptide for postoperative atrial fibrillation following pulmonary resection for lung cancer. Eur J Cardiothorac Surg 2010; 37: 787-791. 20. Krüger S, Graf J, Kunz D et al. Brain natriuretic peptide levels predict functional capacity in patients with chronic heart failure.J Am Coll Cardiol. 2002;40:718-22. 21. Tsagkaropoulos S, Sileli M, Ampatzidou F et al. Value of serum lactate kinetics after lung resection. In 22nd European Conference on General Thoracic Surgery. Copenhagen, Denmark: 2014.

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