Beschreibung der Studie

Chronische Sprunggelenkinfektionen sind häufig Folge offener Frakturen. Die erfolgreiche Therapie dieser chronischen Infekte stellt nach wie vor eine Herausforderung dar. Ziele der Behandlung sind eine dauerhafte Infektberuhigung sowie eine für den Patienten belastbare Extremität. Die Versteifung des Sprunggelenks kann in diesen Fällen eine gute Therapieoption sein, insbesondere auch um eine Amputation zu vermeiden. Für Sprunggelenksversteifungen infolge eines chronischen Infekts gilt die externe Fixierung als Goldstandard. Hauptziel der externen Fixierung ist die Vermeidung von Fremdmaterial im infizierten Knochen, da dieses als eine der wesentlichen Ursachen für Infektpersistenz bzw. Wiederaufflammen des Infekts gilt. Als zuverlässige Verfahren zur externen Fixierung haben sich vor allem der Rahmenfixateur und der Ilizarov-(Ring-)Fixateur herausgestellt. Die Arthrodese mittels Fixateur externe – gleichgültig ob mittels Rahmen- oder Ringfixateur – bedeutet für den Patienten jedoch einen schlechten Tragekomfort, die Gefahr der Pin-Infektionen und/ oder der Auslockerung der Fixateur-Pins, die meist nur erlaubte Teilbelastung über mehrere Monate und erfordert damit insgesamt ein hohes Maß an Compliance. Auch Pseudarthrosen – also Therapieversager – werden bei der Behandlung mittels Fixateur externe regelmäßig beschrieben. Die interne Fixierung zur OSG-Arthrodese (OSG = oberes Sprunggelenk), z.B. durch einen retrograden Marknagel, hingegen bietet eine hohe Primärstabilität und damit die Möglichkeit einer frühzeitigen Belastung der betroffenen Extremität. Zudem besteht durch ein internes Verfahren ein deutlich höherer Komfort für den Patienten und damit nicht zuletzt eine bessere Compliance. Nachteilig ist die intramedulläre Lage von Osteosynthematerial bei infiziertem Knochen. In dieser retrospektiven Studie vergleichen wir das Ergebnis der Verfahren – Fixateur versus retrograder Marknagel – nach Versteifung des Sprunggelenks bei chronischen Sprunggelenksinfekten.

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Studiendetails

Studienziel Dauerhafte Infektberuhigung während des Follow-Up (vom Zeitpunkt der Arthrodese bis max. 02/2018); Ausgewertet werden alle Daten, die im Rahmen der Sprechstundenvorstellungen – unabhängig von der Studie – erhoben wurden
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 70
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle BG Klinikum Duisburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Chronisches OSG-Empyem, mikrobiologisch und/ oder histopathologisch gesichert
  • Einstellung zur OSG-Arthrodese mittels retrogradem Marknagel oder Fixateur externe

Ausschlusskriterien

  • Aseptische OSG-Arthrodese
  • Anderes OP-Verfahren als o.g. (z.B. Schraubenarthrodese)

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Chronische Sprunggelenkinfektionen sind häufig Folge offener Frakturen. Die erfolgreiche Therapie dieser chronischen Infekte stellt nach wie vor eine Herausforderung dar. Ziele der Behandlung sind eine dauerhafte Infektberuhigung sowie eine für den Patienten belastbare Extremität. Die Arthrodese des Sprunggelenks kann in diesen Fällen eine gute Therapieoption sein, insbesondere auch um eine weiter proximal gelegene Amputation zu vermeiden. Während für aseptische OSG-Arthrodesen zahlreiche meist interne Verfahren zur Verfügung stehen, gilt die externe Fixierung bei septischen Arthrodesen nach wie vor als Gold-Standard. Allerdings finden sich im Gegensatz zu den aseptischen Arthrodesen nur wenige Studien in der aktuellen Literatur zur optimalen Behandlung septischer Arthrodesen. Hauptziel der externen Fixierung bei septischen Arthrodesen ist die Vermeidung von Osteosynthesematerial im infizierten Knochen, da dieses als eine der wesentlichen Ursachen für Reexacerbationen bzw. Infektpersistenz gilt. Auch ein frühzeitiges Materialversagen wird bei septischen Arthrodesen aufgrund der schlechteren Knochensubstanz – häufig mit ausgedehnten knöchernen Defekten – angeführt. Ein weiterer Vorteil der externen Fixierung besteht in der Weichteilschonung bei häufig ohnehin deutlich kompromittierten Weichteilen. Als zuverlässige Verfahren zur externen Fixierung haben sich vor allem der Rahmenfixateur und der Ilizarov-(Ring-)Fixateur herausgestellt. Die Arthrodese mittels Fixateur externe – gleichgültig ob mittels Rahmen- oder Ringfixateur – bedeutet für den Patienten jedoch einen schlechten Tragekomfort, die Gefahr der Pin-Infektionen und/ oder der Auslockerung der Fixateur-Pins, die meist nur erlaubte Teilbelastung über mehrere Monate und erfordert damit insgesamt ein hohes Maß an Compliance. Auch Pseudarthrosen – also Therapieversager – werden bei der Behandlung mittels Fixateur externe regelmäßig beschrieben. Die interne Fixierung zur OSG-Arthrodese, z.B. durch einen retrograden Marknagel, hingegen bietet eine hohe Primärstabilität und damit die Möglichkeit einer frühzeitigen Belastung der betroffenen Extremität. Zudem besteht durch ein internes Verfahren ein deutlich höherer Komfort für den Patienten und damit nicht zuletzt eine bessere Compliance. Nachteilig ist die intramedulläre Lage von Osteosynthematerial bei infiziertem Knochen. Stabilität ist andererseits auch ein wichtiger Faktor zur Vermeidung von Infektreexacerbationen. Seit einiger Zeit verwenden wir auch retrograde Marknägel zur septischen OSG-Arthrodese. Vor Implantation des Marknagels sind in der Regel mehrere Debridement-Schritte mit Sequestrektomie zur Infektberuhigung erforderlich. In dieser retrospektiven Studie möchten wir das Outcome der Verfahren – Rahmenfixateur versus Ringfixateur versus retrograder Marknagel – nach septischer OSG-Arthrodese vergleichen. Es erfolgt eine retrospektive Analyse aller Patienten mit chronischem Sprunggelenksinfekt (Sprunggelenksempyem und/ oder Osteomyelitis der distalen Tibia), die in unserer Klinik zwischen 08/2009 und 09/2017 eine OSG-Arthrodese erhalten haben. Eingeschlossen werden alle Patienten, die mindestens 18 Jahre alt sind und eine septische OSG-Arthrodese entweder mit Fixateur externe (Rahmenfixateur oder Ilizarov-Fixateur) oder mit retrogradem Marknagel erhalten haben. Ausgeschlossen werden die Patienten, die eine aseptische OSG-Arthrodese oder ein anderes OP-Verfahren (z.B. Schraubenarthrodese) erhalten haben. Ausgewertet werden epidemiologische Daten sowie prä-, peri- und postoperativer Verlauf. Das Follow-Up soll bis spätestens 02/2018 analysiert werden. Primärer Endpunkt ist die erfolgreiche Infektberuhigung. Sekundäre Endpunkte sind die knöcherne Fusion der Arthrodese sowie das funktionelle Ergebnis bzw. die Mobilisation unter Vollbelastung. Alle Komplikationen incl. Infekt-Reexacerbation, Re-Operationen und Therapieversager werden ausgewertet. Zudem soll analysiert werden, ob bestimmte Bakterienspecies zu einem schlechteren Outcome führen. Die Therapieverfahren werden miteinander verglichen und auf statistisch signifikante Unterschiede bezüglich der primären und sekundären Endpunkte untersucht.

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