Beschreibung der Studie

Neuromuskuläre Erkrankungen (NME) sind oft nicht nur durch eine Schwäche der Muskulatur der Extremitäten sondern, auch der Atemmuskulatur gekennzeichnet. Eine sich im Verlauf entwickelnde chronische Schwäche der Atemmuskulatur spielt klinisch und prognostisch eine herausragende Rolle. Dies trifft z.B. auf die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und die spinale Muskelatrophie (SMA) zu. Therapie der Wahl zur Atmungs-Unterstützung bei Patienten mit NME mit Einschränkung der Atemmuskelkraft stellt die Bi-Level-Beatmung (kurz „BiPAP“) dar. Ziel der Therapie ist die Normalisierung der Atmung vor allem nachts über einer Nasen- oder Nasen-Mund-Maske. Da leichter betroffene Patienten vor allem zu Beginn der Therapie häufig erhebliche Probleme bezüglich der nächtlichen "Masken-Therapie" angeben, stellt sich die Frage nach Anpassungsmöglichkeiten der Therapie und Behandlungsalternativen, die zumindest zu Beginn der Atemmuskel-Einschränkung. Als in dieser Patientengruppe bisher noch nicht systematisch untersuchte Behandlungsalternative steht hier möglicherweise eine Therapie mittels erwärmter Raumluft zur Verfügung, welche mit einer hohen Flussrate über die Nase appliziert wird (Nasal High-Flow-Sauerstofftherapie bzw. NHFO2). Entsprechend lautet die Haupt-Fragestellungen: 1) Kann eine NHFO2-Therapie die Atmung bei NME- Patienten mit beginnender nächtlicher Hypoventilation nachts ähnlich effektiv unterstützen wie eine BIPAP-Therapie?

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Studiendetails

Studienziel Transkutanes p CO2 [mmHG] -> gemessen nachts unter den o.g. Interventionen
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Department für Neurologie - Klinik für Schlafmedizin und neuromuskuläre Erkrankungen Universitätsklinikum Münster

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • >18 Jahre
  • einwilligungsfähig
  • klinisch bzw. elekrophysiologisch/genetisch/bioptisch gesicherte NME
  • Polysomnographischer und kapnometrischer Nachweis einer nächtlichen Hypoventilation mit bestehender Heimbeatmungstherapie
  • Hinreichende Therapie (Toleranz) der nächtlichen Hypoventilation mittels BIPAP-Nasenmaske in einer Schlaflabor-Kontroll-Nacht
  • Toleranz eines BiPAP Auslassversuches in der Schlaflabor-Kontroll-Nacht

Ausschlusskriterien

  • Body Mass Index (BMI) > 35
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Herzinsuffizienz mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion < 50 %
  • Schwerwiegende psychiatrische Vorerkrankung
  • Thoraxwanderkrankungen
  • Herzschrittmacher

Adressen und Kontakt

Department für Neurologie- Klinik für Schlafmedizin und neuromuskuläre Erkrankungen Universitätsklinikum Münster, Münster

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Neuromuskuläre Erkrankungen (NME) sind oft nicht nur durch eine Schwäche der Muskulatur der Extremitäten sondern, auch der Atemmuskulatur gekennzeichnet. NME können in neurogene und myogene Erkrankungen eingeteilt werden. Eine sich im Verlauf entwickelnde chronische Schwäche der Atemmuskulatur spielt klinisch und prognostisch vor allem bei Motoneuronerkrankungen und bei Myopathien/Muskeldytrophien eine herausragende Rolle. Zu den Motoneuronenerkankungen zählen vor allem die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und die spinale Muskelatrophie (SMA). Zu den Myopathien/Muskeldystrophien zählen verschiedene Gliedergürtel-Dystrophien, Dystrophinopathien (Typ Duchenne und Typ Becker-Kiener), die myotone Dystrophie Typ I und der Morbus Pompe. Therapie der Wahl zur Atmungs-Unterstützung bei Patienten mit NME mit Einschränkung der Atemmuskelkraft stellt die Bi-Level-Beatmung (kurz „BiPAP“) dar. Ziel der Therapie ist die Normoventilation. Die BiPAP-Therapie wird bei Patienten mit schlafbezogener Hypoventilation und/oder chronisch-hyperkapnischem Atemversagen mittels einer Nasen- oder Nasen-Mund-Maske appliziert. Da leichter betroffene Patienten vor allem zu Beginn der Therapie häufig erhebliche Adhärenzprobleme bezüglich der nächtlichen NIV angeben, stellt sich die Frage nach Anpassungsmöglichkeiten der Therapie und Behandlungsalternativen, die zumindest zu Beginn der Atemmuskelinsuffizienz über einen individuell variierenden Zeitraum zum Einsatz kommen könnten. Als in dieser Patientengruppe bisher noch nicht systematisch untersuchte Behandlungsalternative steht hier möglicherweise eine Therapie mittels erwärmter Raumluft zur Verfügung, welche mit einer hohen Flussrate über die Nase appliziert wird (Nasal High-Flow-Sauerstofftherapie bzw. NHFO2). Unter der Vorstellung, dass die alveoläre Ventilation dem Atemzugvolumen minus der Totraumventilation eines Patienten entspricht, ist eine Verbesserung der alveolären Ventilation durch die NHFO2-Therapie auch bei Patienten mit beginnender Einschränkung der Atemmuskelkraft sehr gut vorstellbar. Entsprechend lauten die Fragestellungen: 1) Kann eine NHFO2-Therapie die Atmung bei NME- Patienten mit beginnender nächtlicher Hypoventilation nachts ähnlich effektiv unterstützen wie eine BIPAP-Therapie? 2) Ist der Effekt auf kardiale und autonome Funktionsparameter bei der NHFO2-Therapie günstiger als bei der BIPAP-Therapie? 3) Ergeben sich hinsichtlich der Aktivierung des autonomen Nervensystems bei Ruheatmung und unter BIPAP- bzw. NHFO2-Therapie Unterschiede zwischen Patienten mit neurogenen und myogenen NME? Dies soll gemäß Fallzahlkalkulation (Gutachten des Institutes für Biometrie und Klinische Forschung der medizinischen Fakultät der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster vom 19.12.2017) bei 2 Mal 15 Patienten mit NME erfolgen (15 Patienten mit Hypoventilation aus neurogener und 15 Patienten mit Hypoventilation aus myogener Ursache).

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